Mittwoch, 12. August 2020
Navigation öffnen

Medizin

26. April 2018 Neue S3-Leitlinie Prostatakarzinom: Enzalutamid als Option zur Erstlinientherapie

Sobald asymptomatische oder mild symptomatische mCRPC-Patienten unter einer antiandrogenen Therapie einen Progress erleiden, sollten sie gemäß der neuen S3-Leitlinie als eine mögliche Option Enzalutamid (XTANDITM) erhalten (1). In dieser Behandlungssituation erzielte Enzalutamid gegenüber Placebo signifikante Vorteile bei überlebensbezogenen Endpunkten und schob den Zeitpunkt hinaus, ab dem eine Chemotherapie notwendig wurde (2).
Anzeige:
Die soeben veröffentlichte S3-Leitlinie Prostatakarzinom enthält zwei "Soll-Empfehlungen (2) für die Erstlinientherapie von asymptomatischen oder mild symptomatischen mCRPC-Patienten, die unter ADT einen Progress erleiden; zu den Optionen zählt nun auch Enzalutamid (1). „Dies war ein längst überfälliger Schritt, da Enzalutamid bereits seit 3 Jahren auch in Deutschland für die Erstlinientherapie zugelassen ist“, kommentiert Prof. Dr. Carsten Ohlmann, urologischer Chefarzt im Malteser Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg. Für Docetaxel als Erstlinientherapie in dieser Indikation enthält die Leitlinie dagegen nur eine Kann- Empfehlung (1).

Mehr Lebenszeit durch Erstlinientherapie mit Enzalutamid

Damit schließt sich die deutsche S3-Leitlinie nun internationalen Leitlinien an, die den Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor schon länger als Option zur
Erstlinientherapie führen (3,4). In dieser Behandlungssituation wurde Enzalutamid unter anderem in der randomisierten und doppelblinden Phase-III-Studie PREVAIL
geprüft (2). Es zeigte darin gegenüber Placebo einen signifikanten Vorteil beim radiografischen progressionsfreien Überleben sowie beim Gesamtüberleben (primäre
Endpunkte, p jeweils < 0,001). Außerdem konnte im Enzalutamid-Arm das Einleiten einer Chemotherapie signifikant um median 17 Monate hinausgezögert werden
(p<0,0001) (2).

Quelle: Astellas

Literatur:

(1) Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und
Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms; 2018
(2) Beer TM et al. N Engl J Med 2014;371:424-33
(3) Cornford P et al. Eur Urol 2017;71(4):630-642
(4) Castration-Resistent Prostate Cancer: AUA Guideline 2015


Das könnte Sie auch interessieren

Brustkrebs: Wissen schafft Mut

Brustkrebs: Wissen schafft Mut
© drubig-photo / Fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland ist im Laufe ihres Lebens von Brustkrebs betroffen. Damit ist das Mammakarzinom mit 65.500 Neuerkrankungen pro Jahr der häufigste Tumor bei Frauen. Die Diagnose wirft Fragen auf: Welche Therapie ist die richtige? Wo bekomme ich Hilfe? Die Deutsche Krebshilfe unterstützt Krebspatienten bei ihrem Kampf gegen die Erkrankung. Sie bietet allen Betroffenen eine kostenfreie telefonische Beratung an und hält allgemeinverständliche...

Krebstherapie gestern, heute, morgen: Entwicklungen in der Onkologie

Krebs gilt heute als Volkskrankheit: Bei Frauen stieg die Zahl der jährlich auftretenden Neuerkrankungen seit 1980 um 35 Prozent, bei Männern sogar um 80 Prozent an. Dass die krebsbedingte Sterberate dennoch im gleichen Zeitraum zurückging, ist u. a. Verdienst der modernen Forschung: In allen Bereichen der Krebsmedizin – von der Grundlagenforschung bis hin zur strukturierten Nachsorge der Patienten – haben sich enorme Erfolge eingestellt. Dies war jedoch ein weiter...

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung
© Alexander Raths / fotolia.com

Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um ein sogenanntes malignes Melanom, den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Allein in Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2017 9.907 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen. Die häufigsten Erkrankungsfälle wurden in Hessen, Niedersachsen und Thüringen registriert. Das zeigt der aktuelle Hautkrebsreport der...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Neue S3-Leitlinie Prostatakarzinom: Enzalutamid als Option zur Erstlinientherapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA25 virtuell
  • Real-life-Daten zur CAR-T-Zell-Therapie bei r/r DLBCL und BCP-ALL zeigen hohe Ansprechraten – neuer Prädiktor für Ansprechen identifiziert
  • CAR-T-Zell-Therapie bei Patienten mit r/r DLBCL: TMTV als Prädiktor für frühen Progress
  • Sichelzellerkrankung: Verbesserung der Lebensqualität ist wichtigstes Therapieziel aus Sicht der Patienten – neue Behandlungsoptionen erwünscht
  • PV: Ruxolitinib senkt Hämatokrit und erhöht Phlebotomie-Unabhängigkeit im Real-world-Setting
  • Neuer BCR-ABL-Inhibitor Asciminib bei bisher unzureichend therapierten CML-Patienten in Phase-I-Studie wirksam
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin in Kombination mit Chemotherapie für jüngere und ältere Patienten vergleichbar sicher
  • Real-world-Daten zeigen: Eltrombopag auch bei sekundärer ITP wirksam
  • CML: Hohe Rate an tiefem molekularen Ansprechen nach 24-monatiger Therapie mit Nilotinib in der Zweitlinie
  • Systemische Mastozytose: neuer Prädiktor für das OS entdeckt
  • MF: Real-world-Daten bestätigen relevante Reduktion des Mortalitätsrisikos unter dem Einfluss von Ruxolitinib

Cookies

Diese Webseite benutzt Cookies, um den Nutzern das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Ausserdem werden teilweise auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Weitere Informationen erhalten Sie in den Allgemeine Geschäftsbedingungen und in den Datenschutzrichtlinien.

Verstanden