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08. November 2018

Phase-III-Studie SOLO-1: Erhaltungstherapie mit Olaparib beim neu diagnostizierten BRCA-mutierten Ovarialkarzinom verlängert PFS

Die randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie SOLO-1 (NCT01844986) untersuchte Olaparib (Lynparza®) in der Erstlinien-Erhaltungstherapie von Patientinnen mit einem neu diagnostizierten, fortgeschrittenen, BRCA-mutierten (BRCAm) Ovarialkarzinom, die auf die primäre Platin-basierte Chemotherapie vollständig oder partiell angesprochen haben. Die Daten zeigen eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) unter Olaparib im Vergleich zu Placebo. Im Olaparib-Therapiearm wurde das Risiko für eine Krankheitsprogression oder Tod um insgesamt 70% (HR=0,30; 95%-KI: 0,23-0,41; p<0,001) gegenüber Placebo verringert.
Nach einer medianen Nachbeobachtung von ca. 41 Monaten war das mediane PFS bei Patientinnen, die mit Olaparib behandelt wurden, immer noch nicht erreicht. Im Vergleich dazu betrug das mediane PFS in der Placebo-Gruppe 13,8 Monate. Von den Patientinnen, die Olaparib erhielten, waren 60% nach 36 Monaten progressionsfrei, verglichen mit 27% der Frauen im Placebo-Arm. Die Daten wurden beim Kongress der ESMO 2018 (Europäische Gesellschaft für medizinische Onkologie) in München vorgestellt und gleichzeitig im New England Journal of Medicine (1) veröffentlicht.
 
Übersicht des primären Studienendpunktes PFS*,**
* Prüfarztbewertung, ** Mediane (Interquartilsabstand) Dauer der Nachbeobachtung 40,7 Monate (34,9-42,9) im Olaparib- und 41,2 Monate (32,2-41,6) im Placebo-Arm, *** Analyse wurde bei 50,6% Datenreife durchgeführt.
  Olaparib (n=260) Placebo (n=130)
Anzahl der Patienten mit Ereignis n (%)*** 102 (39) 96 (73)
Medianes PFS (in Monaten) Nicht erreicht 13,8
Hazard Ratio (95%-KI) 0,30 (0,23-0,41)
p-Wert p<0,0001


Sean Bohen, Executive Vice President, Global Medicines Development und Chief Medical Officer, erklärte: „Derzeit gibt es einen hohen therapeutischen Bedarf in der Behandlung des primär fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms, denn etwa 70% der Frauen erleiden innerhalb von 2 Jahren nach ihrer initialen Therapie ein Rezidiv. Die bemerkenswerten Ergebnisse der SOLO-1-Studie, die zeigen, dass 60% der Frauen mit einem neu diagnostizierten, fortgeschrittenen, BRCA-mutierten Ovarialkarzinom nach 3 Jahren rezidivfrei waren, heben das Potential von Olaparib als Erhaltungstherapie in der Erstlinienbehandlung hervor.“
 
Roy Baynes, Senior Vice President und Head of Global Clinical Development, Chief Medical Officer, MSD Research Laboratories, betonte: „Unser gemeinsames Ziel in der onkologischen Forschung ist die Verbesserung der Langzeitergebnisse für Menschen, die mit Krebs leben. Basierend auf den Ergebnissen der SOLO-1-Studie ist Olaparib zur Zeit der einzige PARP-Inhibitor, der für neu diagnostizierte Patientinnen mit fortgeschrittenem, BRCA-mutiertem Ovarialkarzinom nach Platin-basierter Chemotherapie eine signifikante und klinisch relevante Senkung des Progressionsrisikos gezeigt hat. Wir arbeiten eng mit den Zulassungsbehörden zusammen, um so schnell wie möglich eine Erweiterung der Zulassung für Olaparib Filmtabletten für diese Patientengruppe zu erlangen.“
 
Kathleen Moore, stellvertretende Studienleiterin der SOLO-1-Studie und Associate Director for Clinical Studies am Stephenson Cancer Center an der University of Oklahoma, Oklahoma City, sagte: „Frauen mit Ovarialkarzinom werden häufig erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium diagnostiziert, was leider mit einem schlechten Langzeitüberleben verbunden ist. Die Primärsituation bietet uns die beste Möglichkeit, eine nachhaltige Remission zu erreichen, da beim Auftreten eines Rezidivs Patientinnen normalerweise unheilbar sind. Die Ergebnisse der SOLO-1-Studie zeigen das Potenzial einer Erhaltungstherapie mit Olaparib zu einem früheren Zeitpunkt im Behandlungspfad und untermauern wie wichtig es ist, den BRCA-Mutationsstatus einer Patientin zum Zeitpunkt der Diagnose zu testen. Diese Ergebnisse könnten die Art und Weise verändern, wie wir Frauen mit fortgeschrittenem BRCA-mutierten Ovarialkarzinom zukünftig behandeln.“
 
Das Sicherheitsprofil von Olaparib in der SOLO-1-Studie entsprach dem, welches bei vorherigen klinischen Studien beobachtet wurde. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse (AEs) ≥ 20% waren Übelkeit (77%), Erschöpfung/Asthenie (63%), Erbrechen (40%), Anämie (39%) und Diarrhoe (34%). Die häufigsten AEs ≥ Grad 3 waren Anämie (22%) und Neutropenie (9%). 72% der Patientinnen im Olaparib-Arm blieben bei der empfohlenen Dosis (300 mg bid) und 88% der Patientinnen führten die Olaparib-Behandlung ohne Abbruch aufgrund von AEs fort.
 
AstraZeneca und MSD führen derzeit weitere Studien beim Ovarialkarzinom durch, einschließlich der laufenden Phase-III-Studie GINECO/ENGOTov25 (AGO OVAR 20), PAOLA-1. Diese Studie untersucht die Wirkung der Erhaltungstherapie von Olaparib in Kombination mit Bevacizumab vs. Bevacizumab mit Placebo nach einer primär Platin-basierten Chemotherapie bei Patientinnen mit neu diagnostiziertem fortgeschrittenem Ovarialkarzinom, unabhängig von ihrem BRCA-Status. Ergebnisse werden im zweiten Halbjahr 2019 erwartet.
Quelle: AstraZeneca
Literatur:
(1) Moore K, Colombo N, Scambia G et al.
Maintenance olaparib in patients with newly diagnosed advanced ovarian cancer.
N Engl J Med October 21, 2018.
doi:10.1056/NEJMoa1810858.
 
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