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Medizin

ESMO-Highlights 2020, Teil 2/5

15. Oktober 2020 RCC: Kombinationstherapie Cabozantinib + Nivolumab erfolgreich

Die Phase-III-Studie CheckMate 9ER untersuchte Nivolumab kombiniert mit dem VEGFR-TKI Cabozantinib versus dem früheren Standard Sunitinib bei 651 nicht vorbehandelten Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (1). Alle eingeschlossenen Patienten hatten Tumoren mit einer Klarzellkomponente. Es war jede IMDC-Risikokategorie erlaubt. Die Studie erreichte alle wichtigen Endpunkte: verbessertes progressionsfreien Überleben und Gesamtüberleben, höhere Ansprechraten, und das auch konsistent in allen Subgruppen. Das PFS war in der Kombination verdoppelt (16,6 versus 8,3 Monate (HR 0,51, p<0,0001). Das Sterberisiko war im Kombinationsarm um 40% niedriger als im Sunitinib-Arm (HR 0,60, p=0,001).
Das PFS war in der Kombination verdoppelt (16,6 versus 8,3 Monate (HR 0,51, p<0,0001). Das Sterberisiko war im Kombinationsarm um 40% niedriger als im Sunitinib-Arm (HR 0,60, p=0,001).

Die Ansprechrate betrug 55,7 versus 27,1% (p<0,0001); mehr Patienten erreichten mit der Kombination eine vollständige Remission (8 vs. 4,6%). Allerdings benötigten mehr als die Hälfte der Patienten Dosisreduktionen von Cabozantinib aufgrund von Nebenwirkungen, aber es gab nur bei 3% Therapieabbrüche (9% mit Sunitinib). Die Rate schwerwiegender Ereignisse war vergleichbar in beiden Armen, jedoch wurde im Kombinationsarm mehr Lebertoxizität beobachtet. Diese Studie legt – ebenso wie die Studien KEYNOTE-426 und JAVELIN Renal 101 mit Pembrolizumab bzw. Avelumab + Axitinib – den Schluß nahe, dass die Kombination von Antiangiogenese und PD1-Checkpoint-Therapie den einzelnen Therapien überlegen ist. Mit Nivolumab + Cabozantinib zeichnet sich eine neue Standard-Erstlinientherapie ab (2).

Lesen Sie hierzu auch ESMO Highlights Teil 1, 3, 4 und 5!

NSCLC: Kein Vorteil für postoperative Radiotherapie (PORT)
mCRPC: Verlängertes PFS unter AKT-Inhibitor Ipatasertib
HER2+, HER2-negatives Mammakarzinom: Rezidive verhindern mit Abemaciclib
Magen-, GEJ- und Ösophagus-Karzinome: Vorteil für Zugabe von Checkpointinhibitoren zur Chemotherapie in der Erstlinie

Dr. Susanne Billich

Quelle: ESMO Virtual Congress 2020

Literatur:

(1) Choueiri TK et al., Presidential Symposium I, Abstract 696O_PR
(2)  Choueiri TK et al.: Nivolumab + cabozantinib vs sunitinib in first-line treatment for advanced renal cell carcinoma: First results from the randomized phase III CheckMate 9ER trial, Presidential Symposium I, Abstract 696O_PR


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ESMO Virtual Congress 2020
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  • Pembrolizumab + Lenvatinib: Vielversprechende Ansprechraten bei vorbehandelten fortgeschrittenen Tumoren
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  • Ösophaguskarzinom: Relevante OS- und PFS-Verlängerung durch Pembrolizumab + Chemotherapie in der Erstlinie
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-024-Studie bestätigen deutliche Überlegenheit für Pembrolizumab mono vs. Chemotherapie beim NSCLC mit hoher PD-L1-Expression
  • Neuer Anti-ILT4-Antikörper zeigt in Kombination mit Pembrolizumab erste vielversprechende Ergebnisse bei fortgeschrittenen Tumoren
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  • HIF-2α-Inhibitor MK-6482 beim Von-Hippel-Lindau-Syndrom: Vielversprechende Wirksamkeit auch bei Nicht-RCC-Läsionen
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