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Medizin

24. November 2017 Pertuzumab+Trastuzumab beim frühen HER2-positiven Mammakarzinom: Optimierte Therapie durch doppelte Antikörper-Blockade

Die Entwicklung von Trastuzumab (Herceptin®) hat die Heilungschancen beim frühen HER2-positiven Mammakarzinom entscheidend erhöht. Dennoch gibt es Patientinnen, die trotz erfolgreicher Therapie mit Herceptin einen Rückfall erleiden, sodass nach wie vor Bedarf an weiteren Therapieoptimierungen besteht. Die Hinzunahme von Pertuzumab (Perjeta®▼) zu Herceptin kann das bereits hohe therapeutische Niveau noch einmal signifikant verbessern. Das zeigten zunächst die Erkenntnisse aus der Neoadjuvanz, die zur Zulassung der doppelten Antikörper-Blockade in diesem Setting führten (1,2). Nun belegen die ersten Resultate der APHINITY-Studie, dass das Perjeta-Regime auch in der Adjuvanz überlegen ist: So reduzierte die zusätzliche Behandlung mit Perjeta das Rezidivrisiko gegenüber der alleinigen Therapie mit Herceptin plus Chemotherapie in der Phase-III-Studie signifikant um 19% (HR=0,81; p=0,045) (3). Im Rahmen eines Symposiums von Roche auf dem Herbstkongress der Arbeitsgemeinschaft Internistische Onkologie (AIO) wurden die aktuellen Erkenntnisse zu Perjeta bei der Behandlung von Frauen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom diskutiert.
In die Placebo-kontrollierte, doppelblinde, randomisierte Phase-III-Studie APHINITY3 wurden über 4.800 Therapie-naive Patientinnen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom eingeschlossen. Postoperativ erhielten die Patientinnen als adjuvante Therapie über ein Jahr entweder Perjeta plus Herceptin oder Herceptin plus Placebo. In beiden Armen wurden die Patientinnen zusätzlich mit einer Anthrazyklin- oder Carboplatin-basierten Standard-Chemotherapie behandelt (3).

Erste Resultate der APHINITY-Studie, die erstmals auf dem ASCO 2017 präsentiert wurden, zeigen: Bereits nach einem medianen Follow-up von 45,5 Monaten reduzierte die zusätzliche Perjeta-Gabe das Rezidivrisiko gegenüber der alleinigen Behandlung mit Herceptin plus Chemotherapie signifikant um 19% (HR=0,81; p=0,045) (3). Das invasive krankheitsfreie Überleben (iDFS) nach 3 Jahren lag unter dem Perjeta-Regime bei 94,1% vs. 93,2% unter Herceptin plus Chemotherapie (3). Bei Patientinnen mit nodal-positiver Erkrankung oder Hormonrezeptor-negativen Tumoren wurde das Rezidivrisiko durch die zusätzliche Gabe von Perjeta um 23% (HR=0,77; p=0,019) bzw. 24% (HR=0,76; p=0,085) reduziert. Eine auf den vorhandenen Daten von APHINITY basierende Messung des iDFS nach 4 Jahren zeigt zudem sowohl für das Gesamtkollektiv (92,3% vs. 90,6%) als auch die beiden Subgruppen eine noch deutlichere Verbesserung der iDFS-Raten (nodal-positive Patientinnen: 89,9% vs. 86,7%; Hormonrezeptor-negative Patientinnen: 91,0% vs. 88,7%) (3). Die APHINITY-Studie bestätigte darüber hinaus das bekannte Sicherheitsprofil der doppelten Antikörper-Blockade (1,3).

Perjeta plus Herceptin schon heute beim frühen Brustkrebs einsetzen

Beim frühen HER2-positiven Mammakarzinom ist Perjeta in Kombination mit Herceptin und einer Chemotherapie bisher nur für die neoadjuvante Therapie zugelassen (1). Die Studiendaten belegen die Vorteile der doppelten Antikörperblockade in diesem Setting: So erreichten Patientinnen in der zulassungsrelevanten Studie NeoSphere, die Perjeta zusätzlich zu Herceptin und Docetaxel erhielten, nahezu doppelt so häufig eine pCR in Brust und Axilla (ypT0/is ypN0) – die pCR-Rate erhöhte sich signifikant von 21,5% auf 39,3% (p=0,0063) (2).

▼ Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Bitte melden Sie Nebenwirkungen an die Roche Pharma AG (grenzach.drug_safety@roche.com oder Fax +49 (0)7624 / 14-3183) oder an das Paul-Ehrlich-Institut (www.pei.de oder Fax: +49 (0)6103 / 77-1234).

Quelle: Roche

Literatur:

(1) Fachinformation Perjeta®, Stand: Juli 2017
(2) Gianni L et al. Lancet Oncol 2012; 13: 25-32
(3) von Minckwitz G, et al. N Engl J Med 2017; 377(2): 122-131


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