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Medizin

15. November 2018 Therapie des mRCC: neue Perspektiven

Weil beim Nierenzellkarzinom (RCC) anfangs kaum Symptome auftreten, wird es bei bis zu 30% der Betroffenen erst im metastasierten Zustand (mRCC) diagnostiziert und gehört dann zu den behandlungsresistenten Krebserkrankungen. Neue Therapiestrategien haben die individuellen Risikofaktoren der Patienten im Blick.
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Chirurgische Behandlung und Chemotherapien zeigen bei Patienten mit mRCC nur geringe bis keine Wirkung auf die Überlebenszeit. In einem Symposium anlässlich des ESMO 2018 wurden gezielte Therapiemöglichkeiten bei Patienten mit bestimmten Risikofaktoren diskutiert. Als prognostisch relevant haben sich in Studien die allgemeine Konstitution, der Zeitraum zwischen Diagnose und Beginn der Therapie, die Anzahl der Metastasen, hohe Quecksilber-Spiegel, die Anzahl der Thrombozyten, der Neutrophilen Granulozyten und der Leukozyten insgesamt, die Aktivität von Alkalischer Phosphatase und Laktatdehydrogenase und in besonderem Maße die individuelle Anzahl der Risikofaktoren erwiesen.

In Studien führte die Therapie mit Sunitinib zu längeren Überlebenszeiten (PFS und OS), wenn die Patienten nur einen Risikofaktor hatten. Patienten, die unter einem Jahr nach Diagnose in die Studie aufgenommen worden waren, hatten die beste Prognose. Die Bewertung des Stellenwerts der einzelnen Faktoren ist besonders bei Patienten mit mittlerem Risiko schwierig, sie bilden eine heterogene Gruppe.

In einer retrospektiven Analyse der Daten von 6 Phase-II- und Phase-III-Studien, an denen mRCC-Patienten mit mittlerem Risiko, die Sunitinib erhalten hatten, teilnahmen, wurde die Heterogenität der Patienten näher untersucht: Etwa die Hälfte der Patienten (n=548; 51%) der gepoolten Studienpopulation waren gemäß der Kriterien Memorial Sloan-Kettering Cancer Center (MSKCC-Score) Patienten mit mittlerem Risiko. Die andere Hälfte (n=517; 49%) wurde mittels der Kriterien der International Metastatic Renal Cell Carcinoma Database (IMDC) der mittleren Risikogruppe zugeordnet. In beiden Gruppen zeigte sich, dass Patienten mit nur einem Risikofaktor länger ohne Progression blieben und insgesamt länger überlebten als Patienten mit 2 Risikofaktoren (1).

Tyrosinkinase-Inhibitoren haben die Perspektiven von mRCC-Patienten verbessert

Prof. Dr. Manuela Schlesinger von der Medizinischen Universitätsklinik in Wien zeigte die Perspektiven in der Therapie des mRCC auf: Demnach werden neue Behandlungsstrategien entwickelt, die die Immunantwort so beeinflussen, dass der Tumor für Therapien zugänglich wird, die von Tumorzellen blockiert werden. Kombinationen von Immuncheckpoint-Inhibitoren ohne oder mit Tyrosinkinase-Inhibitoren könnten sich dabei als hocheffektiv erweisen.

Dr. rer. nat. Maren Mundt

Quelle: Symposium „Navigating in new waters in mRCC", ESMO, 19.10.2018, München; Veranstalter: Pfizer

Literatur:

(1) Iacovelli R et al. Clin Genitourin Cancer 2018;16(5):355-359.


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