Mittwoch, 19. Juni 2019
Navigation öffnen

Medizin

01. März 2018 STAMPEDE-Studie: Docetaxel verbessert die Lebensqualität und ist kosteneffektiv

Die Ergebnisse großer, randomisierter, kontrollierter Studien haben gezeigt, dass die Zugabe von Docetaxel zur Standardtherapie bei Männern, die eine Hormontherapie gegen Prostatakrebs beginnen, das Überleben von Patienten in der metastasierten Situation verlängert und bei Patienten ohne metastatische Erkrankung die Zeit bis zum Therapieversagen verlängert.
Anzeige:
Fachinformation
Die Autoren berichteten über den Einfluss von Docetaxel auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (health related quality of life, HRQoL), Ressourcennutzung und das Kosten-Nutzenverhältnis für Männer, die an der STAMPEDE-Studie teilnahmen. Die lebenslange Kostenprognose, Änderungen der prognostizierten Überlebenszeit, qualitätsadjustierte Lebensjahre (quality adjusted life years, QALYs) und inkrementelle Kosten-Effektivitätsverhältnisse (incremental cost effectivness ratios, ICERs) wurden berechnet.
 
Im Vergleich zu Patienten unter Standardtherapie wurde für Docetaxel errechnet, dass das prognostizierte Überleben für M1 Patienten im Durchschnitt um 0,89 Jahre verlängert wird und für M0 Patienten um durchschnittlich 0,78 Jahre. Die Schätzung ergab, dass Docetaxel die diskontierten QALYs um 0,51 Jahre für M1 Patienten und um 0,39 Jahre für M0 Patienten verlängert. Die QALY-Zugewinne in M0 Patienten waren auf den positiven Effekt von verzögerten und reduzierten Rückfällen zurückzuführen. Docetaxel war sowohl in M1 Patienten (ICER=£5.514/QALY vs. SOC) als auch in M0 Patienten (höhere QALYs, geringere Kosten vs. SOC) kosteneffektiv. Die probabilistische Sensitivitätsanalyse wies auf eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit (> 99%) hin, dass Docetaxel sowohl in M0 als auch in M1 Patienten kosteneffektiv ist. Docetaxel blieb kosteneffektiv in M0 Patienten, auch wenn kein Überlebensvorteil wegen Reduktionen oder Verzögerungen beim Rezidiv angenommen wurde.       
 
Docetaxel verbessert die Gesamt-HRQoL, verzögert die Zeit bis zu einer nachfolgenden Therapie, reduziert deren Bedarf und ist kosteneffektiv bei Patienten mit nicht-metastatischer sowie mit metastatischer Erkrankung. Mediziner sollten prüfen, ob die Evidenz nun ausreichend überzeugend ist, den Gebrauch von Docetaxel bei nicht-metastasierten Patienten zu unterstützen.

(übers. v. um)

Quelle: ASCO GU 2018

Literatur:

James N et al. J Clin Oncol 36, 2018 (suppl 6S; abstr 162)


Das könnte Sie auch interessieren

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.

Bayern gegen Darmkrebs: Das Modellprojekt „Sprich drüber!“ will junge Menschen im Freistaat vor einer Erkrankung bewahren.
FARKOR: Werbe-Anzeige Frau / © Felix Burda Stiftung

Auf Initiative der Felix Burda Stiftung haben sich die bayerischen Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) zum Modellprojekt „Sprich drüber!“ zusammengeschlossen. Ziel des Projekts ist es, ein vorhandenes familiäres Darmkrebsrisiko bei Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren möglichst so früh zu identifizieren, dass diese vor einer Darmkrebserkrankung bewahrt werden können. Jede Bayerin und jeder Bayer in dieser...

Selbsthilfe bei Lungenkrebs: Betroffene helfen Betroffenen

Krebspatienten fühlen sich oft überfordert – auch Patienten mit Lungenkrebs. Kaum ist die Diagnose gestellt, beginnen die ersten Therapien: Operationen oder viele Zyklen Chemotherapie fordern und verändern nicht nur den Körper, sondern auch das gesamte Leben mit einem Schlag. Die Psyche kommt so schnell kaum hinterher: Die meisten Betroffenen begreifen erst nach und nach, dass sich das Leben ab jetzt drastisch ändert und nie mehr so sein wird wie zuvor.

Brustkrebs: Was leisten Prognosetests? Unnötige Chemotherapien vermeiden

Durch die Möglichkeit, Tumore genetisch zu analysieren, hat sich die Krebstherapie gewandelt. Während früher alle Patienten quasi die gleiche Behandlung wie nach dem „Gießkannenprinzip“ erhielten, steht nun zunehmend der einzelne Patient mit seinen individuellen Tumoreigenschaften im Fokus. Bei Frauen mit Brustkrebs hat diese Entwicklung zu sogenannten Prognosetests geführt, die eine Vorhersage über den Nutzen einer Chemotherapie erlauben,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"STAMPEDE-Studie: Docetaxel verbessert die Lebensqualität und ist kosteneffektiv"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischen Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich