Montag, 26. August 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

14. Mai 2019 Späte hepatische Nebenwirkungen nach antineoplastischer Therapie bei Krebs im Kindesalter

Aufgrund immer effektiverer Therapiemethoden gegen Krebs im Kindesalter haben sich die Überlebensraten in den letzten Jahren deutlich verbessert. Allerdings gehen diese Erfolge oft mit späten Therapie-bedingten Komplikationen einher. Dabei sind Leber-Komplikationen während und nach der Behandlung von Krebs im Kindesalter am häufigsten. Risikofaktoren für solche spät auftretenden Nebenwirkungen bei Kindern sind allerdings nach wie vor weitestgehend unbekannt. Um den Zusammenhang zwischen antineoplastischen Therapien und späten Leber-Nebenwirkungen besser verstehen zu können, wurden nun Daten verschiedener Studien ausgewertet.
Anzeige:
Fachinformation
Insgesamt wurden die Ergebnisse von 33 Studien mit 7.876 Teilnehmern, welche späte hepatische Nebenwirkungen nach antineoplastischen Therapien bei verschiedenen Formen von Krebs untersuchten, analysiert. Die Häufigkeit des Auftretens von Nebenwirkungen variierte dabei sehr stark, mit Ergebnissen zwischen 0% und 84,2%. Daraufhin grenzte man die Analyse weiter ein und untersuchte Studien, die zelluläre Lebererkrankungen durch das Überschreiten des normalen Alanin-Aminotransferase (ALT)-Levels definierten. In diesen 8 Studien lag die Häufigkeit nach einem medianen Follow-up von 3-23 Jahren zwischen 5,8% und 52,8%. Weitere 5 Studien definierten das Zweifache des normalen ALT-Levels als Nachweis von Nebenwirkungen und erhielten Prozentsätze zwischen 0,9% und 44,8%. Eine Studie untersuchte Erkrankungen der Gallenwege durch das Auftreten von Gamma-Glutamyltransferase (γGT) über dem normalen Level und erhielt Häufigkeiten zwischen 0,9% und 5,3%. 3 andere Studien untersuchten Störungen in der Gallenfunktion, welche sie anhand der Bilirubin-Level über dem normalen Level feststellten. Die Ergebnisse dieser Studien lagen zwischen 0% und 8,7%.

Insgesamt lag das Auftreten später hepatischer Komplikationen in einem Bereich zwischen 1% und 53%. Aus den Ergebnissen der Studien lässt sich außerdem entnehmen, dass eine Radiotherapie der Leber, ein hoher BMI, eine chronische virale Hepatitis, ein langes Follow-up und das Alter der Patienten das Risiko von Leber-Komplikationen steigern. Es werden weitere Studien benötigt, um diese Ergebnisse zu verifizieren und verschiedene relevante Therapie-Dosen, Zeit- und Risikofaktoren zu evaluieren.

Übers. v. Red.

Quelle: Mulder RL, „Hepatic late adverse effects after antineoplastic treatment for childhood cancer“ (15.04.2019), in „Cochrane Library“; https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD008205.pub3/full (Abgerufen: 29.04.2019).


Das könnte Sie auch interessieren

Rudern gegen Krebs

Rudern gegen Krebs
© Universitätsklinikum Ulm

Die dritte Benefiz-Regatta Rudern gegen Krebs auf der Donau unter der Schirmherrschaft des Ulmer Oberbürgermeisters Gunter Czisch startet am Sonntag, 26. Juni 2016. Initiator und Veranstalter ist die Stiftung Leben mit Krebs in bewährter Kooperation mit der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin am Universitätsklinikum Ulm und dem Ulmer Ruderclub Donau e. V.. Bereits am 21. April starten die Patientinnen und Patienten offiziell mit dem Vorbereitungstraining für die...

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

Am 1. Oktober 2016 ist Internationaler Morbus Gaucher-Tag. Für die Passanten in der Frankfurter Innenstadt und den angrenzenden Stadtteilen wird dies kein gewöhnlicher Einkaufssamstag werden. Denn an diesem Tag wollen Sanofi Genzyme und die Patientenorganisation Gaucher Gesellschaft Deutschland e. V. (GGD) das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die seltene Stoffwechselerkrankung Morbus Gaucher [sprich: go-schee] lenken – und zwar mit der Aktion „AugenBLICK für...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Späte hepatische Nebenwirkungen nach antineoplastischer Therapie bei Krebs im Kindesalter"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren