Donnerstag, 18. April 2019
Navigation öffnen

Medizin

26. März 2019 Versorgung: Spezialisierte Zentren für die Sarkom-Behandlung zertifiziert

Ein neues Zertifizierungsmodul der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) soll künftig die Qualität der Versorgung von Patienten mit einem Sarkom verbessern. Zu dieser seltenen Krebsart zählen Tumoren der Weichgewebe, des Knochens sowie Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) im Magen-Darmtrakt.  Das neue Qualitätssiegel der Deutschen Krebsgesellschaft wird an Einrichtungen vergeben, die bereits als Onkologische Zentren zertifiziert sind, die notwendigen Qualitätsanforderungen bei der Diagnose und Behandlung dieser Tumoren erfüllen und die entsprechende Expertise mitbringen.
5 Einrichtungen zertifiziert

Insgesamt 5 Einrichtungen erhielten im März ihre Zertifizierungsurkunde als Sarkomzentren, weitere spezialisierte Zentren bereiten sich auf die Qualitätsprüfung im Rahmen der Zertifizierung vor. „Wir freuen uns sehr, dass damit erstmals Erwachsenen mit einer seltenen Tumorart eine qualitätsgesicherte Versorgung angeboten werden kann“, erklärt Prof. Dr. Peter Hohenberger, Sarkomexperte am Universitätsklinikum Mannheim und einer der beiden Vorsitzenden der Zertifizierungskommission der Sarkomzentren.

Herausforderung in der Diagnostik

Sarkome entstehen im Bindegewebe, also in Muskeln, Knorpel, Bänder, Knochen und können im gesamten Körper zum Beispiel im Magen oder Darm auftreten. Sie machen etwa ein Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen im Erwachsenenalter aus. Obwohl es sich um seltene Tumoren handelt, sind mehr als 70 histologische Subtypen bekannt. „Die große Variabilität der Sarkome, der variable klinische Verlauf der Erkrankung sowie die Schwierigkeit einer adäquaten histopathologischen Diagnose machen sie zu einer Herausforderung in der Krebsversorgung“, sagt Hohenberger. Denn ohne ausreichend gesicherten histologischen Befund fehle die Grundlage für die Auswahl der geeigneten Therapie. Außerdem sei es wichtig, bei der Therapie auf den Einsatz geeigneter Operationsverfahren und die Einhaltung empfohlener multimodaler Therapien zu achten. Daher ist die spezialisierte Expertise und Erfahrung der behandelnden Teams für Sarkompatienten von besonderer Bedeutung. „Die Qualitätskriterien, die im Rahmen der DKG-Zertifizierung festgelegt wurden, bieten eine gute Basis für eine bessere Versorgung dieser Patienten.“ Das Zertifizierungsverfahren der Deutschen Krebsgesellschaft wurde parallel zur Entwicklung der ersten nationalen Versorgungsleitlinie für Weichgewebesarkome des Erwachsenen ins Leben gerufen, und rundet damit deren Qualitätsinitiative für diese seltenen Tumoren ab.  

Früherkennung in den Sarkomzentren 

„Weil die Erkrankung selten und oftmals schwierig zu diagnostizieren ist, haben die Betroffenen häufig eine Odyssee von Arztbesuchen hinter sich, die dazu führt, dass der Tumor primär von Ärzten behandelt wird, die kaum Erfahrung im Umgang damit haben. Das führt zu Verzögerungen, aber auch zur Beeinträchtigung der adäquaten Behandlung“, bestätigt auch Markus Wartenberg, Sprecher des Vereins „Das Lebenshaus e.V.“,  einer gemeinnützigen Organisation für Patienten mit seltenen soliden Tumoren. „Wir hoffen sehr, dass sich das mit den zertifizierten Sarkomzentren ändert und dass die behandelnden Ärzte frühzeitig an ein solches Zentrum überweisen – damit die Erkrankung früher korrekt diagnostiziert und fachgerecht behandelt wird.“

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Bewegungstherapie bei Krebs

Bewegungstherapie bei Krebs
© Fotolia / Kzenon

Körperliche Aktivität kann helfen, das Risiko an Krebs zu erkranken, zu minimieren. Ein regelmäßiges Bewegungstraining trägt aber auch dazu bei, die Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung sowie der Therapie besser zu überstehen. Neue Studien zeigen, wie bedeutsam regelmäßige Bewegung für das körperliche und seelische Wohlbefinden, nicht nur von Krebspatienten, ist. Was passiert jedoch in unserem Körper, wenn wir Sport treiben, und warum...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Versorgung: Spezialisierte Zentren für die Sarkom-Behandlung zertifiziert "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.