Montag, 17. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

05. Juni 2018 Vielversprechende Aktivität von Lenvatinib plus Pembrolizumab bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Endometriumkarzinom

Die Kombination des Immun-Checkpoint-Inhibitors Pembrolizumab (KEYTRUDA®) mit dem Multikinase-Inhibitor Lenvatinib, der die Targets VEGFR-1-3, FGFR 1-4, PDGFRα, KIT und RET adressiert, zeigt bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Endometriumkarzinom eine vielversprechende Wirksamkeit. In einer bei der 54. ASCO-Jahrestagung in Chicago/IL (USA) präsentierten Interimsanalyse einer Phase-Ib/II-Studie lag die objektive Ansprechrate in Woche 24 bei 39,6% (1, 2). Angesichts der Tatsache, dass für Patientinnen mit rezidiviertem/metastasiertem Endometriumkarzinom ein hoher medizinischer Bedarf an neuen Behandlungsoptionen besteht, sind diese Daten ermutigend.  
Anzeige:
Fachinformation
In der multizentrischen, offenen Phase-Ib/II-Studie erhalten die Patientinnen mit histologisch gesichertem fortgeschrittenen Endometriumkarzinom unabhängig von der Mikrosatelliteninstabilität (MSI) oder ihrem Mismatch Repair (MMR)-Status täglich 20 mg Lenvatinib oral und alle 3 Wochen intravenös den PD-1-Inhibitor Pembrolizumab in einer Dosierung von 200 mg. Das Tumormonitoring erfolgte nach Einschätzung der Prüfärzte anhand immunbezogener RECIST-Kriterien (irRECIST). Der primäre Endpunkt war die objektive Ansprechrate nach 24 Wochen (ORRWK24), sekundäre Endpunkte unter anderem die objektive Ansprechrate (ORR), das progressionsfreie Überleben (PFS) und die Dauer des Ansprechens (DOR) nach Einschätzung der Prüfärzte und als Sekundäranalyse nach Einschätzung eines unabhängigen Reviews durch Radiologen anhand irRECIST. Die sekundären Endpunkte sind die ORR, das progressionsfreie Überleben (PFS) und die Dauer des Ansprechens.

Zum Zeitpunkt der präsentierten Analyse waren 53 Patientinnen in die Studie eingeschlossen worden. Die ORRWK24 betrug 39,6% (95%-KI: 26,5-54,0), in der Sekundäranalyse auf Basis des Radiologenreviews 45,3%. Die Gesamt-ORR lag ebenfalls bei 39,6% (95%-KI: 26,5-54,0) (Radiologenreview 47,2%) mit einer kompletten und 20 partiellen Remissionen. Unter den Respondern hatten 83% ein Ansprechen, das mind. 6 Monate anhielt, 64,5% sogar ein Ansprechen von 12 Monaten und mehr. Die mediane Dauer des Ansprechens war noch nicht erreicht. Das geschätzte PFS nach dem Kaplan-Meier-Verfahren betrug 7,4 Monate.

Bei 70% der Patientinnen traten Grad-3-Nebenwirkungen auf, Nebenwirkungen von Grad 4 wurden nicht beobachtet. 6% der Patientinnen brachen die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen ab. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Bluthochdruck (59%, Grad 3: 34%), Fatigue (55%, Grad 3: 6%), Diarrhoe (44%, Grad 3: 8%) und Hypothyreoidismus (47%, Grad 3: 0%).

Die vielversprechende Aktivität der Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib zeigte sich unabhängig vom MSI- und MMR-Status der Frauen mit fortgeschrittenem Endometriumkarzinom. Neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet. Eine randomisierte internationale zweiarmige Phase-III-Studie, die die Kombination beim rezidivierten Endometriumkarzinom untersuchen soll, ist derzeit in Planung.

red
 

Quelle: ASCO 2018

Literatur:

(1) Makker V et al. Lenvatinib + pembrolizumab in patients with advanced endometrial cancer: Updated results. J Clin Oncol 2018; (suppl; abstr 4524)
(2) Makker V et al. Vortrag im Rahmen der Poster Session „Gynecologic Cancer“, ASCO 2018, 4. Juni 2018


Das könnte Sie auch interessieren

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig
© Stefan Straube / UKL

Zum 1. Patiententag für Kehlkopfoperierte lädt am 22. März die Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig ein. "Ein großer Patientenstamm kommt regelmäßig zu uns, denn beispielsweise findet jeden Mittwochnachmittag bei uns die Tumornachsorge statt. Wir haben auch schon Patientenveranstaltungen organisiert, wollen diese jetzt aber institutionalisieren", so Klinikdirektor Prof. Dr. Andreas...

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt

Biopharmazeutika sind den meisten Deutschen unbekannt
© Darren Baker / Fotolia.com

Naturheilmittel oder neuer Trend der Bio-Welle? 94 Prozent der Deutschen können mit dem Begriff Biopharmazeutika nichts anfangen (1). Oftmals werden hinter dem Begriff Naturheilmittel vermutet. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die biotechnisch hergestellt oder aus gentechnisch veränderten Organismen gewonnen werden und mit dem Ziel der Bekämpfung einer Krankheit in die Vorgänge des Körpers eingreifen. Insulin ist ein bekanntes Beispiel. Wem das erklärt...

Erstes bundesweites Sommertreffen junger engagierter Krebspatienten

Erstes bundesweites Sommertreffen junger engagierter Krebspatienten
© Frantab / fotolia.com

„Danke für den gemeinsamen Spirit. Möge er uns weiter beflügeln“, so ein Feedback zum ersten Sommertreffen junger Krebspatienten in Deutschland. Frauen und Männer aus der gesamten Bundesrepublik kamen vom 29. Juni bis 1. Juli 2018 das erste Mal in Lauterbach (Hessen) zu einem gemeinsamen Kennenlernen und Austausch zusammen. Die etwa 50 Teilnehmer engagieren sich in den TREFFPUNKTEN der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. Die Stiftung hatte...

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs
© Olivier Le Moal / Fotolia.com

Der Krebsaktionstag findet alle zwei Jahre am letzten Kongresstag des Deutschen Krebskongresses in Berlin statt und wird von der Stiftung Deutsche Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Berliner Krebsgesellschaft e. V. organisiert. Krebsexperten treffen, Wissen erweitern, Selbsthilfegruppen kennenlernen: Der 8. Krebsaktionstag bietet Ihnen aktuellste Informationen rund um das Thema Krebs. Betroffene, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen, an der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Vielversprechende Aktivität von Lenvatinib plus Pembrolizumab bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Endometriumkarzinom"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren