Sonntag, 26. Januar 2020
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

13. Januar 2020 Prostatakarzinom: Krankheitskontrolle durch radiochirurgische Behandlung

Accuray Incorporated hat Daten aus einer prospektiven Studie veröffentlicht, die nach 5 Jahren stereotaktischer Strahlentherapie (stereotactic body radiation therapy, SBRT) mit dem CyberKnife® System hervorragende Krankheitskontrolle und niedrige Toxizitätsraten bei Männern mit lokal rezidivierendem Prostatakrebs nach Vorbestrahlung zeigen. Hervorzuheben ist, dass 69% der Männer innerhalb der ersten 5 Jahre nach der CyberKnife® Prostatabehandlung keine Androgendeprivationstherapie (ADT) benötigten. Die ADT ist die häufigste Behandlungsmethode bei rezidivierendem Prostatakrebs. Allerdings ist diese Therapie mit unerwünschten Nebenwirkungen wie Libidoverlust, Hitzewallungen, Knochenbrüchen, Verlust von Muskelmasse und Körperkraft sowie Gewichtszunahme verbunden (1). Die Studie wurde kürzlich auf der Website des International Journals of Radiation Oncology, Biology and Physics veröffentlicht.
Bei der hypofraktionierten Strahlentherapie werden höhere Strahlungsdosen in weniger Behandlungssitzungen verabreicht als bei der konventionellen Strahlentherapie, die einen wesentlich längeren Behandlungsverlauf notwendig macht. SBRT verwendet fortschrittliche Techniken, um eine ultra-hypofraktionierte Strahlentherapie zu ermöglichen – sehr hohe Strahlendosen werden über nur wenige Tage verabreicht. Dieser Behandlungsprozess erfordert hochgradige Genauigkeit und Präzision.

Präzise Bildgebung

Das CyberKnifer® System wurde für SBRT entwickelt und ist das einzige Strahlentherapiegerät, das submillimetergenaue Präzision mit kontinuierlicher Bildgebung und automatischer Korrektur der Strahlführung, einschließlich Rotation, während der gesamten Behandlung beibehalten kann. Das System erleichtert damit den Ärzten die effektive Behandlung der Patienten, während die Strahlendosis im gesunden Gewebe minimiert wird.
Erfahren Sie hier mehr über die Behandlung von Prostatakrebs mit dem CyberKnife® System.
„Männer mit rezidivierendem Prostatakrebs nach einer vorherigen Strahlentherapie haben nur wenig Behandlungsmöglichkeiten. Sofern eine Behandlung durchgeführt wird, erhalten die meisten eine alleinige ADT, welche das Potenzial für langanhaltende Nebenwirkungen im ganzen Körper hat, während sie den Tumor nur selten vollständig beseitigt“, sagte Studienleiter Donald B. Fuller, San Diego, Kalifornien. „Diese Studie zeigt, dass die mit dem CyberKnife® System verabreichte Prostata SBRT eine praktikable, nicht-invasive Option für eine unterversorgte Patientengruppe bietet und den Bedarf an einer ADT zumeist um mehr als 5 Jahre verzögert, was eine erhebliche Steigerung der Lebensqualität bedeuten würde. Aus technologischer Sicht war die submillimetergenaue Präzision des CyberKnife® Systems aufgrund seiner einzigartigen Tracking-Methode entscheidend für den Erfolg und die Sicherheit dieses Protokolls. Diese Genauigkeit erlaubt die Bestrahlung der Prostata ohne zusätzliche Expansion des Zielvolumens.“

Highlights der Studie

Die Studie mit dem Titel „Retreatment for Local Recurrence of Prostatic Carcinoma After Prior Therapeutic Irradiation: Efficacy and Toxicity of HDR-Like SBRT“, untersuchte 50 Patienten mit rezidivierendem Prostatakrebs, der mittels Biopsie und mindestens 2 Jahre nach der Erstbehandlung diagnostiziert wurde. 43 Patienten waren zuvor mit einer konventionellen fraktionierten Strahlentherapie behandelt worden und 7 Patienten mit einer anderen Methode (5: Brachytherapie, 1: SBRT, 1: radikale Prostatektomie gefolgt von einer Salvage-Strahlentherapie des Prostatabetts). Die Studie zeigte:
  • Nach 5 Jahren lag die Rate des krankheitsfreien Überlebens (DFS) bei 60%, was darauf hindeutet, dass die Patienten in diesem Zeitraum keine Anzeichen oder Symptome ihrer Krebserkrankung hatten. Diese Rate liegt innerhalb des berichteten Bereiches der Salvage-Brachytherapie und ist vergleichbar mit den Ergebnissen der radikalen Salvage-Prostatektomie, jedoch ohne die Notwendigkeit einer Hospitalisierung, einer Anästhesie und langer Genesungszeiten, die typischerweise mit diesen Behandlungen verbunden sind.
  • Der Medianwert des prostataspezifischen Antigens (PSA) war nach 5 Jahren auf 0,16 ng/ml gesunken. Dies ist, basierend auf Ergebnissen aus anderen Studien, vergleichbar mit einer initialen Brachytherapie und niedriger als bei der typischen konventionellen fraktionierten Strahlentherapie.
  • Es wurden keine gastrointestinalen (GI) Nebenwirkungen Grad 2 oder höher gemeldet. Die urogenitale Toxizität war niedriger als dokumentiert ist nach radikaler Salvage-Prostatektomie und scheint seltener aufzutreten nach vorangegangener externer Standardbehandlung.
„Diese Studie ist von großer Bedeutung, weil sie eine potenzielle neue Option zur Verlängerung des symptomfreien Überlebens bei Männern mit lokal rezidivierendem Prostatakrebs nach vorheriger Strahlentherapie aufzeigt“, sagte Dr. Fabienne Hirigoyenberry-Lanson, Accuray. „Die Resultate bestätigen die Vorteile des automatisierten Designs und der Fähigkeit zur Bewegungssynchronisation des CyberKnife® Systems und zeigen, warum die CyberKnife® Prostata SBRT dabei ist, zur Behandlungsmethode der Wahl für Ärzte zu werden, die eine hochpräzise, vielseitige und nicht-invasive Option mit hervorragender Krankheitskontrolle mit minimalen Nebenwirkungen wünschen.“

