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Medizin

26. Juni 2019 Strahlenresistenz: Forschungsprojekt zum dualen Targeting

Ein neues interdisziplinäres Forschungsprojekt untersucht am Tumormodell Mammakarzinom Möglichkeiten, die Strahlenresistenz zu überwinden. Dafür sollen die Naturstoffe Betulin und Betulinsäure, die aus Birken- beziehungsweise Platanenrinde gewonnen werden, chemisch so verändert werden, dass sie mit einem dualen Targeting Krebszellen gezielt abtöten können und Nebenwirkungen minimiert werden.
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Fachinformation
Tumormodell Mammakarzinom

Als Tumormodell ist das Mammakarzinom ausgewählt worden. „Diese Tumorart ist trotz multimodaler Therapiekonzepte nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen. Das Mikromilieu dieser soliden Tumoren ist meist durch Übersäuerung und Sauerstoffmangel gekennzeichnet. Beide Faktoren können dazu führen, dass die Strahlentherapie nicht anschlägt“, sagt Dr. Matthias Bache, Halle.

Carboanhydrase IX verschlechtert Prognose

Die Carboanhydrase IX (CA IX) sei das Problem und in Mammakarzinomen häufig stark nachweisbar. „Patientinnen mit hohem CA-IX-Level weisen in der Regel eine schlechte Prognose auf, das heißt die Behandlung ist schwierig. Um den Behandlungserfolg zu verbessern, sind daher neue Methoden notwendig, die spezifisch den Tumor attackieren“, sagt Dr. Dirk Vordermark, Halle. Für die Tumortherapie scheint die Stoffgruppe der Betulin-Derivate von Bedeutung zu sein. Beispielsweise konnte nachgewiesen werden, dass Betulinsäure unter Sauerstoffmangel eine hohe Zytotoxizität aufweist und strahlensensibilisierend wirkt. Nun soll untersucht werden, ob neusynthetisierte Betulin-Derivate die Strahlenresistenz von humanen Tumoren brechen.

Betulin-Derivate sollen Carboanhydrase hemmen

„Wir haben den Mechanismus aufgeklärt. Die Substanz dringt in die Tumorzelle ein, wandert zu den Mitochondrien, die Betulinsäure wird wegen des sauren Milieus des Tumors abgespalten und reaktiviert den zuvor von der Tumorzelle ausgeschalteten Zelltod-Mechanismus“, erklärt Dr. Reihard Paschke, Halle. Konkreter: Die Betulin-Derivate sollen mit Carboanhydrase-Blockern gekoppelt werden, um bifunktionelle Agenzien herzustellen. Damit soll die Carboanhydrase gehemmt und die Betulin-Komponente gezielt zum Wirkort in den Tumorzellen transportiert werden.
Der Wirkstoff Betulin beziehungsweise Betulinsäure selbst sei bereits länger für seine antibakterielle Wirkung bekannt, beispielsweise in Hautpflegeprodukten, so Paschke und Bache. Der Wirkstoff sei aber auch bereits in Medikamenten gegen Entzündungen, Malaria, Adipositas, HIV sowie gegen Melanome untersucht und eingesetzt worden oder in klinischer Testung, so die Wissenschaftler.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert dieses Vorhaben über 3 Jahre mit 645.000 Euro.

Quelle: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


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