Montag, 17. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

15. Februar 2018 Schwerkranken Menschen mit Migrationshintergrund Zugang zur Hospiz-/Palliativversorgung erleichtern

Seit dem heutigen Tag steht die Online-Adressdatenbank „Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland“ auch in den Sprachen Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch, Türkisch, Vietnamesisch, Rumänisch und Arabisch zur Verfügung. Bundesfamilienministerin Dr. Katerina Barley erklärt, warum ihr Ministerium dieses Projekt der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin vorrangig gefördert hat: „Das mehrsprachige Informations- und Adressangebot ist ein wichtiges Angebot, damit Menschen am Ende ihres Lebens die bestmögliche Versorgung und Lebensqualität erfahren können!“
Anzeige:
Fachinformation
Informiert wird auf der Website „Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland“  über die verschiedenen Versorgungsformen und mehr als 3.000 Anlaufstellen der Hospiz- und Palliativversorgung bundesweit, die getrennt nach Erwachsenen bzw. Kindern und Jugendlichen mittels einer Umkreissuche unkompliziert aufgerufen werden können.

„Menschen mit einer nicht mehr heilbaren Erkrankung und deren Angehörige müssen schnell und unkompliziert erkennen können, an wen sie sich vor Ort wenden können und wo sie welche Behandlung und Begleitung erwarten dürfen,“ betont Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Die akute Situation ist für die gesamte Familie oft so belastend, dass kaum Ressourcen für aufwendige Recherchen bleiben, insbesondere dann nicht, wenn die Muttersprache eine andere als Deutsch ist. Deshalb freut sich der Bonner Palliativmediziner und Präsident der International Association for Hospice and Palliative Care (IAHPC) besonders über die Erweiterung und Übersetzung des Infoangebots in 8 Sprachen.

Die Bundesministerin setzt auf zahlreiche Verlinkungen des Wegweisers, denn: Mehr als 18 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund, d.h. sie selbst oder mindestens ein Elternteil sind nicht mit deutscher Staatsbürgerschaft geboren. Internationale Studien zeigen, dass schwerkranken Menschen mit Migrationshintergrund der Zugang zu einer adäquaten Versorgung erschwert ist. Sprachbarrieren und mangelndes Wissen um die Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung tragen dazu bei.

Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley liegt neben der Mehrsprachigkeit des Angebots deshalb ebenso die zukünftig erweiterte Nutzungsmöglichkeit am Herzen: „Der Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland bietet einen umfassenden Überblick. Patienten und Angehörige mit Migrationshintergrund stehen in einer ohnehin schon schwierigen Situation vor besonderen Herausforderungen. Für sie sind etwa Fragen wesentlich, ob mehrsprachige Angebote oder ein Dolmetscherservice vor Ort existieren. Es geht aber auch um Angebote, die sich mit besonderen Fragen rund um Rückführung, Bestattung und Trauer beschäftigen. Zentrale Partner vor Ort sind auch die kulturspezifischen Organisationen, die ebenfalls Teil dieses guten Wegweiserangebots sind.“

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin möchte die im Zusammenhang mit der Erweiterung des Wegweisers gesammelten Informationen auch für weitere Bedarfsanalysen nutzen. Grundsätzlich brauche es die Entwicklung einer transkulturellen Kompetenz, die das individuelle Eingehen auf die Belastungen, Nöte und Bedürfnisse eines kranken Menschen unabhängig von seiner Herkunft oder Muttersprache ermöglicht, so eine Sprecherin der DGP-Arbeitsgruppe, die die Überarbeitung des Wegweisers verantwortet hat.

Dies wurde auch von Experten bestätigt, die sich auf Einladung der Koordinierungs- und Vernetzungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland im Bundesfamilienministerium getroffen haben, um die Handlungsempfehlungen der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland zu erörtern und Umsetzungsmaßnahmen für Menschen mit Migrationshintergrund zu diskutieren.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V.


Das könnte Sie auch interessieren

Biologie der Tumore besser verstehen, Fortschritte auch bei eher seltenen Krebserkrankungen

Fortschritte wurden in den vergangenen Jahren vor allem beim Brustkrebs, Darm- und Lungenkrebs und insbesondere bei den Lymphomen gemacht. Nun richtet sich das Augenmerk der Forscher verstärkt auf seltenere Tumore. Auch bei diesen mehren sich Berichte über Therapiefortschritte. Ein Paradebeispiel ist das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs. Das wurde bei dem diesjährigen weltgrößten Krebskongress in Chicago, dem ASCO, deutlich. "Wir stehen damit vor einer...

Neue Krebs-Studien zur Immuntherapie am Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) für Patienten geöffnet

Das Institut für Klinisch-Onkologische Forschung (IKF) am Krankenhaus Nordwest startet jetzt in Kooperation mit der Klinik für Onkologie und Hämatologie zwei neue Studien zur Wirksamkeit eines hoch innovativen immuntherapeutischen Ansatzes unter Verwendung von sogenannten Checkpoint-Hemmern: Diese sollen die Blockaden des Immunsystems gegen Krebszellen aufheben. An der ersten Studie in Phase II nehmen Patienten mit vorbehandeltem Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) teil, die einen...

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig

1. Patiententag für Kehlkopfoperierte am Universitätsklinikum Leipzig
© Stefan Straube / UKL

Zum 1. Patiententag für Kehlkopfoperierte lädt am 22. März die Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig ein. "Ein großer Patientenstamm kommt regelmäßig zu uns, denn beispielsweise findet jeden Mittwochnachmittag bei uns die Tumornachsorge statt. Wir haben auch schon Patientenveranstaltungen organisiert, wollen diese jetzt aber institutionalisieren", so Klinikdirektor Prof. Dr. Andreas...

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten
Krebsinformationsdienst, DKFZ

Eine repräsentative Umfrage* vom Dezember 2017 hat gezeigt: Die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen weist aus Sicht vieler Befragter Defizite auf. Bemängelt wurden lange Wartezeiten auf Arzttermine, weite Wege und weniger Informationsmöglichkeiten. Auch für Krebspatienten und ihre Angehörigen kann diese Situation belastend sein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ersetzt keinen Arzttermin, er bietet aber Antworten auf...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Schwerkranken Menschen mit Migrationshintergrund Zugang zur Hospiz-/Palliativversorgung erleichtern"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren