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Medizin

06. Juni 2018 Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom: Dauerhaftes Tumoransprechen auf Immuntherapie bestätigt

Die seit Dezember 2015 laufende Phase-II-Studie KEYNOTE-158 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit des PD-1-Inhibitors Pembrolizumab (KEYTRUDA®) bei Patienten mit 11 verschiedenen fortgeschrittenen soliden Tumoren, die nach Standardtherapien einen Progress erlitten haben. Bei der 54. ASCO-Jahrestagung in Chicago/IL, USA, wurde eine aktuelle Analyse aller 98 eingeschlossenen Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom vorgestellt, die die positiven Ergebnisse der vorangegangenen Analyse bestätigte. Die objektive Ansprechrate lag bei dieser Patientinnengruppe bei 12,2%, wobei die Frauen, bei denen es zu einer Remission kam, dauerhaft auf den Immun-Checkpoint-Inhibitor ansprachen. Bemerkenswert war, dass ausschließlich Patientinnen mit PD-L1-positiven Tumoren komplette oder partielle Remissionen erreichten.
Die Patientinnen mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom waren mit mind. einer Standardtherapie vortherapiert, einen ECOG Performance-Status von 0-1. Sie erhielten 200 mg Pembrolizumab alle 3 Wochen für 2 Jahre oder bis zur Krankheitsprogression, intolerabler Toxizität oder dem Abbruch der Studienteilnahme. Im ersten Jahr erfolgte eine Bildgebung alle 9 Wochen, danach alle 12 Wochen. Eine PD-L1-Positivität – definiert als kombinierter positiver Score (CPS) ≥ 1 wurde retrospektiv per IHC bestimmt.

Das mediane Alter der 98 Patientinnen lag bei 46 Jahren, bei knapp 94% lag eine metastasierte Erkrankung vor. 84% hatten PD-L1-positive Tumoren. Die mediane Dauer des Follow-Ups betrug 10,2 Monate (Datenschnitt 15. Januar 2018).

Die ORR lag bei 12,2% (95%-KI: 6,5%-20,4%), wobei 3 Patientinnen komplett und 9 partiell ansprachen. Bei 18 weiteren Patientinnen stabilisierte sich die Erkrankung. Alle 12 Remissionen wurden bei den 82 Patientinnen mit PD-L1-positiven Tumoren dokumentiert, so dass in der PD-L1-positiven Kohorte die ORR bei 14,6% (95%-KI: 7,8%-24,2%) lag. Die Frauen, die auf die Behandlung ansprachen, zeigten eine langanhaltende Response. Die mediane Dauer des Ansprechens war noch nicht erreicht. Zum Zeitpunkt der Analyse waren 6 der 12 Frauen immer noch ohne Progress. Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) lag bei 2,1 Monaten mit einer 6-Monats-PFS-Rate von 25%, das mediane Gesamtüberleben (OS) betrug 9,4 Monate mit einer 6-Monats-OS-Rate von 75,2%.

Bei 65,3% der Frauen kam es zu Nebenwirkungen aller Grade, bei 12,2% zu Nebenwirkungen von Grad 3-4. Insgesamt war das Sicherheitsprofil handhabbar. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Hypothyreoidismus (10,2%), verminderter Appetit (9,2%), Fatigue (9,2%) und Diarrhoe (8,2%).

Die vorgestellten Daten sind konsistent mit Ergebnissen aus der KEYNOTE-028-Studie bei Frauen mit PD-L1-positiven fortgeschrittenen Zervixkarzinomen (2) und bestätigen, dass auch bei diesen mehrfach vorbehandelten Patientinnen durch eine Immuntherapie mit Pembrolizumab noch ein langanhaltendes Ansprechen inklusive kompletter Remissionen erreicht werden kann.

red

Quelle: ASCO 2018

Literatur:

(1) Chung HC et al. Pembrolizumab treatment of advanced cervical cancer: Updated results from the phase 2 KEYNOTE-158 study. J Clin Oncol 36, 2018 (suppl; abstr 5522)
(2) Frenel JS et al. J Clin Oncol 2017;35(36): 4035-4041


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