Freitag, 15. November 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

12. September 2019 SCLC: Signifikanter Überlebensvorteil unter Durvalumab

Durvalumab (IMFINZI®) zeigt als erste Immuntherapie sowohl signifikanten Überlebensvorteil als auch verbessertes, dauerhaftes Ansprechen bei fortgeschrittenem kleinzelligen Lungenkrebs. Die Ergebnisse der Phase-III-Studie CASPIAN (NCT03043872) zeigen, dass Durvalumab in festgelegter Dosierung in Kombination mit Cisplatin- oder Carboplatin-basierter Standard-Chemotherapie das Gesamtüberleben (OS) bei Patienten mit nicht vorbehandeltem kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC) im Stadium Extensive Disease (ED) signifikant verbesserte (1).
Anzeige:
Verbessertes OS

Durvalumab erzielte in Kombination mit 4 Zyklen einer Standard-of-Care (SoC)-Chemotherapie (Etoposid kombiniert mit Cisplatin oder Carboplatin) gefolgt von einer Durvalumab-Monotherapie bis zur Progression oder Therapieabbruch eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung des OS gegenüber SoC-Therapie, bestehend aus bis zu 6 Zyklen einer Chemotherapie und optionaler adjuvanter Schädelbestrahlung (1).
Das Sterberisiko war um 27% reduziert (HR: 0,73) bei einem medianen OS von 13,0 Monaten unter Durvalumab + Chemotherapie gegenüber 10,3 Monaten unter SoC-Therapie. Wie die Ergebnisse des Weiteren belegen, hielt dieser OS-Vorteil an: Etwa 33,9% der Patienten waren 18 Monate nach einer Behandlung mit Durvalumab + Chemotherapie am Leben, im Vergleich zu 24,7% der Patienten nach der SoC-Therapie (1).

Höhere Rate für PFS

Bei Patienten, die mit Durvalumab + Chemotherapie behandelt worden waren, wurden gegenüber der SoC-Therapie Vorteile über alle untersuchten Wirksamkeitsendpunkte hinweg beobachtet. Die Ergebnisse zeigten eine signifikant höhere Rate für das progressionsfreie Überleben (PFS) nach 12 Monaten (17,5% gegenüber 4,7%), einen Anstieg um 10,3% bei der objektiven Ansprechrate (ORR) (67,9% gegenüber 57,6%) und eine verlängerte Ansprechdauer (DoR) nach 12 Monaten (22,7% gegenüber 6,3%) (1).

Sicherheitsprofil wie erwartet

Die Sicherheit und Verträglichkeit von Durvalumab in Kombination mit SoC Etoposid und platinbasierter Chemotherapie entsprach den Ergebnissen aus früheren Studien. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass bei 61,5% der Patienten unter Durvalumab + SoC ein unerwünschtes Ereignis von Schweregrad 3 oder 4 (alle Ursachen) beobachtet wurde gegenüber 62,4% unter SoC, und dass der Anteil der Patienten, die die Behandlung wegen unerwünschter Ereignisse abbrachen, in den Armen vergleichbar war (9,4% gegenüber 9,4%) (1).

Zulassung

Gegenwärtig wird Durvalumab auch beim SCLC im Stadium III (Limited Disease) nach simultaner Radiochemotherapie in der Phase-III-Studie ADRIATIC4 untersucht.                                 
Durvalumab ist derzeit in 49 Ländern weltweit, einschließlich den USA und Japan, u.a. zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen, inoperablen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) bei Erwachsenen nach einer Radiochemotherapie zugelassen. In der EU ist Durvalumab indiziert als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen, inoperablen NSCLC bei Erwachsenen, deren Tumoren PD-L1 in ≥ 1% der Tumorzellen exprimieren und deren Krankheit nach einer platinbasierten Radiochemotherapie nicht fortgeschritten ist (2). Diese Zulassung von Durvalumab basiert auf den Ergebnissen der Phase-III-Studie PACIFIC6.

Quelle: AstraZeneca

Literatur:

(1) Paz-Ares L. Overall Survival with Durvalumab plus Etoposide-Platinum in First-Line Extensive-Stage SCLC: Results from the CASPIAN Study. Abstract PL02.11. Presidential Symposium WCLC 2019, September 9, 2019.
(2) Fachinformation IMFINZI®; Stand September 2018.
 


Das könnte Sie auch interessieren

Krebstherapie gestern, heute, morgen: Entwicklungen in der Onkologie

Krebs gilt heute als Volkskrankheit: Bei Frauen stieg die Zahl der jährlich auftretenden Neuerkrankungen seit 1980 um 35 Prozent, bei Männern sogar um 80 Prozent an. Dass die krebsbedingte Sterberate dennoch im gleichen Zeitraum zurückging, ist u. a. Verdienst der modernen Forschung: In allen Bereichen der Krebsmedizin – von der Grundlagenforschung bis hin zur strukturierten Nachsorge der Patienten – haben sich enorme Erfolge eingestellt. Dies war jedoch ein weiter...

Sonnensünden kommen erst nach Jahrzehnten ans Tageslicht

Sonnensünden kommen erst nach Jahrzehnten ans Tageslicht
© NCT/UCC/Philip Benjamin

Die moderne Krebsmedizin hat bei der Behandlung von Tumorerkrankungen in den letzten Jahren beachtliche Erfolge erzielt. Das gilt insbesondere auch für Hautkrebs, der durch ein Übermaß an UV-Strahlung ausgelöst wird. Die Hautkrebszahlen steigen. Auch das Dresdner Hauttumorzentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) verzeichnet kontinuierlich mehr Hautkrebspatienten – darunter viele Patienten mit fortgeschrittenen Hauttumoren. Bereits...

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

Am 1. Oktober 2016 ist Internationaler Morbus Gaucher-Tag. Für die Passanten in der Frankfurter Innenstadt und den angrenzenden Stadtteilen wird dies kein gewöhnlicher Einkaufssamstag werden. Denn an diesem Tag wollen Sanofi Genzyme und die Patientenorganisation Gaucher Gesellschaft Deutschland e. V. (GGD) das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die seltene Stoffwechselerkrankung Morbus Gaucher [sprich: go-schee] lenken – und zwar mit der Aktion „AugenBLICK für...

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?

Was hilft Kindern mit Krebs und deren Eltern?
© Frantab / Fotolia.com

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, verändert sich in einem Augenblick das gesamte Leben der Familie – Gefühle, Gedanken, der Alltag. Für die Eltern krebskranker Kinder ist es eine große Belastung, sich in der neuen Lebenssituation mit den Unsicherheiten und Verlustängsten zurechtzufinden. In dieser schwierigen Situation gibt es viele unterstützende Angebote. Das ONKO-Internetportal stellte in seinem Monatsthema eine Auswahl davon vor.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"SCLC: Signifikanter Überlebensvorteil unter Durvalumab"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression