Mittwoch, 3. Juni 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

25. Juli 2018
Seite 2/2



Wie lange haben Sie an der neuen Technologie gefeilt?

Ameres: Die Idee zu SLAMseq ist bereits vor einigen Jahren entstanden. Anfang 2012 habe ich dann als Gruppenleiter am IMBA der ÖAW in Wien begonnen, an dieser Technologie zu forschen und konnte die ersten vielversprechenden Experimente damals noch selbst im Labor durchführen. Diese haben gezeigt, dass die Methode an sich funktionieren kann. Danach begann der lange Prozess der Optimierung. Ende des vergangenen Jahres haben wir dann unsere Forschungsergebnisse publiziert.

Davor haben wir uns aber bereits mit Kolleg/innen am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) sowie dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim zusammengesetzt und die Anwendungen in der Krebsforschung getestet. Parallel dazu sind unsere Patentanmeldungen rausgegangen. Mit der österreichischen Biotech-Firma Lexogen haben wir uns ebenfalls zusammengeschlossen, um die Methode anwendungsfreundlich zu gestalten und um sie als molekularbiologisches Werkzeug – einen sogenannten „Kit“ – vermarkten zu können. Dieser befindet sich nun seit Ende letzten Jahres auf dem Markt und wird bereits weltweit vertrieben. Somit konnten wir auch einen kommerziellen Effekt erzielen, durch den die Biotech-Landschaft in Österreich gefördert wird.

Was möchten Sie in Zukunft mi SLAMseq erreichen?

Ameres: Unser primäres Ziel ist es, die bedeutenden Mechanismen der Genregulation auf der posttranskriptionalen Ebene zu charakterisieren. Wir möchten erforschen, welche Gene wie an und ausgeschaltet werden, um damit Einblicke zu gewinnen, wie die faszinierende zelluläre Vielfalt des menschlichen Körpers entstehen kann. Mit SLAMseq haben wir dafür eine neue Methode entwickelt, um in der biotechnologischen Grundlagenforschung ein breit einsetzbares Werkzeug zu haben.

„Wir möchten erforschen, welche Gene wie an und ausgeschaltet werden, um damit Einblicke zu gewinnen, wie die faszinierende zelluläre Vielfalt des menschlichen Körpers entstehen kann.“

Zum anderen arbeiten wir auch mit Arbeitsgruppen zusammen, die in der medizinischen Anwendung tätig sind. Dort versuchen wir die Grenzen des Möglichen zu erweitern und zu prüfen, wie wir SLAMseq noch einsetzen könnten, um Krankheiten zu diagnostizieren und neue therapeutische Ansätze anzustoßen. Unsere Hauptfrage bleibt vor allem: Was sind die entscheidenden zellulären Prozesse, welche die Expression von Genen regulieren und wie führt deren Fehlsteuerung zu schwerwiegenden menschlichen Krankheiten? Mit SLAMseq haben wir eine Technologie entwickelt, die uns die Beantwortung dieser Frage wesentlich leichter macht.

Quelle: Österreichische Akademie der Wissenschaften

Nächste Seite

Anzeige:
Fachinformation

Das könnte Sie auch interessieren

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen
© pathdoc / Fotolia.com

„Ich hatte große Träume für mein Leben, jetzt denke ich oft viel, viel kurzfristiger“, sagt die 25-jährige Studentin Mia*, die vor anderthalb Jahren an Krebs erkrankte. Nach der Diagnose musste sie ihr Studium unterbrechen, ihre Familienplanung in Frage stellen und auch mit ihrem Freundeskreis einen neuen Umgang finden. Sie ist eine von rund 15.000 jungen Menschen, die jährlich im Alter von 18 bis 39 Jahren die Diagnose Krebs erhalten.

HPV-Impfung schützt vor Krebs

HPV-Impfung schützt vor Krebs
© pixelaway - stock.adobe.com

Krebsprävention ist eine zentrale Strategie im Kampf gegen Krebs. Zur Prävention zählen auch Impfungen, mit denen vielen Krebserkrankungen gezielt vorgebeugt werden kann. Beispiel: Humane Papillomviren (HPV), deren Hochrisiko-Typen für Gebärmutterhalskrebs und andere Krebserkrankungen verantwortlich sind. Doch es gibt eine wirksame und gut verträgliche Impfung, die vor der Infektion mit HPV schützt und der Entwicklung von Krebs vorbeugt. Wer sollte sich...

Dem hellen Hautkrebs keine Chance

Mit Einführung des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings Mitte 2008 sind die Zahlen der diagnostizierten Fälle sprunghaft angestiegen: Pro Jahr wird hierzulande bei inzwischen rund 18.000 Menschen schwarzer und bei mehr als 140.000 Menschen heller Hautkrebs neu festgestellt. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ist die Erkrankung "Hautkrebs"zwar für mehr als die Hälfte der Befragten ein besorgniserregendes Thema, doch...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Mit SLAMseq Genen beim An- und Abschalten zusehen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO20 Virtual
  • Immuntherapie mit Pembrolizumab setzt sich bei verschiedenen onkologischen Indikationen weiter durch
  • mSCLC: Patienten profitieren bereits in der Erstlinie von der Ergänzung der Chemotherapie mit Pembrolizumab
  • mRCC-Erstlinientherapie: Kombination Pembrolizumab + Axitinib toppt Sunitinib auch im Langzeitverlauf
  • mRCC: Pembrolizumab + Lenvatinib zeigen vielversprechende Anti-Tumoraktivität nach Versagen einer Checkpoint-Inhibition
  • KEYNOTE-054-Studie: Adjuvante Therapie mit Pembrolizumab verbessert beim Melanom auch im verlängerten Follow-up das RFS
  • MSI-H CRC: Pembrolizumab verdoppelt PFS im Vergleich zur Chemotherapie
  • Rezidiviertes Ovarialkarzinom: Trend zu besserem Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei höherer PD-L1-Expression
  • r/r cHL: Pembrolizumab auf dem Weg zum Therapiestandard nach autoSCT sowie für Patienten, die keine autoSCT erhalten können
  • mCRPC: Pembrolizumab in Kombination mit Enzalutamid nach Enzalutamid-Resistenz wirksam und sicher
  • r/m HNSCC: Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab mono und in Kombination mit Platin-basierter Chemotherapie verlängert PFS2

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden