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Medizin

19. März 2020 TNBC: Weitere Pluspunkte der Immunonkologie

Die Evidenz einer Therapie mit Checkpoint-Inhibitoren beim triple-negativen Mammakarzinom (TNBC) wächst, nachdem dieser Wirkmechanismus beim Mammkarzinom bislang doch noch nicht so recht angekommen ist, konstatierte Prof. Dr. med. Peter Fasching, Erlangen, auf einem von MSD unterstützten Symposium während des Deutschen Krebskongresses 2020 in Berlin. So sind etwa beim TNBC Studien zum Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren sowohl in der First-Line wie nun auch in der Neoadjuvanz vielversprechend. Hier setzte insbesondere die Keynote-522 neue Maßstäbe.
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Laut neueren Forschungen, so der gynäkologische Onkologe, hat das TNBC – innerhalb der verschiedenen Subtypen des MaCa – die meisten Interaktionen mit den Immunzellen des Mikro-Environments (1). Dies bestätigte unter anderem die Impassion130 Studie beim metastasierten oder inoperablen TNBC (mTNBC) in der First-Line. Dabei konnte ein Checkpoint-Inhibitor + nab-Paclitaxel einen signifikanten PFS-Benefit gegen die Chemotherapie alleine erzielen – allerdings nur sofern die Immunzellen PD-L1-positiv waren (2).
Der PD-1-Inhibitor Prembolizumab (Keytruda®), führt Fasching weiter aus, konnte in der Keynote-119 beim metastasierten TNBC mit 1 oder 2 Vorbehandlungen als Monogabe gegen eine Chemotherapie (Cabecitabin, Eribulin, Gemcitabin, Vinorelbin) bereits bei einem hohen PD-L1-Score (CPS≥10, CPS≥20) einen tendenziellen Vorteil – allerdings ohne Signifikanz – erreichen (3).

Pembrolizumab in Neoadjuvanz signifikant überlegen

Für „großes Aufsehen“, formuliert Fasching, sorgte die neoadjuvante Studie Keynote-522. Hier wurden beim frühen, noch nicht metastasierten TNBC in der Neoadjuvanz in ersten Arm Carboplatin und Paclitaxel verabreicht (n=201), im zweiten Arm erhielten die Patientinnen das gleiche Regime + Prembolizumab (n=401).
Der primäre Endpunkt einer pathologischen Komplettremission (pCR) wurde im Pembrolizumab-Kollektiv von 64,8% erreicht, unter Chemotherapie alleine von 51,2% (p = 0,00055). Die pathologische Komplettremission war definiert als ypT0/Tis ypN0 (d.h. es liegen keine invasiven Resttumoren in Brust und Lymphknoten vor) (4).

Effektivitätsanstieg korrelativ zur Zunahme der PD-L1-Expression

In einer frühen Interimsanalyse, lag das ereignisfreie Überleben (EFS) im Pembrolizumab/Chemotherapie-Arm bei 91,3% gegenüber 85,3% in der Chemotherapie-Gruppe. Das Delta war zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht „formell statistisch signifikant“.
In einer Subgruppen-Analyse nach Maßgabe der Quantität der PD-L1-Expression war ein geringeres Ansprechen (pCR) bei einem CPS < 1, und zwar für beide Kollektive. „Auch die reine Chemotherapie war hier weniger wirksam.“ Der Anstieg der Effektivität beider Behandlungsoptionen stieg korrelativ mit der Zunahme der PD-L1-Expression an. Die Zahlen für CPS ≥ 1 lauten 68,9% vs 54,9% pCR. Bei einem CPS≥10 waren es 77,9% zu 59,8%, und schließlich bei CPS ≥ 20 erzielten 81,7% gegenüber 62,5% eine pCR, jeweils zugunsten der Pembrolizumab-Kohorte (5). Die Nebenwirkungen stimmten mit denen früherer Studien überein.

Reimund Freye

Quelle: Symposium: Was gibt es Neues bei Mammakarzinom und gynäkologischen Tumoren, 20.02.2020, DKK 2020, Berlin; Veranstalter: MSD

Literatur:

(1) Denkert C et al., Lancet Oncol 2018; 19(1): 40-50.
(2) Emens LA et al., SABCS 2018; #GS1-04.
(3) CortesJ et al., ESMO 2019; #LBA21.
(4) Schmid P et al., ESMO 2019; #LBA8_PR.
(5) Schmid P et al., SABCS 2019; #GS3-03.


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