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Medizin

14. Mai 2019 Späte hepatische Nebenwirkungen nach antineoplastischer Therapie bei Krebs im Kindesalter

Aufgrund immer effektiverer Therapiemethoden gegen Krebs im Kindesalter haben sich die Überlebensraten in den letzten Jahren deutlich verbessert. Allerdings gehen diese Erfolge oft mit späten Therapie-bedingten Komplikationen einher. Dabei sind Leber-Komplikationen während und nach der Behandlung von Krebs im Kindesalter am häufigsten. Risikofaktoren für solche spät auftretenden Nebenwirkungen bei Kindern sind allerdings nach wie vor weitestgehend unbekannt. Um den Zusammenhang zwischen antineoplastischen Therapien und späten Leber-Nebenwirkungen besser verstehen zu können, wurden nun Daten verschiedener Studien ausgewertet.
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Insgesamt wurden die Ergebnisse von 33 Studien mit 7.876 Teilnehmern, welche späte hepatische Nebenwirkungen nach antineoplastischen Therapien bei verschiedenen Formen von Krebs untersuchten, analysiert. Die Häufigkeit des Auftretens von Nebenwirkungen variierte dabei sehr stark, mit Ergebnissen zwischen 0% und 84,2%. Daraufhin grenzte man die Analyse weiter ein und untersuchte Studien, die zelluläre Lebererkrankungen durch das Überschreiten des normalen Alanin-Aminotransferase (ALT)-Levels definierten. In diesen 8 Studien lag die Häufigkeit nach einem medianen Follow-up von 3-23 Jahren zwischen 5,8% und 52,8%. Weitere 5 Studien definierten das Zweifache des normalen ALT-Levels als Nachweis von Nebenwirkungen und erhielten Prozentsätze zwischen 0,9% und 44,8%. Eine Studie untersuchte Erkrankungen der Gallenwege durch das Auftreten von Gamma-Glutamyltransferase (γGT) über dem normalen Level und erhielt Häufigkeiten zwischen 0,9% und 5,3%. 3 andere Studien untersuchten Störungen in der Gallenfunktion, welche sie anhand der Bilirubin-Level über dem normalen Level feststellten. Die Ergebnisse dieser Studien lagen zwischen 0% und 8,7%.

Insgesamt lag das Auftreten später hepatischer Komplikationen in einem Bereich zwischen 1% und 53%. Aus den Ergebnissen der Studien lässt sich außerdem entnehmen, dass eine Radiotherapie der Leber, ein hoher BMI, eine chronische virale Hepatitis, ein langes Follow-up und das Alter der Patienten das Risiko von Leber-Komplikationen steigern. Es werden weitere Studien benötigt, um diese Ergebnisse zu verifizieren und verschiedene relevante Therapie-Dosen, Zeit- und Risikofaktoren zu evaluieren.

Übers. v. Red.

Quelle: Mulder RL, „Hepatic late adverse effects after antineoplastic treatment for childhood cancer“ (15.04.2019), in „Cochrane Library“; https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD008205.pub3/full (Abgerufen: 29.04.2019).


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