Dienstag, 18. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

26. März 2019 Versorgung: Spezialisierte Zentren für die Sarkom-Behandlung zertifiziert

Ein neues Zertifizierungsmodul der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) soll künftig die Qualität der Versorgung von Patienten mit einem Sarkom verbessern. Zu dieser seltenen Krebsart zählen Tumoren der Weichgewebe, des Knochens sowie Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) im Magen-Darmtrakt.  Das neue Qualitätssiegel der Deutschen Krebsgesellschaft wird an Einrichtungen vergeben, die bereits als Onkologische Zentren zertifiziert sind, die notwendigen Qualitätsanforderungen bei der Diagnose und Behandlung dieser Tumoren erfüllen und die entsprechende Expertise mitbringen.
Anzeige:
5 Einrichtungen zertifiziert

Insgesamt 5 Einrichtungen erhielten im März ihre Zertifizierungsurkunde als Sarkomzentren, weitere spezialisierte Zentren bereiten sich auf die Qualitätsprüfung im Rahmen der Zertifizierung vor. „Wir freuen uns sehr, dass damit erstmals Erwachsenen mit einer seltenen Tumorart eine qualitätsgesicherte Versorgung angeboten werden kann“, erklärt Prof. Dr. Peter Hohenberger, Sarkomexperte am Universitätsklinikum Mannheim und einer der beiden Vorsitzenden der Zertifizierungskommission der Sarkomzentren.

Herausforderung in der Diagnostik

Sarkome entstehen im Bindegewebe, also in Muskeln, Knorpel, Bänder, Knochen und können im gesamten Körper zum Beispiel im Magen oder Darm auftreten. Sie machen etwa ein Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen im Erwachsenenalter aus. Obwohl es sich um seltene Tumoren handelt, sind mehr als 70 histologische Subtypen bekannt. „Die große Variabilität der Sarkome, der variable klinische Verlauf der Erkrankung sowie die Schwierigkeit einer adäquaten histopathologischen Diagnose machen sie zu einer Herausforderung in der Krebsversorgung“, sagt Hohenberger. Denn ohne ausreichend gesicherten histologischen Befund fehle die Grundlage für die Auswahl der geeigneten Therapie. Außerdem sei es wichtig, bei der Therapie auf den Einsatz geeigneter Operationsverfahren und die Einhaltung empfohlener multimodaler Therapien zu achten. Daher ist die spezialisierte Expertise und Erfahrung der behandelnden Teams für Sarkompatienten von besonderer Bedeutung. „Die Qualitätskriterien, die im Rahmen der DKG-Zertifizierung festgelegt wurden, bieten eine gute Basis für eine bessere Versorgung dieser Patienten.“ Das Zertifizierungsverfahren der Deutschen Krebsgesellschaft wurde parallel zur Entwicklung der ersten nationalen Versorgungsleitlinie für Weichgewebesarkome des Erwachsenen ins Leben gerufen, und rundet damit deren Qualitätsinitiative für diese seltenen Tumoren ab.  

Früherkennung in den Sarkomzentren 

„Weil die Erkrankung selten und oftmals schwierig zu diagnostizieren ist, haben die Betroffenen häufig eine Odyssee von Arztbesuchen hinter sich, die dazu führt, dass der Tumor primär von Ärzten behandelt wird, die kaum Erfahrung im Umgang damit haben. Das führt zu Verzögerungen, aber auch zur Beeinträchtigung der adäquaten Behandlung“, bestätigt auch Markus Wartenberg, Sprecher des Vereins „Das Lebenshaus e.V.“,  einer gemeinnützigen Organisation für Patienten mit seltenen soliden Tumoren. „Wir hoffen sehr, dass sich das mit den zertifizierten Sarkomzentren ändert und dass die behandelnden Ärzte frühzeitig an ein solches Zentrum überweisen – damit die Erkrankung früher korrekt diagnostiziert und fachgerecht behandelt wird.“

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft


Das könnte Sie auch interessieren

Fortschritte durch hoch spezialisierte Medikamente

Analysenroboter, Hochleistungs-Computer, modernste Labore, Kreativität und enorme Forschungsgelder - es müssen viele Faktoren zusammenkommen, damit ein neues Medikament auf den Markt kommen kann. Die Suche nach neuen Wirkstoffen setzt bei der Krankheit an: Gibt es bestimmte Botenstoffe, Enzyme oder Hormone, die zum Beispiel bei einem bestimmten Tumor das Krebswachstum antreiben? Oder spielen bestimmte Strukturen auf der Zelloberfläche eine Rolle, sogenannte Rezeptoren,...

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst

70 Prozent der Deutschen fürchten Tumor, Engagement für Gesundheit wächst
© pressmaster / Fotolia.com

Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor Krebs. Bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und Frauen ist die Angst besonders groß. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Das Engagement für die eigene Gesundheit wächst. Immer mehr Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit.

Vom Telemedizin-Netzwerk bis zur Ersthelfer-App: Medizintrends mit Zukunft

Die Deutschen werden immer älter. Chronische Leiden wie Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen künftig das Gesundheitssystem auf die Probe. Medizinforscher und Gesundheitsexperten aller Branchen arbeiten längst unter Hochdruck an neuen Lösungen für die Gesundheitsversorgung von morgen. In die Karten spielen ihnen dabei die Digitalisierung und der Trend zur Vernetzung im Gesundheitswesen. Das zeigt auch der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Versorgung: Spezialisierte Zentren für die Sarkom-Behandlung zertifiziert "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischer Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich