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Medizin

29. November 2017 Raschere und Gewebe-sparende molekulare Tumordiagnostik

Nicht nur in der Tumortherapie, auch bei der Diagnostik vollziehen sich derzeit Fortschritte. Ein Beispiel hierfür ist die Hybrid-Capture-basierte Next Generation Sequencing (NGS)-Tumoranalytik. Mit dem innovativen Verfahren ist die Analyse auch komplexer Genomveränderungen der Tumorzellen mit nur einer einzigen DNA-Probe innerhalb weniger Tage möglich.
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Fachinformation
Ein Paradigmenwechsel zeichnet sich derzeit in der molekularpathologischen Tumordiagnostik ab. Mussten komplexe Genveränderungen bislang sequentiell mit Verfahren wie der Immunhistochemie (ICH) oder der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) untersucht werden, ist nunmehr die Parallelsequenzierung tumorrelevanter Gene möglich. Durch die Hybrid-Capture-basierte NGS-Tumoranalytik sind dabei nicht nur Punktmutationen und kleine Insertionen und Deletionen, sondern auch komplexe Genomveränderungen bis hin zu Translokationen und Amplifikationen in größeren Genomregionen zu erfassen.

Die molekulare Tumordiagnostik beschleunigt sich damit erheblich, wie Dr. Markus Falk, Hamburg, darlegte: „Während die Analysen bislang 4-6 Wochen dauern, sind sie durch die parallele Testung mit der modernen Laboranalyse nun in rund 5 Arbeitstagen zu erledigen.“ Das trägt nach Falk mit zu einer möglichst optimalen Patientenversorgung bei. Das neue Verfahren „NEOonsite“ ist zudem Material-sparend: Eine einzige DNA-Probe des Patienten ist zur Analytik ausreichend, wobei sowohl Gewebe- wie auch Blutproben analysiert werden können. Die NEO-Technology umfasst die Durchführung der Analysen des gesamten diagnostischen Prozesses von der Probenvorbereitung über die Datenauswertung bis hin zur Befundung im lokalen Pathologielabor. Die Datenauswertung und -interpretation wie auch die medizinische Befundung bleiben dabei in der Hand des Pathologen, dem die Ergebnisse nach der zentralen Bioinformatik übertragen werden. New Oncology stellt den Pathologen zudem eine Benutzer-freundliche Software zur Visualisierung und Analyse der detektierten Genveränderungen und auch zur Befunderhebung zur Verfügung.

Damit sind die Labore laut Falk für die aktuellen Aufgaben in der molekularpathologischen Diagnostik im Routinebetrieb gut gerüstet. Die Technologie soll zudem künftig auch zur Diagnostik hämatologischer Erkrankungen und zur Bestimmung der Tumorlast bei Erkrankungen, bei denen eine Krebsimmuntherapie zum Einsatz kommen soll, weiterentwickelt werden.

Christine Vetter

Quelle: Fachmediengespräch „NEOonsite – innovative Tumordiagnostik in der lokalen Pathologie für eine fundierte onkologische Therapieplanung“, 13.11.2017, Köln; Veranstalter: NEO New Oncology GmbH


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