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Medizin

28. Juni 2018 SarKUM: Erstes zertifiziertes Sarkomzentrum in Deutschland

Am 08. Mai 2018 fand mit der Zertifizierung des Sarkomzentrums am interdisziplinären Zentrum für Knochen- und Weichteiltumoren der LMU (SarKUM) die in Deutschland erste Zertifizierung eines Sarkomzentrums im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft überhaupt statt. Die mit der Zertifizierung nun formalisierte Etablierung eines Sarkomzentrums entspricht der Notwendigkeit, die Behandlung von Patienten mit aggressiven oder bösartigen primären Knochen- und Weichgewebetumoren zu zentralisieren.
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Fachinformation
Mit weniger als 1% aller Krebserkrankungen und einem großen Spektrum von zum Teil sehr differenziert zu behandelnden Subtypen, ist eine Zentralisierung der Behandlung letztlich der einzige Weg dem Krankheitsbild erfolgreich zu begegnen. Zudem ist die unabdingbare hohe Interdisziplinarität eine besondere Herausforderung an die Diagnostik und Therapie. Mit mehr als 600 Fällen/Jahr ist das Klinikum der LMU eines der größten deutschen Zentren in der Behandlung dieser hochkomplexen Patienten. Alleine in den 2x wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenzen des SarKUMs werden mehr als 1.200 Fälle/Jahr besprochen. Von der hohen interdisziplinären Expertise und der umfassenden apparativen Ausstattung des Zentrums profitieren deshalb insbesondere Patienten, die aufgrund von Größe und Lage der Tumoren eine Herausforderung für die Behandler darstellen.
 
Seit mehr als 20 Jahren sind Patienten mit Knochen- und Weichteiltumoren ein etablierter Schwerpunkt des Klinikums der LMU. Die Kombination von Chemotherapie und Hyperthermie wurde am Klinikum entwickelt und mit ihrer klaren Vorteilhaftigkeit für das Überleben der Patienten international hochrangig publiziert und in die Therapie eingebracht. Neben der klassischen Chemotherapie sowie auf molekularer Ebene zielgerichteter medikamentöser Therapie finden in Form von Studien zudem auch moderne Verfahren der Immuntherapie Anwendung. Auch hochkomplexe chirurgische Resektionen und Rekonstruktionen lassen sich durch die gerade auch im neuen Operationszentrum (OPZ) auf kürzesten Wegen interdisziplinär planbare und durchführbare Therapie mit Tumororthopäden, Viszeralchirurgen, Plastischen und Gefäßchirurgen sowie einer Reihe weiterer Disziplinen in idealer Weise realisieren. So liegt die Amputationsrate in der Tumororthopädie, um nur einen Qualitätsfaktor zu nennen, bei mehr als 120 Sarkomresektionen/Jahr deutlich unter 10%. Spezialisierte Psychoonkologen, Physio- und Schmerztherapeuten wie auch onkologisch geschultes Pflegepersonal sind integraler Bestandteil des Behandlungsteams. Durch die enge Kooperation auch mit der Kinderonkologie im Haunerschen Kinderspital können im Zentrum stets alle modernen und innovativen Behandlungsoptionen für alle Altersgruppen von Patienten vorgehalten werden.
 
Modernste Methoden der molekularpathologischen Diagnostik sind im eigenen Institut der LMU verfügbar oder werden in Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Standort Heidelberg im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) mit innovativen Geräten zur DNA-Entschlüsselung – „Next Generation Sequencing“ – eingesetzt. Bildgeführte (IGRT=image-guided radiation therapy) intensitätsmodulierte (IMRT=intensity-modulated radiation therapy) und stereotaktische Radiotherapietechniken (SRS=stereotactic radiosurgery bzw.  SBRT=stereotactic body radiation therapy) ermöglichen hochpräzise Bestrahlungen unter besonderer Schonung des umliegenden Gewebes in allen Körperregionen. Die Kooperation mit dem Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum (HIT) stellt auch für operativ nicht oder nur mit einem erheblichen Funktionsverlust behandelbare Tumoren den Zugang zum modernsten derzeit weltweit zur Verfügung stehenden Partikeltherapieverfahren sicher.
 
Die Hyperthermie-Einheit der Medizinischen Klinik III ist mit insgesamt 3 Hyperthermiesystemen für die Behandlung von Tumoren im Bereich des Abdomens/Beckens sowie der Extremitäten von Erwachsenen und Kindern sowie einem System für die Behandlung von oberflächlichen Tumoren ausgestattet. Durch die Integration eines modernen 1,5-Tesla-Magnetresonanztomographen kann zusätzlich eine dreidimensionale Temperaturüberwachung durchgeführt werden.
 
Die Etablierung und Teilnahme an innovativen nationalen und internationalen Studien ist gerade bei dieser seltenen Tumorentität nicht nur eine verpflichtende Voraussetzung, sondern die Basis der Beratung und Therapie der Patienten im SarKUM.
 
Die fachspezifischen Tumor- und Sarkomambulanzen sind schon seit vielen Jahren national und international etablierte Ansprechpartner für Patienten mit Knochen- und Weichteiltumoren. Bereits im Verdachtsfall sollten Patienten unverzüglich überwiesen werden. Mit der nun erfolgten Zertifizierung, bei der die Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft in vielen Aspekten weit übertroffen wurden, wird nicht nur die aktuelle Position des SarKUMs, sondern vor allem die Qualität der Behandlung bestätigt. Das interdisziplinäre Zentrum soll als Teil des Comprehensive Cancer Center der LMU (CCCLMU) die Forschung und Patientenversorgung zentralisieren und optimieren. Ziel ist es, jedem Sarkompatienten die nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bestmögliche individuelle Therapie zu bieten.

Quelle: Klinikum der Universität München (LMU)


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