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Medizin

26. März 2019 Versorgung: Spezialisierte Zentren für die Sarkom-Behandlung zertifiziert

Ein neues Zertifizierungsmodul der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) soll künftig die Qualität der Versorgung von Patienten mit einem Sarkom verbessern. Zu dieser seltenen Krebsart zählen Tumoren der Weichgewebe, des Knochens sowie Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) im Magen-Darmtrakt.  Das neue Qualitätssiegel der Deutschen Krebsgesellschaft wird an Einrichtungen vergeben, die bereits als Onkologische Zentren zertifiziert sind, die notwendigen Qualitätsanforderungen bei der Diagnose und Behandlung dieser Tumoren erfüllen und die entsprechende Expertise mitbringen.
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Fachinformation
5 Einrichtungen zertifiziert

Insgesamt 5 Einrichtungen erhielten im März ihre Zertifizierungsurkunde als Sarkomzentren, weitere spezialisierte Zentren bereiten sich auf die Qualitätsprüfung im Rahmen der Zertifizierung vor. „Wir freuen uns sehr, dass damit erstmals Erwachsenen mit einer seltenen Tumorart eine qualitätsgesicherte Versorgung angeboten werden kann“, erklärt Prof. Dr. Peter Hohenberger, Sarkomexperte am Universitätsklinikum Mannheim und einer der beiden Vorsitzenden der Zertifizierungskommission der Sarkomzentren.

Herausforderung in der Diagnostik

Sarkome entstehen im Bindegewebe, also in Muskeln, Knorpel, Bänder, Knochen und können im gesamten Körper zum Beispiel im Magen oder Darm auftreten. Sie machen etwa ein Prozent aller bösartigen Tumorerkrankungen im Erwachsenenalter aus. Obwohl es sich um seltene Tumoren handelt, sind mehr als 70 histologische Subtypen bekannt. „Die große Variabilität der Sarkome, der variable klinische Verlauf der Erkrankung sowie die Schwierigkeit einer adäquaten histopathologischen Diagnose machen sie zu einer Herausforderung in der Krebsversorgung“, sagt Hohenberger. Denn ohne ausreichend gesicherten histologischen Befund fehle die Grundlage für die Auswahl der geeigneten Therapie. Außerdem sei es wichtig, bei der Therapie auf den Einsatz geeigneter Operationsverfahren und die Einhaltung empfohlener multimodaler Therapien zu achten. Daher ist die spezialisierte Expertise und Erfahrung der behandelnden Teams für Sarkompatienten von besonderer Bedeutung. „Die Qualitätskriterien, die im Rahmen der DKG-Zertifizierung festgelegt wurden, bieten eine gute Basis für eine bessere Versorgung dieser Patienten.“ Das Zertifizierungsverfahren der Deutschen Krebsgesellschaft wurde parallel zur Entwicklung der ersten nationalen Versorgungsleitlinie für Weichgewebesarkome des Erwachsenen ins Leben gerufen, und rundet damit deren Qualitätsinitiative für diese seltenen Tumoren ab.  

Früherkennung in den Sarkomzentren 

„Weil die Erkrankung selten und oftmals schwierig zu diagnostizieren ist, haben die Betroffenen häufig eine Odyssee von Arztbesuchen hinter sich, die dazu führt, dass der Tumor primär von Ärzten behandelt wird, die kaum Erfahrung im Umgang damit haben. Das führt zu Verzögerungen, aber auch zur Beeinträchtigung der adäquaten Behandlung“, bestätigt auch Markus Wartenberg, Sprecher des Vereins „Das Lebenshaus e.V.“,  einer gemeinnützigen Organisation für Patienten mit seltenen soliden Tumoren. „Wir hoffen sehr, dass sich das mit den zertifizierten Sarkomzentren ändert und dass die behandelnden Ärzte frühzeitig an ein solches Zentrum überweisen – damit die Erkrankung früher korrekt diagnostiziert und fachgerecht behandelt wird.“

Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft


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