Zu wichtigen Sicherheitshinweisen siehe https://www.accuray.com/safety-statement https://www.accuray.com/safety-statement

Quelle: Accuray


Das könnte Sie auch interessieren

Der lange Weg bis zur Zulassung eines Arzneimittels

Die Zulassung eines neuen Arzneimittels und die Erweiterung der Indikation eines bereits zugelassenen Arzneimittels sind streng geregelt. Die europäische oder deutsche Zulassungsbehörde fordert den Nachweis von Wirksamkeit und Unbedenklichkeit, wofür das Arzneimittel verschiedene Phasen der klinischen Prüfung durchlaufen muss. Wie die Arzneimittelprüfung durchzuführen ist, legt das Arzneimittelgesetz (AMG) von 1976 fest, das zuletzt durch die 15. Novelle von...

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

Am 1. Oktober 2016 ist Internationaler Morbus Gaucher-Tag. Für die Passanten in der Frankfurter Innenstadt und den angrenzenden Stadtteilen wird dies kein gewöhnlicher Einkaufssamstag werden. Denn an diesem Tag wollen Sanofi Genzyme und die Patientenorganisation Gaucher Gesellschaft Deutschland e. V. (GGD) das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die seltene Stoffwechselerkrankung Morbus Gaucher [sprich: go-schee] lenken – und zwar mit der Aktion „AugenBLICK für...

Bewegung hilft bei der Krebstherapie

Bewegung hilft bei der Krebstherapie
© Witthaya / Fotolia.com

Dass Sport und eine Krebserkrankung sich nicht gegenseitig ausschließen, ist inzwischen bekannt. Erwiesenermaßen beugt Sport nicht nur vor, sondern hat auch therapeutische Wirkungen und verbessert die Lebensqualität. Doch wie sieht dies in der Praxis aus und welcher Sport empfiehlt sich in welchem Ausmaß bei welcher Therapie? Aktuell werden immer mehr Studien zu diesem Thema durchgeführt. Das Wohlbefinden des Patienten während und nach der Therapie steht...

11. Krebsaktionstag: Austausch zu Alltagsfragen

11. Krebsaktionstag: Austausch zu Alltagsfragen
Universitätsklinikum Ulm

Senkt Sport das Rückfallrisiko bei Krebs? Welcher Badeanzug steht mir nach der Brustamputation? Wie ernähre ich mich so, dass ich fit bleibe? Um diese und weitere Fragen dreht sich der 11. Krebsaktionstag der Medizinisch-Onkologischen Tagesklinik (MOT) der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm. Krebspatient*innen, Angehörige und Interessierte sind am Freitag, den 14.09.2018 herzlich eingeladen, sich von 10.00 bis 16.30 Uhr bei kostenfreien Vorträgen...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Prostatakarzinom: Krankheitskontrolle durch radiochirurgische Behandlung "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASH 2019
  • Erhöhte Knochendichte ist ein ungünstiger prognostischer Faktor bei aggressiver systemischer Mastozytose
  • Neue ITP-Leitlinien der ASH unterstreichen die Bedeutung von Thrombopoetinrezeptor-Agonisten für die Zweitlinientherapie der ITP
  • Registerdaten aus dem klinischen Alltag zur CAR-T-Zell-Therapie bei DLBCL-Patienten
  • CML: Real-world-Daten zeigen besseres zytogenetisches und molekulares Ansprechen durch Zweitgenerations-TKI
  • Polycythaemia Vera: Post-hoc-Analyse des Langzeitansprechens auf Ruxolitinib
  • Transfusionspflichtige Myelodysplastische Syndrome: Ansprechen auf Eisenchelation geht im klinischen Alltag mit Überlebensverbesserung einher
  • Fortgeschrittene systemische Mastozytose: Verhältnis von RNA- und DNA-basierten quantitativen KIT D816V-Mutationsanalysen prognostisch relevant
  • Ruxolitinib moduliert Mikroenvironment des Knochenmarks bei der Myelofibrose
  • CML: TIGER-Studie bestätigt tiefes und anhaltendes molekulares Ansprechen unter Nilotinib-basierter Therapie
  • Sichelzellanämie: Reduktion schmerzhafter vaso-okklusiver Krisen verringert Organschädigungen und verbessert Lebensqualität