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Medizin

20. Dezember 2017 Prostatakrebs: Auszeichnung für Androgen-Rezeptor-Forschung

Prof. Dr. Aria Baniahmad, Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Jena, erhält den Förderpreis der Astellas Pharma GmbH für Androgenrezeptor-Forschung. Damit werden seine Untersuchungen zu Signalmechanismen am Androgen-Rezeptor gewürdigt, welche für die Resistenzentwicklung des Prostatakrebses maßgeblich sind.
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Fachinformation
Der aktivierte Androgenrezeptor, der Rezeptor für das männliche Geschlechtshormon, hat eine zentrale Funktion bei der Regulation des Wachstums und Tumorentwicklung bei der Prostata. Deshalb gehört die Hemmung des Androgenrezeptors zu den zentralen hormonellen Behandlungsmöglichkeiten von Prostatakrebs-Patienten. Dies geschieht sowohl durch den Entzug von Androgenen, um die Aktivierung des Rezeptors zu verringern, als auch durch die Blockierung der Andockstellen für Androgene am Rezeptor mit demselben Ziel.
 
Leider entwickelt der Prostatakrebs im Laufe der Zeit gegen beide Hemmstrategien Resistenzen. Zum einen verlieren die den Rezeptor blockierenden Antagonisten oft ihre Wirkung. Zum anderen wird der Androgen-Rezeptor zunehmend von Kinasen aktiviert, Enzymen, die reaktionsfreudige Phosphatgruppen transferieren und so andere Proteine aktivieren können. Auch wenn beim Prostatakrebs inzwischen einige verschiedene Androgenrezeptor-Antagonisten mit unterschiedlichen Wirkungen sowie weitere Therapieoptionen zur Verfügung stehen, ist es sehr sinnvoll, eine Resistenzbildung früh zu entdecken und die Ursache zu kennen.
 
„Wir konnten nicht nur zeigen, dass die Aktivierung einiger Signaltransduktionswege und Kinasen eine wichtige Rolle bei dieser Resistenzbildung spielt“, so Prof. Dr. Aria Baniahmad, „wir analysieren mittlerweile die Gesamtheit der Kinasen, das Kinom, und dessen Veränderungen durch Therapieresistenz, denn es besteht eine Wechselbeziehung zwischen Androgenrezeptor und einigen Kinasen.“ Im detaillierten Verständnis des Tumors und der Tumorzellen sieht Prof. Baniahmad  die Voraussetzung für neue Therapieoptionen und für eine zielgerichtete und individualisierte Therapie.

Quelle: Universitätsklinikums Jena


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