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Medizin

25. Juli 2018
Seite 2/2

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Fachinformation


Wie lange haben Sie an der neuen Technologie gefeilt?

Ameres: Die Idee zu SLAMseq ist bereits vor einigen Jahren entstanden. Anfang 2012 habe ich dann als Gruppenleiter am IMBA der ÖAW in Wien begonnen, an dieser Technologie zu forschen und konnte die ersten vielversprechenden Experimente damals noch selbst im Labor durchführen. Diese haben gezeigt, dass die Methode an sich funktionieren kann. Danach begann der lange Prozess der Optimierung. Ende des vergangenen Jahres haben wir dann unsere Forschungsergebnisse publiziert.

Davor haben wir uns aber bereits mit Kolleg/innen am Institut für Molekulare Pathologie (IMP) sowie dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim zusammengesetzt und die Anwendungen in der Krebsforschung getestet. Parallel dazu sind unsere Patentanmeldungen rausgegangen. Mit der österreichischen Biotech-Firma Lexogen haben wir uns ebenfalls zusammengeschlossen, um die Methode anwendungsfreundlich zu gestalten und um sie als molekularbiologisches Werkzeug – einen sogenannten „Kit“ – vermarkten zu können. Dieser befindet sich nun seit Ende letzten Jahres auf dem Markt und wird bereits weltweit vertrieben. Somit konnten wir auch einen kommerziellen Effekt erzielen, durch den die Biotech-Landschaft in Österreich gefördert wird.

Was möchten Sie in Zukunft mi SLAMseq erreichen?

Ameres: Unser primäres Ziel ist es, die bedeutenden Mechanismen der Genregulation auf der posttranskriptionalen Ebene zu charakterisieren. Wir möchten erforschen, welche Gene wie an und ausgeschaltet werden, um damit Einblicke zu gewinnen, wie die faszinierende zelluläre Vielfalt des menschlichen Körpers entstehen kann. Mit SLAMseq haben wir dafür eine neue Methode entwickelt, um in der biotechnologischen Grundlagenforschung ein breit einsetzbares Werkzeug zu haben.

„Wir möchten erforschen, welche Gene wie an und ausgeschaltet werden, um damit Einblicke zu gewinnen, wie die faszinierende zelluläre Vielfalt des menschlichen Körpers entstehen kann.“

Zum anderen arbeiten wir auch mit Arbeitsgruppen zusammen, die in der medizinischen Anwendung tätig sind. Dort versuchen wir die Grenzen des Möglichen zu erweitern und zu prüfen, wie wir SLAMseq noch einsetzen könnten, um Krankheiten zu diagnostizieren und neue therapeutische Ansätze anzustoßen. Unsere Hauptfrage bleibt vor allem: Was sind die entscheidenden zellulären Prozesse, welche die Expression von Genen regulieren und wie führt deren Fehlsteuerung zu schwerwiegenden menschlichen Krankheiten? Mit SLAMseq haben wir eine Technologie entwickelt, die uns die Beantwortung dieser Frage wesentlich leichter macht.

Quelle: Österreichische Akademie der Wissenschaften

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