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Medizin

03. Dezember 2019 Primärtherapie der CLL – Ibrutinib in aktueller DGHO-Leitlinie durchweg empfohlene Therapieoption

In der aktuellen Onkopedia-Leitlinie zur Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) wird Ibrutinib in der Erstlinie als einzige Therapieoption für "fitte" und "unfitte" Patienten mit del17p- oder TP53-Mutation empfohlen. Auch bei Patienten ohne del17p/TP53-Mutation, die IGHV-unmutiert sind, sollte bevorzugt eine Ibrutinib-Monotherapie eingesetzt werden – unabhängig von körperlicher Fitness und Alter. Bei allen Patienten ohne del17p/TP53-Mutation und mutiertem IGHV-Status ist Ibrutinib als gleichwertige Alternative zu einer Chemoimmuntherapie anzusehen. Und auch im Falle eines Rezidivs ist laut DGHO-Leitlinie eine Ibrutinib-Monotherapie eine gute Option (1).
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Dies bestätigte auch Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer, Homburg, im Rahmen eines Symposiums auf dem diesjährigen DGHO-Kongress, in dem er die aktuellen Therapieempfehlungen für die Primärtherapie von Patienten mit CLL erörterte. Er betonte, dass zunächst die genetische Testung (auf TP53, IGHV, Deletionen) vor Einleitung einer Therapie obligat sei. Er fasste die positiven Studienergebnisse zusammen, welche die Vorteile durch Ibrutinib im Vergleich zu den bisher gängigen Chemo(immun-)therapien zeigen konnten und daher zu dessen Zulassung führten: So erklärte er, in der CLL12-Studie wurde durch Ibrutinib ein hoch signifikanter Vorteil im ereignisfreien Überleben (EFS) im Vergleich mit Placebo erreicht; in der ALLIANCE-Studie konnte das progressionsfreie Überleben (PFS) als primärer Endpunkt unter Ibrutinib gegenüber der Standard-Chemoimmuntherapie Bendamustin + Rituximab (BR) ebenfalls signifikant verlängert werden. Auch in der iLLUMINATE-Studie kam es unter der Kombination aus Ibrutinib + Obinutuzumab vs. Chlorambucil + Obinutuzumab zu einer signifikanten PFS-Verbesserung und in der ECOG1912-Studie war das PFS unter Ibrutinib + Rituximab vs. Fludarabin + Cyclophosphamid + Rituximab (FCR) ebenfalls signifikant verlängert.

Die Nebenwirkungsprofile von Ibrutinib stimmten in den einzelnen Studien im Wesentlichen überein. Schwere unerwünschte Nebenwirkungen, die unter Ibrutinib auftreten können, seien vor allem Infektionen, Neoplasien und kardiale Komplikationen. Im Allgemeinen gelte eine Therapie mit Ibrutinib als gut verträglich, wie Stilgenbauer weiter ausführte. Für ihn stelle eine Ibrutinib-Monotherapie – in Konkordanz mit der aktuellen DGHO-Leitlinie – bei der Primärtherapie der CLL daher die Behandlung der Wahl dar. Einzig für Patienten mit unmutiertem IGHV bliebe die Chemotherapie eventuell noch eine Option.

sk

Quelle: Symposium „Primärtherapie der CLL 2019“, DGHO, 13.10.2019, Berlin; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Onkopedia-Leitlinie Chronische Lymphatische Leukämie (CLL), Stand April 2019, www.onkopedia.com
 


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