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20. Dezember 2018

TELESTO: Nutzen von Deferasirox bei MDS-Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung bestätigt

Auf der ASH-Jahrestagung präsentierte Ergebnisse der Phase-II-Studie TELESTO stützen den leitiniengerechten Einsatz des Eisenchelators Deferasirox (Exjade®) bei myelodysplastischen Syndromen (MDS) mit transfusionsbedingter Eisenüberladung (1,2). Erstmals zeigte eine prospektive, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie, dass MDS-Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung von einer Eisenchelation mit Deferasirox profitieren können (1). Eine frühzeitige Therapie mit Deferasirox vs. Placebo verlängerte das ereignisfreie Überleben (EFS) um ein Jahr und wirkte positiv auf Gesamtüberleben (OS) und Serum-Ferritinspiegel bei gleichzeitig guter Verträglichkeit (1).
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Myelodysplastische Syndrome (MDS) zählen zu den Erkrankungen, bei denen oft wiederholte Bluttransfusionen indiziert sind (2-4). Bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS mit einer Lebenserwartung von mehr als 2 Jahren, die mind. 20 Erythrozyten-Konzentrate erhalten bzw. eine Serum-Ferritinkonzentration von mehr als 1.000 ng/ml aufweisen, kann laut aktueller Onkopedia-Leitlinie zu MDS im Rahmen einer supportiven Therapie die Gabe von Eisenchelatoren wie Deferasirox erwogen werden (2).

Eine Reihe von Daten aus retrospektiven Analysen oder nicht-interventionellen Studien weist übereinstimmend darauf hin, dass sich die chronische Eisenbelastung reduzieren und die Lebenszeit der Patienten dadurch verlängern lassen (2,4-12). Anlässlich der 60. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) in San Diego (Kalifornien, USA) wurden nun erstmals auch Ergebnisse einer prospektiven, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie präsentiert, die den Nutzen einer adäquaten Eisenchelation mit Deferasirox bei Niedrigrisiko-MDS-Patienten mit chronischer Eisenüberladung bestätigen (1).

TELESTO: mit Deferasirox signifikant verlängertes EFS

In der Phase-II-Studie TELESTO wurden 225 Patienten mit Niedrigrisiko-MDS (IPSS (International Prognostic Scoring System) low risk-MDS 27,5% und int-1 risk-MDS 72,4%) im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhielten entweder Deferasirox (10-40 mg/kg KG/Tag; n=149) oder Placebo (n=74). Die Beobachtungsdauer betrug 3 Jahre nach Einschluss des letzten Patienten. Primärer Endpunkt war die Zeit ab Randomisierung bis zu einem nicht-tödlichen Ereignis (kardial, hepatisch, Transformation zu AML) oder Tod (1).

Die Therapie mit Deferasirox führte im Vergleich zu Placebo zu einer Verlängerung des medianen EFS um rund ein Jahr von 3,0 auf 4,0 Jahre, entsprechend einer Risikoreduktion von 36,5% (HR=0,636; 95%-KI: 0,42-0,96; p=0,015). Nach 2 Jahren traten im Placebo-Arm mehr Ereignisse auf (Abb. 1). Dabei korrelierten die Serum-Ferritinspiegel mit dem längeren EFS: Im Deferasirox-Arm sanken die medianen Ferritinkonzentrationen tendenziell ab, während es unter Placebo zu einer Zunahme kam. Zudem zeigte sich ein positiver Einfluss auf das OS (1).
 
Abb. 1: Signifikant längeres EFS unter Deferasirox (4,0 Jahre) vs. Placebo (3,0 Jahre) in der TELESTO-Studie (1).
Abb. 1: Signifikant längeres EFS unter Deferasirox (4,0 Jahre) vs. Placebo (3,0 Jahre) in der TELESTO-Studie (1).


Die mediane Behandlungsdauer war mit Deferasirox länger als mit Placebo (587,5 vs. 370,5 Tage). Deferasirox wurde gut vertragen und zeigte ein mit früheren Studien konsistentes Sicherheitsprofil. Die am häufigsten beobachteten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (≥ 5% in jedem Arm) waren Anämie, Fieber, Thrombozytopenie und Lungeninfektion. Nach Adjustierung hinsichtlich Expositionsdauer waren die Raten für sämtliche schwerwiegenden Nebenwirkungen pro 100 Patientenjahre insgesamt vergleichbar (1).
Quelle: Novartis
Literatur:
(1) Angelucci E, Li J, Greenberg PL et al. Safety and efficacy, including event-free survival, of deferasirox versus placebo in iron-overloaded patients with Low- and Int-1-Risk myelodysplastic syndromes (MDS): outcomes from the randomized, double-blind Telesto study. ASH 2018; Abstract 234.
(2) Hofmann WK, Platzbecker U, Götze K et al. DGHO Leitlinie Myelodysplastische Syndrome (MDS). Online verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/myelodysplastische-syndrome-mds/@@view/html/index.html Stand: Juni 2018. Letzter Zugriff am 10. Dezember 2018.
(3) Siegmund-Schultze N. Transfusionsbedingte Eisenüberladung: Chelatgabe senkt Mortalität. Dtsch Arztebl 2012;109(27-28):A-1447.
(4) Gattermann N. Iron overload in myelodysplastic syndromes (MDS) Int J Hematol 2018;107:55-63.
(5) Fachinformationen Exjade® (Deferasirox) Filmtabletten und Tabletten zur Herstellung einen Supension zum Einnehmen.
(6) Shammo JM, Komrokji RS. Clinical consequences of iron overload in patients with myelodysplastic syndromes: the case for iron chelation therapy. Expert Rev Hematol 2018;11(7):577-586.
(7) Lyons R, Marek CJ, Paley C et al. Relationship between chelation and clinical outcomes in lower-risk patients with myelodysplastic syndrome (MDS): Registry analysis at 5 Years. Leuk Res 2017;56:88-95.
(8) Delforge M, Selleslag D, Beguin Y et al. Adequate iron chelation therapy for at least six months improves survival in transfusion-dependent patients with lower risk myelodysplastic syndromes. Leuk Res 2014;38:557-563.
(9) Leitch HA, Leger CS, Goodman TA et al. Improved survival in patients with myelodysplastic syndrome receiving iron chelation therapy.Clin Leukemia 2008; 2:205-211.
(10) Neukirchen J, Fox F, Kündgen A et al. Improved survival in MDS patients receiving iron chelation therapy – A matched pair analysis of 188 patients from the Düsseldorf MDS registry. Leuk Res 2012;36:1067-1070.
(11) Remacha AF, Arrizabalaga B, Villegas A et al. Evolution of iron overload in patients with low-risk myelodysplastic syndrome: iron chelation therapy and organ complications. Ann Hematol 2015;94:779-787.
(12) Rose C, Brechignac S, Vassilief D et al. Does iron chelation therapy improve survival in regularly transfused lower risk MDS patients? A multicenter study by the GFM. Leuk Res 2010;34:864-870.
 
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