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Medizin

17. Januar 2013 SIKO empfiehlt HPV-Impfung für Jungen und Männer in Sachsen/ Erweiterung der Impfempfehlung ist seit 1. Januar 2013 offiziell

Die SIKO (Sächsische Impfkommission) hat zu Jahresbeginn die HPV-Impfung für Jungen und Männer mit dem tetravalenten Impfstoff in ihre öffentliche Impfempfehlung aufgenommen (1). Analog dem von der STIKO (Ständige Impfkommission Deutschland) empfohlenen Impfalter bei Mädchen und Frauen (2), befürwortet die SIKO auch männliche Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren zu impfen. Mit dieser Empfehlung ist die SIKO Vorreiter in Deutschland. Denn Infektionen mit Humanen Papillomviren können bei beiden Geschlechtern zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Zudem kann die HPV-Impfung für Jungen und Männer zu einer höheren Impfrate in der Bevölkerung beitragen und so über das Prinzip der Herdenimmunität indirekt auch ungeimpfte Mädchen schützen. Auch eine mögliche Ausrottung einiger HP-Viren ist nur zu erreichen, wenn beide Geschlechter geimpft sind. HPV-Impfempfehlungen für Jungen und Männer gibt es bereits in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien und Österreich.

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Fachinformation
1: Hartwig S. et al. Estimation of the epidemiological burden of human papillomavirus-related cancers and non-malignant diseases in men in Europe: a review; BMC Cancer 2012.

 

Die SIKO begründet ihre Empfehlung mit dem Hinweis auf die europäische Zulassung des tetravalenten HPV-Impfstoffs Gardasil®. Denn dieser kann einen zusätzlichen Schutz vor den HPV 6 und 11 assoziierten Genitalwarzen aufbauen.
Darüber hinaus stützt sich die Empfehlung auf die Ergebnisse einer klinischen Studie (3), die 2011 im „New England Journal of Medicine“ publiziert wurde. Diese schloss über 4.000 Jungen und Männer im Alter von 16 bis 26 Jahren ein. Nach einer Nachbeobachtungszeit von rund drei Jahren wurde die Wirksamkeit der Impfung zum Schutz vor HPV-6/11/16/18-bedingten Läsionen im Anal- und Genitalbereich und Genitalwarzen beurteilt.

Deutliche Reduzierung HPV-assoziierter Erkrankungen in klinischen Studien

Bezogen auf die Probandengruppe, die alle drei Impfstoffdosen innerhalb eines Jahres erhalten hatte und zu Studienbeginn negativ für die relevanten HPV-Typen (6/11/16/18) war, verhinderte der tetravalente Impfstoff die Fälle von HPV-6/11/16/18-assoziierten, äußeren Läsionen im Genitalbereich zu 90,6%. Erkrankungen an Genitalwarzen konnten zudem um 89,3% reduziert werden.

In der Intention-to-treat-Gruppe, die mindestens eine Impfstoffdose erhalten hatte und in etwa die Gruppe der männlichen Bevölkerung dieser Altersgruppe darstellte, betrug die Wirksamkeit gegen HPV-6/11/16/18-assoziierte anale intraepitheliale Neoplasien 54,2% und gegen Genitalwarzen 68,1% (4). Die Ergebnisse wurden 2011 in die Fachinformation von Gardasil aufgenommen.

Erkrankungen von HPV-Infektionen beim männlichen Geschlecht

Die Hochrisiko HPV-Typen 16 und 18 sind für verschiedene Krebserkrankungen und deren Vorstufen verantwortlich. Bei Männern sind dies Anal- und Peniskarzinome sowie Tumore im Kopf- und Halsbereich. So sind beispielsweise 36 bis 40% der Peniskarzinome HPV-16/18-assoziiert – bei Krebserkrankungen am Anus sind es sogar rund 90% (5). Zudem erkranken jährlich etwa 12.700 Männer in Europa an Kopf- und Halstumoren, die mit bestimmten HPV-Typen assoziiert sind (6). Infektionen mit den Niedrigrisiko HPV-Typen 6 und 11 können auch bei Männern zu Genitalwarzen führen. In Europa erkranken jährlich über 286.000 Männer neu an diesen Hautveränderungen im Genitalbereich (6).

Literaturhinweis:
(1) SIKO. Empfehlungen der Sächsischen Impfkommission zur Durchführung von Schutzimpfungen im Freistaat Sachsen. Stand Januar 2013. Impfempfehlungen E1: 1-30.
(2) STIKO. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI. Stand Juli 2012. Epidemiologisches Bulletin; Nr. 30: 283-310.
(3) Giuliano AR et al. Efficacy of Quadrivalent HPV Vaccine against HPV Infection and Disease in Males. N Engl J Med 2011; 364:401–411.
(4) Sanofi Pasteur MSD. Fachinformation Gardasil. Stand Oktober 2012.
(5) Chaturvedi AK. Beyond cervical cancer: burden of other HPV-related cancers among men and women. J Adolescent Health 2010; 46[4 Suppl 1]: 20-26.
(6) Hartwig S et al. Estimation of the epidemiological burden of human papillomavirus-related cancers and non malignant diseases in men in Europe: a review. BMC Cancer 2012; 12-30.

Quelle: Sanofi Pasteur MSD


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