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Medizin

13. Juni 2018 Personalisiert, präzise, prädiktiv: Digitale Technologien transformieren die Onkologie

Personalisierte Krebsmedizin, Tumorprofiling und Präzisionstherapien – die Highlights auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO) zeigen: Molekulare Informationen spielen in der Onkologie heute bereits eine entscheidende Rolle. Digitale Technologien bilden die Grundlage, um diese Informationen zu nutzen und transformieren so die Onkologie. Wie die Digitalisierung Forschung und Versorgung verändert, diskutierten Experten im Rahmen eines Pressedinners der Roche Pharma AG im Kontext aktueller Kongressdaten.
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Wie kein anderes Fachgebiet ist die Onkologie ein zunehmend datengetriebenes Forschungs- und Therapiegebiet. Das zeigte sich auch beim diesjährigen ASCO in Chicago. Genetische Analysen, Tumorprofiling und Bioinformatik in der Onkologie standen prominent auf der Agenda. Patienten mit malignen Erkrankungen werden mehr und mehr aufgrund ihrer spezifischen genetischen Veränderungen stratifiziert und im Sinne einer personalisierten Medizin behandelt.
 
„Insbesondere bei Patienten mit Tumoren unklarer Primärlokalisation, den sogenannten „Cancers of Unknown Primary“ oder kurz „CUP“, ist der medizinische Bedarf hoch und eine detaillierte genetische Analyse häufig der einzige Weg, informierte Therapieentscheidungen zu treffen“, erläuterte Dr. Martin H. Hager, Leiter der Personalisierten Medizin in Medical Affairs bei der Roche Pharma AG.
 
Molekulare Diagnostik als Wegweiser

Die Basis dafür sind umfassende Daten, die eine leistungsstarke, molekulargenetische Diagnostik liefern. „Digitale Technologien helfen uns, aus diesen Daten personalisierte Therapien abzuleiten“, so Hager weiter. In der dazu während der Veranstaltung vorgestellten multizentrischen Phase-II-CUPISCO Studie (NCT03498521) wird der Effekt personalisierter Therapieoptionen auf das progressionsfreie Überleben und Gesamtüberleben gegenüber einer Standardtherapie anhand von 790 Patienten untersucht. Das dazu notwendige genetische Profiling wird über Sequenzierungstechnologie mittels FoundationOne® und FoundationACT® durchgeführt. Die Services von Foundation Medicine ermöglichen eine umfassende Analyse von mehr als 300 krebsrelevanten Genen. Darauf basierende, mögliche Behandlungsoptionen werden in einem Report zusammengefasst und dienen als Entscheidungshilfe bei der Therapieauswahl.
 
Genetische Gemeinsamkeiten prognostisch hochrelevant


Auch bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen kann dieses sogenannte Comprehensive Genomic Profiling (CGP) als Wegweiser dienen sowie Hinweise zur Prognose und zum Therapieansprechen liefern. Ergebnisse einer beim ASCO vorgestellten, restrospektiven Analyse der FIRE-III-Studie zeigen, dass bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom spezifische genetische Veränderungen eine erhebliche prognostische Bedeutung für das Gesamtüberleben unter dem FOLFIRI-Regime (plus Bevacizumab oder Cetuximab) haben (1). „Die FIRE-III-Daten zeigen, dass wir in Zukunft zunehmend auf genomische Profile zurückgreifen werden, um die Prognose zu bestimmen und die Therapie entsprechend zu steuern“, sagte Dr. C. Benedikt Westphalen, Comprehensive Cancer Center München. „In Zukunft werden sich Therapien daher zunehmend auch an genomischen und weniger an anatomischen Gemeinsamkeiten orientieren. Für uns bedeutet das: kleinere Subgruppen und tumorübergreifende Indikationen, differenziert anhand genetischer Veränderungen“, so Westphalen. Die Erforschung neuer Wirkstoffe wie Entrectinib, die abhängig von genetischen Veränderungen, nicht aber vom anatomischen Ursprungsort eingesetzt werden, spiegelt diese Entwicklung wider.
 
Die umfassende genetische Analyse hunderter krebsrelevanter Gene wie mit Hilfe des FoundationOne®-Tests und die Integration dieser Ergebnisse mit weiteren Patienten- und Studiendaten ist ohne digitale Technologien nicht möglich. Die Digitalisierung ist der Schlüssel, um Personalisierte Medizin in die Praxis zu bringen. Die ASCO-Jahrestagung 2018 zeigt: Pharmaunternehmen müssen dazu nicht länger nur Arzneimittelforschung leisten. Personalisierte, präzise Therapien erfordern erhebliche diagnostische und digitale Expertise. Roche stärkt diese Kompetenzen seit vielen Jahren durch strategische Partnerschaften, etwa mit Foundation Medicine, einem Pionier bei der Gewinnung und Auswertung molekularer Informationen. Im Frühjahr 2018 gab Roche zudem die Akquisition von Flatiron bekannt, einem Unternehmen, welches sich auf Technologielösungen im Bereich elektronischer Gesundheitsakten und Daten aus der klinischen Routineversorgung, sogenannten Real World Evidence, spezialisiert hat.


 
Anm. d. Red.: Lesen Sie außerdem zum Thema:
Deep Learning in der Medizin   Molekulargenetik bei soliden Tumoren: Neuer Ausblick durch mehr Einblick   Gezielter Blick ins Genom myeloischer Neoplasien



 

Quelle: Roche

Literatur:

1. Heinemann V et al. ASCO 2018, Abstract 3591


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