Donnerstag, 23. Mai 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

16. November 2018 Steroid-resistente akute GVHD: Ergebnisse der Phase-I/II-Studie mit T-Guard veröffentlicht

Die abschließenden Ergebnisse der klinischen Phase-I/II-Studie mit T-Guard® für die Zweitlinienbehandlung von steroid-resistenter akuter Graft-versus-host-Reaktion (Graft-versus-host Disease, GVHD), die im Journal Biology of Blood and Marrow Transplantation veröffentlicht wurden (1), zeigten, dass die objektive Gesamtansprechrate (ORR) an Tag 28 60% betrug. 50% der Patienten erreichten eine komplette Remission (CR) und das Gesamtüberleben (OS) betrug 60% nach 6 Monaten.
Anzeige:
T-Guard besteht aus einer einzigartigen Kombination von Toxin-beladenen monoklonalen Antikörpern, die gegen CD3- und CD7-Rezeptoren von T-Zellen und natürlichen Killer-(NK-)zellen gerichtet sind. Präklinische und frühe klinische Tests haben gezeigt, dass T-Guard das Immunsystem von Patienten sicher und schnell wiederherstellen kann.

„Wirksame Therapien zur Behandlung von Patienten mit steroid-resistenter akuter Graft-versus-Host-Reaktion werden dringend benötigt, insbesondere Strategien, die die Dauer der Immunsuppression nach einer Remission reduzieren. Derzeit gibt es keine zugelassenen Therapien zur Behandlung einer akuten GVHD, sollte ein Patient steroid-resistent werden oder die Krankheit nach einer Steroidbehandlung fortschreiten. Die für T-Guard veröffentlichten Ergebnisse sind sowohl hinsichtlich der Wirksamkeit als auch der Sicherheit äußerst vielversprechend. Sollte dies in den bevorstehenden Phase-III-Studien bestätigt werden, bin ich der festen Überzeugung, dass T-Guard für Patienten mit dieser lebensbedrohlichen Erkrankung die Therapie revolutionieren kann,“ meint der Studienleiter Dr. Walter JFM van der Velden, Medizinisches Zentrum der Radboud Universität Nimwegen, Niederlande.

Insgesamt wurden 20 erwachsene Patienten in die Phase-I/II-Studie eingeschlossen, die zur Behandlung von myeloischer Leukämie oder maligner Lymphome eine allogene Stammzelltransplantation erhalten hatten und in der Folge eine steroid-resistente akute GVHD vom Schweregrad II-IV entwickelten. Für die Mehrzahl der Patienten wurde die akute GVHD als schwer eingestuft (17/20, 85%); alle hatten eine viszerale Beteiligung (gastrointestinal 18/20, 90%; Leber 5/20, 25%); und bei 80% (16/20) waren 2 oder mehr Organe beteiligt.

12 der 20 Patienten (60%) zeigten an Tag 28 eine ORR, der primäre Endpunkt der Studie, auf die Behandlung. 10 Patienten (50%) erreichten eine CR. Diese Zahl ist insbesondere angesichts des Schweregrads der Erkrankung in der Patientengruppe bemerkenswert. 12 der 20 Patienten (60%) waren 6 Monate nach der Behandlung am Leben, darunter 64% (7/11) der Patienten mit besonders hohem Risiko. Die Ergebnisse der Studie waren besser als die zuletzt von den teilnehmenden Prüfzentren erhobenen historischen Kontrollen einer ähnlichen Kohorte mit 42 Patienten, die kurz vor dem Start der T-Guard-Studie behandelt wurden. Die historische Kontrollgruppe wies an Tag 28 eine ORR von 52% und eine CR von 19% sowie eine OS nach 6 Monaten von 29% auf. Es ist besonders hervorzuheben, dass sich der zweifache Unterschied in der OS von T-Guard gegenüber der historischen Kontrollgruppe in der 2-jährigen Nachbeobachtungszeit als dauerhaft erwies.

In der Phase-I/II-Studie führte die einwöchige Behandlung zu einer umfangreichen in-vivo-T- und NK-Zelldepletion, gefolgt von einer schnellen Erholung des Immunsystems direkt nach der letzten T-Guard-Infusion. Die steigenden T- und NK-Zellzahlen und das diversifizierte T-Zell-Repertoire deuten auf eine Wiederherstellung des Gleichgewichts des Immunsystems hin.

T-Guard erwies sich in der Studie als allgemein gut verträglich. Es gab eine begrenzte Anzahl von Nebenwirkungen, wie Thrombozytopenie, Mikroangiopathie und Hypoalbuminämie, die möglicherweise mit der T-Guard-Behandlung in Zusammenhang standen. Die beobachteten Nebenwirkungen waren kontrollierbar und nach der Behandlung reversibel. Unerwartete schwerwiegende Nebenwirkungen oder schwerwiegende Zwischenfälle wurden in Zusammenhang mit der Behandlung mit T-Guard nicht beobachtet.

Für 2019 ist geplant, Phase-III-Zulassungsstudien in den USA und der EU einzuleiten.

Quelle: Xenikos

Literatur:

(1) Groth C, van Groningen LFJ, Matos TR et al.
Phase I/II trial of a combination of anti-CD3/CD7 immunotoxins for steroid-refractory acute graft-versus-host disease.
Biol Blood Marrow Transplant 2018;pii:S1083-8791(18)30691-8. [Epub ahead of print]
doi:10.1016/j.bbmt.2018.10.020.


Das könnte Sie auch interessieren

Selbsthilfe bei Lungenkrebs: Betroffene helfen Betroffenen

Krebspatienten fühlen sich oft überfordert – auch Patienten mit Lungenkrebs. Kaum ist die Diagnose gestellt, beginnen die ersten Therapien: Operationen oder viele Zyklen Chemotherapie fordern und verändern nicht nur den Körper, sondern auch das gesamte Leben mit einem Schlag. Die Psyche kommt so schnell kaum hinterher: Die meisten Betroffenen begreifen erst nach und nach, dass sich das Leben ab jetzt drastisch ändert und nie mehr so sein wird wie zuvor.

Biologie der Tumore besser verstehen, Fortschritte auch bei eher seltenen Krebserkrankungen

Fortschritte wurden in den vergangenen Jahren vor allem beim Brustkrebs, Darm- und Lungenkrebs und insbesondere bei den Lymphomen gemacht. Nun richtet sich das Augenmerk der Forscher verstärkt auf seltenere Tumore. Auch bei diesen mehren sich Berichte über Therapiefortschritte. Ein Paradebeispiel ist das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs. Das wurde bei dem diesjährigen weltgrößten Krebskongress in Chicago, dem ASCO, deutlich. "Wir stehen damit vor einer...

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Aktuelle Studien belegen: Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs profitieren von  guter Gesundheitsinformation und Aufklärung. Ängste und Sorgen nehmen ab, die Lebensqualität steigt. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert Betroffene und Angehörige seit 30 Jahren rund um das Thema Krebs. Bei 50 Prozent aller Anfragen zu Tumorlokalisationen steht das Thema Brustkrebs im Vordergrund.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Steroid-resistente akute GVHD: Ergebnisse der Phase-I/II-Studie mit T-Guard veröffentlicht"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.