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Medizin

23. März 2018 Signifikante Überlebensvorteile mit Tecentriq für Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC

Überzeugend wirksam und gut verträglich bei jedem PD-L1-Status (1) – diese Vorteile bietet der Checkpoint-Inhibitor Atezolizumab (Tecentriq®) vorbehandelten Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) (2). Wie Prof. Dr. Stefan Krüger, Düsseldorf auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) betonte, eröffnet der PD-L1-Inhibitor damit Patienten die Chance auf ein signifikant verlängertes Gesamtüberleben (1). Darüber hinaus belegen aktuelle Studiendaten das Potenzial von Tecentriq, das Therapiespektrum in dieser Indikation noch einmal entscheidend zu erweitern – als Kombinationspartner von Avastin® (Bevacizumab) und Chemotherapie.
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Fachinformation
„Die ersten Ergebnisse stimmen uns sehr zuversichtlich, dass bald noch mehr Patienten von Tecentriq profitieren können“, so PD Dr. David Heigener, Grosshansdorf, auf dem Symposium.

Seit Ende September 2017 bietet der PD-L1-Inhibitor Tecentriq vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC die Chance auf einen signifikanten Überlebensvorteil (1,2). So verlängerte Tecentriq in der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie OAK das mediane Gesamtüberleben (mOS) gegenüber Docetaxel signifikant um 4,2 Monate (13,8 vs. 9,6 Monate; HR=0,73; p=0,0003).

„Patienten mit einem Nicht-Plattenepithelkarzinom erreichten unter der Behandlung mit dem Checkpoint-Inhibitor sogar ein mOS von 15,6 Monaten gegenüber 11,2 Monaten unter Docetaxel. Dies ist ein wirklich bemerkenswertes Ergebnis“, so Prof. Dr. Stefan Krüger, Düsseldorf, mit Verweis auf die 27%-ige Reduktion des Mortalitätsrisikos (HR: 0,73; 95%-KI: 0,60–0,89; p=0,0015) (1).

Patienten profitieren langfristig – unabhängig vom PD-L1-Status

Der Überlebensvorteil bestätigte sich unabhängig vom PD-L1-Status: Sowohl bei Patienten mit niedriger (TC/IC < 1%) und mittlerer bis hoher (TC/IC ≥ 1%) als auch mit hoher (TC ≥ 50%, IC ≥ 10%) PD-L1-Expression verlängerte sich das mOS signifikant. Die Patienten, die auf die Behandlung mit Tecentriq ansprachen, profitierten zudem langfristig von der Therapie: Im Median sprachen die Patienten 16,3 Monate auf die Therapie mit dem PD-L1-Inhibitor an – und damit mehr als 10 Monate länger als auf die Behandlung mit Docetaxel (6,2 Monate; HR=0,34; 95-KI: 0,21 – 0,55; p<0,0001) (1).

Überzeugendes Sicherheitsprofil

Neben der signifikant höheren Wirksamkeit profitieren die Patienten zugleich von der guten Verträglichkeit der Krebsimmuntherapie: Im Vergleich zur Chemotherapie war die Rate an therapiebedingten unerwünschten Ereignissen (UEs) unter Tecentriq mehr als halbiert (Grad 3/4: 15% vs. 43%). Auch die Rate spezifischer immunvermittelter UEs jeglichen Grades war mit 1% Pneumonitis und jeweils 0,3% Colitis und Hepatitis sehr gering (1,3).

„Die Ergebnisse der Zulassungsstudie sind insgesamt überzeugend“, betonte Prof. Dr. Stefan Krüger, Düsseldorf. „Mit Tecentriq haben wir eine wichtige neue Option für vorbehandelte NSCLC-Patienten, die eine hohe Wirksamkeit mit einer besonders guten Verträglichkeit und Sicherheit vereint.“

Tecentriq als Kombinationspartner zukünftiger Behandlungskonzepte

Aufgrund der guten Wirksamkeit und Verträglichkeit wird Tecentriq aktuell in zahlreichen Studien als Kombinationspartner für Chemotherapien, zielgerichtete Substanzen und anderen Krebsimmuntherapien untersucht. Unter anderem auch beim NSCLC in Kombination mit dem VEGF-Antikörper Avastin. Während Avastin durch Normalisierung der Vaskularität die Infiltration von Immunzellen fördert sowie das Tumormikromilieu immunmodulatorisch positiv beeinflusst, reaktiviert der PD-L1-Inhibitor Tecentriq die T-Zell-vermittelte Immunantwort gegen den Tumor (4,5).

Erste Resultate der Phase-III-Studie IMpower150 bestätigen die Wirksamkeit dieser Strategie: So reduzierte die First-Line-Kombination aus Tecentriq mit Avastin plus Carboplatin und Paclitaxel das Progressionsrisiko bei Patienten mit fortgeschrittenem nicht-plattenepithelialem NSCLC gegenüber Avastin plus Carboplatin und Paclitaxel signifikant um 38% (PFS: 8,3 vs. 6,8 Monate; HR=0,62; p < 0,0001). Gleichzeitig waren unter Tecentriq und Avastin plus Carboplatin und Paclitaxel mehr als doppelt so viele Patienten nach 12 Monaten weiterhin progressionsfrei (37% vs. 18% unter Avastin plus Carboplatin und Paclitaxel). Der Vorteil im progressionsfreien Überleben zeigte sich in allen untersuchten Subgruppen, einschließlich Patienten ohne PD-L1-Expression, Patienten mit Lebermetastasen sowie jenen mit EGFR- und ALK-Mutationen. Erste Daten zum Gesamtüberleben werden in diesem Jahr erwartet – die bisherigen Daten weisen jedoch bereits auf ein reduziertes Mortalitätsrisiko unter Tecentriq mit Avastin plus Carboplatin und Paclitaxel hin (HR=0,78) (5).

„Die Daten sind ein wichtiges Signal für die künftige Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC“, so das Fazit von PD Dr. David Heigener, Grosshansdorf. „Ich bin überzeugt davon, dass in Zukunft durch Kombination mit anderen Substanzen noch mehr Patienten von Tecentriq profitieren können“.

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Rittmeyer A et al. Lancet 2017; 389 (10066): 255-65
(2) Fachinformation Tecentriq®, Stand: November 2017
(3) Barlesi et al. ESMO 2016; Abstract LBA44
(4) Atkins MB et al. ASCO 2017 (Oral Abstract Session); Abstract 4505
(5) McDermott Df et al. J Clin Oncol 2016; 34 (8); 833-42


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