Montag, 22. April 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

27. September 2018 Präzisionsonkologie: Verbesserte Chancen für Krebspatienten

„Die Onkologie entwickelt sich derzeit mit der Präzisionsonkologie evolutionär fort“, berichtete Dr. Uwe Phillip Strauss, Medizin Onkologie/Hämatologie bei Bayer Vital, Leverkusen. Die Präzisionsonkologie befasst sich mit der molekulargenetischen Aufklärung von Tumoren und zielt darauf ab, die der Krebserkrankung zugrunde liegenden pathologischen Veränderungen zu identifizieren und die daraus entstehenden Tumoren präzise behandeln zu können.
Anzeige:
Fachinformation
Besonders im Bereich der Krebstherapien konnten in den letzten Jahren große Fortschritte verzeichnet werden. „Seit 2011 sind weltweit mehr als 70 neue Krebsmedikamente in über 20 verschiedenen Anwendungsgebieten zugelassen worden. Für die Betroffenen heißt das: verbesserte Therapieergebnisse, eine Reduzierung der Sterblichkeit, die Verbesserung der Lebensqualität und die Möglichkeit zur Behandlung von Patienten, die bisher nicht behandelt werden konnten“, erklärte Frank Schöning, Geschäftsführer der Bayer Vital GmbH im Rahmen des Jahresmedienmeetings in Leverkusen.

Neue Therapieansätze der Präzisionsmedizin erfordern häufig andere Studiendesigns als bisher, da es sich oftmals um wenige Patienten mit bestimmten genetischen Eigenschaften handelt, die gezielt mit einer maßgeschneiderten Therapie behandelt werden sollen. „Es muss verhindert werden, dass die großen Hoffnungen, die mit der Präzisionsmedizin verbunden sind, an den rigiden Standards der evidenzbasierten Medizin abprallen und zunichte gemacht werden“, erklärte Schöning.

Präzisionsonkologische Therapien werden nicht nach Indikationen entwickelt, sondern basieren auf molekulargenetischen Veränderungen, die bei vielen unterschiedlichen Tumoren eine Rolle spielen können. Im Vergleich zu bisherigen Therapien bieten sie für Ärzte und Krebspatienten eine Chance einer besseren Wirksamkeit bei größerer Verträglichkeit.

Der voraussichtlich erste präzisionsonkologische Wirkstoff in der EU, der eine tumorunabhängige Zulassung allein auf der Basis der molekulargenetischen Veränderung im Tumor anstrebt, ist der hochselektive Tropomyosin-Rezeptor-Kinasen(TRK)-Inhibitor Larotrectinib. Dieser Inhibitor wirkt zielgerichtet gegen TRK-Fusionsproteine, die sich in Folge einer pathologischen Genfusion (NTRK(1)-Genfusion) bilden und krebsauslösend sein können. Larotrectinib wurde zur Therapie von lokal fortgeschrittenen oder metastasierten soliden Tumoren, bei denen eine NTRK-Genfusion nachgewiesen wurde, entwickelt. Diese sind insgesamt selten, treten aber sowohl bei Erwachsenen als auch Kindern auf.

Um Patienten mit dieser genetischen Veränderung zu identifizieren, ist ein diagnostischer Nachweis der NTRK-Genfusion essentiell, welcher über Next Generation Sequencing erfolgen kann. Bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit nachgewiesenen TRK-Fusionstumoren erreichte Larotrectinib in den klinischen Studien eine Gesamtansprechrate von 75%. Es traten überwiegend Nebenwirkungen vom Grad 1-2 auf.

„Durch die Präzisionsonkologie wird sich zukünftig bei vielen Tumoren die Erkrankung zumindest chronifizieren, wenn nicht sogar heilen lassen“, konstatierte Strauss.

Quelle: Bayer Vital


Das könnte Sie auch interessieren

Deutsche Bevölkerung hat große Angst vor Krebs und weiß wenig über moderne Krebstherapien

„Vor welcher Krankheit haben Sie persönlich am meisten Angst, dass Sie daran erkranken könnten?“ – Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Ergebnis: 57 Prozent der befragten Deutschen nennen Krebs an erster Stelle. Damit führt Krebs das Feld der gefürchtetsten Krankheiten mit großem Abstand an. Wie gleichzeitig ermittelt wurde, hat nur ein Drittel der Befragten* in letzter Zeit...

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“

Große Jubiläumsaktion „Ich zieh‘ den Hut“
© Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

„Hut ab“ oder „Chapeau“ - das sagen Menschen, um Wertschätzung und Anerkennung vor der Leistung Anderer auszudrücken. Am 25. Juni 2016 bietet die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums an 40 Orten in Deutschland Mitbürgern die Möglichkeit, durch die Geste des „Hutziehens“ ein Zeichen der Solidarität mit an Krebs erkrankten Menschen zu setzen und das Engagement der ehrenamtlich...

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung

World Blood Cancer Day 2017: Mehr Lebenschancen durch nachhaltige Aufklärung
© DKMS gemeinnützige Gesellschaft mbH

in diesem Jahr liegt der Fokus des jährlichen World Blood Cancer Day (WBCD) am 28. Mai auf nachhaltiger Bildung rund um das Thema Blutkrebs. Darüber hinaus wird gemeinsam mit Helfern, Gruppen und Organisationen weltweit im Rahmen des jährlichen Aufmerksamkeitstags Solidarität mit Patienten demonstriert. Die DKMS appelliert: Macht alle mit! Jeder kann sich am WBCD beteiligen und so den Kampf gegen Blutkrebs voranbringen.

Erstes bundesweites Sommertreffen junger engagierter Krebspatienten

Erstes bundesweites Sommertreffen junger engagierter Krebspatienten
© Frantab / fotolia.com

„Danke für den gemeinsamen Spirit. Möge er uns weiter beflügeln“, so ein Feedback zum ersten Sommertreffen junger Krebspatienten in Deutschland. Frauen und Männer aus der gesamten Bundesrepublik kamen vom 29. Juni bis 1. Juli 2018 das erste Mal in Lauterbach (Hessen) zu einem gemeinsamen Kennenlernen und Austausch zusammen. Die etwa 50 Teilnehmer engagieren sich in den TREFFPUNKTEN der Deutschen Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs. Die Stiftung hatte...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Präzisionsonkologie: Verbesserte Chancen für Krebspatienten"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.