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Medizin

18. April 2017 Schlüsselfaktor für Aggressivität des Pankreaskarzinoms

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben nun entdeckt, weshalb sich Bauchspeicheldrüsenkrebs und andere bösartige Tumortypen so aggressiv ausbreiten können. Die Forscher haben nachgewiesen, dass dieser aggressive Tumortyp den Schlüsselfaktor eines embryonalen Programmes aktiviert. Dieser Faktor, Zeb1, steuert die Wanderung und das Überleben von Zellen in der frühen Embryonalentwicklung. In normalen, voll entwickelten Zellen ist Zeb1 stillgelegt. Wird der Faktor in Krebszellen reaktiviert, so hat das fatale Folgen: Die Tumorzellen breiten sich im Körper aus und passen sich schnell veränderten Bedingungen in einer neuen Umgebung an. Dadurch können sie zu Metastasen auswachsen und Tochtergeschwülste bilden – der Krebs schreitet aggressiv voran. Die Ergebnisse sind in Nature Cell Biology publiziert worden.
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Wird Zeb1 nicht aktiviert, gelingt es Krebszellen nicht mehr, sich leicht an eine neue Umgebung anzupassen. Somit entsteht eine Variante des Bauchspeicheldrüsenkrebses, die deutlich weniger Metastasen bildet. Dieser Mechanismus ist auch bei anderen Tumoren, wie beispielsweise aggressiven Formen des Brustkrebses, zu beobachten. Die Forscher hoffen nun, in Zukunft mithilfe dieser Erkenntnisse neue Therapiestrategien zur Bekämpfung von Metastasen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und anderen aggressiven Tumortypen entwickeln zu können.

Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Literatur:

Angela M. Krebs, Julia Mitschke, Maria Lasierra Losada et al.
The EMT activator ZEB1 is a key factor for cellular plasticity and promotes metastasis in pancreatic cancer.
Nat Cell Biol, DOI 10.1038/ncb3513 (2017).

Kommentar:
M. Angela Nieto. News and Views: Context-specific roles of EMT programmes in cancer cell dissemination. Nat Cell Biol, Vol 19 (May 2017).


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