Dienstag, 18. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

13. April 2018 Urothelkarzinom: Überlebensvorteil durch Pembrolizumab gegenüber Chemotherapie

Beim ASCO-GUA (American Society of Clinical Oncology Genitourinary Cancers) wurden die 2-Jahres-Follow-up-Daten zur zulassungsrelevanten Phase-III-Studie KEYNOTE-045* bekannt gegeben. Diese zeigten bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem Urothelkarzinom, die während oder nach einer Platin-basierten Therapie progredient waren, ein Überleben von 27% unter Pembrolizumab** (KEYTRUDA®). Im Vergleich dazu waren unter einer prüferbestimmten Chemotherapie (Paclitaxel, Docetaxel, Vinflunin) nach 2 Jahren nur rund 14% der Patienten am Leben. Pembrolizumab ist damit der erste und einzige PD-1-Inhibitor, der in einer Phase-III-Studie einen Überlebensvorteil verglichen mit einer Chemotherapie aufzeigte, der jetzt auch über 2 Jahre nachgewiesen werden konnte (1).
Anzeige:
Im medianen Follow-up der KEYNOTE-045-Studie von 27,7 Monaten zeigte sich ein medianes Gesamtüberleben (Overall Survival, OS) von 10,3 Monaten unter Pembrolizumab versus 7,3 Monate unter einer vom Prüfer bestimmten Chemotherapie (Paclitaxel, Docetaxel, Vinflunin). Das Risiko zu versterben konnte im Pembrolizumab- verglichen mit dem Chemotherapie-Arm um 30% signifikant reduziert werden (HR: 0,70 (95%-KI: 0,57-0,85), p=0,00017) (1).

Der OS-Vorteil unter Pembrolizumab zeigte sich dabei unabhängig vom Level der PD‑L1#-Expression (CPS## ≥10 und <10) sowie von den Patientencharakterisika### (1).
 
Für das progressionsfreie Überleben (Progression-Free Survival, PFS) konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Behandlungsarmen ermittelt werden (2,1 Monate unter Pembrolizumab versus 3,3 Monate unter einer Chemotherapie; HR: 0,96, p=0,32). Die Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR) war unter Pembrolizumab höher als unter einer Chemotherapie (21,1% vs. 11,0%). Die mediane Ansprechdauer war unter Pembrolizumab länger als unter Chemotherapie (nicht erreicht vs. 4,4 Monate). Im Pembrolizumab- bzw. Chemotherapie-Arm zeigte sich bei 68% bzw. 35% der Patienten, die angesprochen haben, eine Dauer des Ansprechens$ von mindestens 12 Monaten (gemäß Kaplan-Meier-Schätzungen). Auch in puncto Sicherheit wies die Behandlung mit Pembrolizumab deutlich weniger Nebenwirkungen im Vergleich zur Chemotherapie auf (Nebenwirkungen jeglicher Schweregrade bzw. der Schweregrade ≥3: 62,0% bzw. 16,5% unter Pembrolizumab vs. 90,6% bzw. 50,2% unter Chemotherapie) (1).
 
* Die KEYNOTE-045 schloss 542 Patienten in zwei Gruppen ein. Die Patienten erhielten randomisiert (1:1) entweder  KEYTRUDA 200 mg alle 3 Wochen (n = 270) oder intravenös alle 3 Wochen eine der folgenden Therapien nach Maßgabe des Prüfarztes (n = 272): Paclitaxel 175 mg/m2 (n = 84), Docetaxel 75 mg/m2 (n = 84), oder Vinflunin 320 mg/m2 (n = 87). Die co-primären Endpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und das progressionsfreie Überleben (PFS). Die Beurteilung des PFS erfolgte durch eine verblindete, unabhängige zentrale Befundung (BICR) gemäß den Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST 1.1) (1).
** Pembrolizumab ist als Monotherapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden Urothelkarzinoms in zwei Indikationen zugelassen: Zur Erstlinientherapie bei Cisplatin-ungeeigneten Patienten und zur Behandlung von Patienten nach Versagen einer Platin-basierten Therapie (2).
#       PD-L1= Ligand des Programmed Cell Death Protein 1.
##       CPS = Combined Positive Score. Anzahl PD-L1–positive Zellen (Tumorzellen, Lymphozyten und Makrophagen) geteilt durch die Gesamtzahl an Tumorzellen x 100.
###     Patientencharakteristika wie dem Alter der Patienten, dem ECOG(Eastern Cooperative Oncology Group)-Performance-Status, der Vortherapie, dem Vorliegen von Lebermetastasen, dem Baseline-Hämoglobin, der Zeit nach der letzten Chemotherapie, der Tumorhistologie, der Risikofaktor-Gruppe und der Art der vom Prüfer bestimmten Chemotherapie.
$      Dauer des Ansprechens basierend auf Kaplan-Meier-Schätzungen.

Quelle: MSD

Literatur:

(1) Bellmunt J et al. Two-Year Follow-Up From the Phase 3 KEYNOTE-045 Trial of Pembrolizumab Versus Investigator’s Choice (Paclitaxel, Docetaxel, or Vinflunine) in Recurrent, Advanced Urothelial Cancer, ASCO-GU 2018, San Francisco, California, USA, (Abstract #410 und Poster presentation), Journal of Clinical Oncology 36, no. 6_suppl. DOI: 10.1200/JCO.2018.36.6_suppl.410.
(2) Fachinformation KEYTRUDA®, Stand Dezember 2017.


Das könnte Sie auch interessieren

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet

Krebstherapie-Nebenwirkungen wirksam bekämpfen, Patienten unterstützen – Bundesweit gültige Leitlinie verabschiedet
© vitanovski / Fotolia.com

Etwa eine halbe Millionen Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs. Für viele ist die Behandlung mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden, die die Lebensqualität der Patienten deutlich beeinträchtigen. Doch längst gibt es wirksame Therapien, um Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen besser in den Griff zu bekommen. Die so genannten unterstützenden oder Supportiven Therapien haben in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung genommen.

Startschuss für den Regensburger Leukämielauf 2017: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer übernimmt Schirmherrschaft und die Kapelle Josef Menzl beginnt Training

Startschuss für den Regensburger Leukämielauf 2017: Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer übernimmt Schirmherrschaft und die Kapelle Josef Menzl beginnt Training
© ivanko80 / Fotolia.com

Vor der Kulisse des Alten Rathauses wurde gestern (26.06.) Bürgermeisterin Gertrud Maltz- Schwarzfischer das erste Laufshirt des Regensburger Leukämielaufes 2017 von Professor Dr. Reinhard Andreesen, Vorsitzender der Leukämiehilfe Ostbayern e.V., überreicht. Mit der Übergabe des Laufshirts an das Stadtoberhaupt startet traditionell der Countdown zum größten Benefizlauf in Ostbayern, der in diesem Jahr am 15. Oktober stattfindet.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Urothelkarzinom: Überlebensvorteil durch Pembrolizumab gegenüber Chemotherapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischer Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich