Mittwoch, 19. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

31. Januar 2018 Seit 10 Jahren gemeinsam gegen Krebs: Tumorkonferenzen an Düsseldorfer Uniklinik

Rund 2.500 Patienten mit bösartigen Krebserkrankungen werden jedes Jahr in den Tumorkonferenzen am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) besprochen. Bereits seit 10 Jahren kommen am größten Düsseldorfer Krankenhaus wöchentlich Mediziner aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen, um gemeinsam individuelle Therapieempfehlungen für die Patienten zu erarbeiten.
Anzeige:
Fachinformation
13 solcher Tumorkonferenzen gibt es am UKD – 12 davon spezialisiert auf einzelne Krebsarten, wie Brustkrebs, Hautkrebs oder Kopf-Hals-Tumoren, und eine weitere Konferenz für Patienten, deren Krebserkrankung schwer zuzuordnen oder besonders kompliziert ist. Von der Bündelung der Kompetenzen profitiert vor allem der Patient: Tumorkonferenz-Patienten bekommen häufig die modernsten Therapien, zum Teil im Rahmen von klinischen Studien. Außerdem kann durch zügiges, interdisziplinäres Diskutieren und Berücksichtigen aller Krankheitsaspekte schneller mit einer wirksamen Therapie begonnen werden.

Tumorkonferenzen: Alle zusammen statt jeder für sich alleine

Viele Patienten am Düsseldorfer Universitätsklinikum haben schwere Krebserkrankungen und benötigen eine sogenannte multimodale Therapie: Bei ihnen müssen verschiedene Verfahren der Krebsbehandlung – Operation, Bestrahlung, Chemotherapie oder Immuntherapie – angewendet werden. Durchgeführt werden die Verfahren in den verschiedenen Kliniken und Abteilungen auf dem UKD-Gelände. „Ein gut begründetes, individuell ausgerichtetes und konsequent umgesetztes Therapiekonzept ist wichtig für den Erfolg einer Krebsbehandlung“, sagt Prof. Dr. Norbert Gattermann, Geschäftsführender Leiter des Universitätstumorzentrums (UTZ) am UKD. Die zeitliche Abfolge der unterschiedlichen Verfahren muss daher genau koordiniert sein.

Zur Mindestbesetzung einer Tumorkonferenz gehören internistische Onkologen, Strahlenkliniker, Chirurgen, Radiologen und Pathologen. Darüber hinaus kann die Zusammensetzung der Tumorkonferenz je nach Erkrankung des Patienten variieren. Wenn beispielsweise zu klären ist, ob eine Tumorabsiedlung am Knochen operativ beseitigt werden kann, ist ein chirurgisch tätiger Experte aus der Orthopädie mit dabei. „Regelmäßig leisten auch die Ärzte der Palliativmedizin einen wichtigen Beitrag, wenn es um die möglichst wirkungsvolle Linderung von Krankheitssymptomen geht“, erklärt Professor Gattermann.

Direkte Diskussion ersetzt zeitaufwändige Abstimmungsgespräche

In den Tumorkonferenzen stellt einer der behandelnden Mediziner die aktuelle Situation des Patienten vor, erläutert die Krankengeschichte und fasst die bisherigen Befunde zusammen. Der Radiologe erklärt die Bilder der Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT) oder Positronenemissionstomographie (PET). Der Pathologe steuert wichtige Informationen zu den molekularen Eigenschaften des Tumors bei. Der onkologisch erfahrene Chirurg hilft bei der Beurteilung, ob eine Operation technisch durchführbar und im onkologischen Gesamtkonzept sinnvoll ist. Die Einsatzmöglichkeiten moderner Strahlentherapie werden vom Radioonkologen eingeschätzt, und der internistische Onkologe bringt sein Spezialwissen zur Chemotherapie, Immuntherapie und molekular zielgerichteten Therapie ein.

„Statt mehrere separate, zeitaufwändige Abstimmungsgespräche zwischen den einzelnen Fachdisziplinen zu führen, können wir in der interdisziplinären Tumorkonferenz viel effizienter über den Fall diskutieren. Wir bündeln unser Fachwissen und betrachten die medizinischen Befunde aus verschiedenen Blickwinkeln. Falls unterschiedliche Einschätzungen vorliegen, können diese direkt verhandelt und auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden“, erklärt Norbert Gattermann den Ablauf der wöchentlichen Tumorkonferenzen. „Der Beschluss der Tumorkonferenz wird elektronisch im Krankenhausinformationssystem dokumentiert und ist allen Ärzten zugänglich, die an der Behandlung des Patienten beteiligt sind“.

Ein weiterer nützlicher Aspekt der Tumorkonferenzen betrifft die Ausbildung. Die Tumorkonferenzen stehen nicht nur den Spezialisten, sondern auch den Assistenzärzten und anderen Auszubildenden in medizinischen Berufen offen. „Dies trägt am Standort dazu bei, das Fachwissen zur Krebsbehandlung auf ein hohes Niveau zu bringen“, fasst Gattermann zusammen.

Quelle: Universitätsklinikum Düsseldorf


Das könnte Sie auch interessieren

Selbsthilfe bei Lungenkrebs: Betroffene helfen Betroffenen

Krebspatienten fühlen sich oft überfordert – auch Patienten mit Lungenkrebs. Kaum ist die Diagnose gestellt, beginnen die ersten Therapien: Operationen oder viele Zyklen Chemotherapie fordern und verändern nicht nur den Körper, sondern auch das gesamte Leben mit einem Schlag. Die Psyche kommt so schnell kaum hinterher: Die meisten Betroffenen begreifen erst nach und nach, dass sich das Leben ab jetzt drastisch ändert und nie mehr so sein wird wie zuvor.

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Die Bauchspeicheldrüse, das unbekannte Organ

Die Bauchspeicheldrüse (griech.: Pankreas) ist eine der größten Drüsen des Menschen. Dennoch ist nur wenigen bekannt, wo sie sich befindet und welche Funktionen sie übernimmt. Die Bauchspeicheldrüse ist ein keilförmiges Organ, ungefähr so groß wie eine Hand: ein bis zwei Zentimeter dick und etwa 15 Zentimeter lang. Sie liegt mitten im Oberbauch hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule. Mit ihrem sich verjüngenden Ende – dem...

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten

Was Krebspatienten in der kalten Jahreszeit beachten sollten
© Jenny Sturm / fotolia.com

Außen kalt, innen überheizt, dazu Glatteis, Schnee und trübes Licht – der Winter ist für Krebspatienten keine leichte Zeit. Aufgrund der geschwächten Immunabwehr und den damit einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Im Monatsthema Dezember gibt das ONKO-Internetportal hilfreiche Tipps, wie Krebspatienten gut und sicher durch die kalten Monate kommen.

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“

Prävention: „Körperliche Aktivität so wichtig wie ein Krebsmedikament“
© Heidi Mehl / Fotolia.com

Nach Schätzungen beruhen etwa 70 Prozent aller behandelten Erkrankungen in den Industrienationen auf Lebensstilfaktoren, wie Übergewicht, das aufgrund von falscher Ernährung und mangelnder Bewegung entstanden ist. Ein gesunder Lebensstil sei ein wesentlicher Präventionsfaktor und müsse dringend gesundheitspolitisch verankert werden, fordert ein Experte im Vorfeld der MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2016. Es gelte nicht nur medizinische, sondern auch gravierende soziale...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Seit 10 Jahren gemeinsam gegen Krebs: Tumorkonferenzen an Düsseldorfer Uniklinik"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren