Sonntag, 24. März 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

04. Dezember 2018 PV: 5-Jahres-Daten der RESPONSE-Studie bestätigen Wirksamkeit und Sicherheit von Ruxolitinib im Langzeitverlauf

Seit 2015 ist der Januskinasen (JAK)-Inhibitor Ruxolitinib (Jakavi®) zur Therapie erwachsener Patienten mit Polycythaemia Vera (PV) mit Resistenz oder Unverträglichkeit gegenüber Hydroxycarbamid (Hydroxyurea/HU) zugelassen. Im Rahmen des ASH-Meetings wurden dazu neue Langzeitdaten vorgestellt, die mit Spannung erwartet worden waren. Die 5-Jahres-Daten der Phase-III-Studie RESPONSE, die gleichzeitig die finale Analyse der Studie darstellen, unterstreichen den langfristigen therapeutischen Nutzen von Ruxolitinib bei Patienten mit PV.
Die randomisierte (1:1) Phase-III-Studie RESPONSE (Randomized Study of Efficacy and Safety in POlycythemia Vera with JAK Inhibitor Ruxolitinib VerSus BEst Available Care) vergleicht die Wirksamkeit und Sicherheit von Ruxolitinib und der besten verfügbaren Therapie (BAT) bei 222 Hydroxycarbamid (Hydroxyurea/HU)-resistenten/-intoleranten PV-Patienten. Im Verlauf der Studie konnten Patienten mit unzureichendem Ansprechen unter BAT in den Ruxolitinib-Arm wechseln. Die ASH-Daten liefern nun Informationen zur Wirksamkeit und Sicherheit von Ruxolitinib bei PV im Langzeitverlauf.

Frühere Auswertungen der Studie hatten bereits ergeben, dass unter dem Einfluss von Ruxolitinib signifikant mehr Patienten ein primäres Ansprechen – repräsentiert durch Hämatokritkontrolle und Milzvolumenreduktion um mindestens 35% – erreichten (23% vs. 1% unter BAT; p˂ 0,0001). Das 4-Jahres-Update hatte im vergangenen Jahr bestätigt, dass das primäre und das klinisch-hämatologische Ansprechen (CLHM) in der Ruxolitinib-Gruppe erhalten blieben und sich auch das Sicherheitsprofil gegenüber vorherigen Analysen nicht geändert hatte.

Zum Zeitpunkt der 5-Jahres-Analyse hatten 65,5% der Patienten im Ruxolitinib-Arm und 65,3% der Cross-over-Patienten die Behandlung protokollgemäß beendet. Bereits nach 80 Wochen hatte sich kein einziger Patient mehr im BAT-Arm befunden; im Wesentlichen wegen unzureichender Wirksamkeit. Die Patienten der BAT-Gruppe waren nach im Mittel 34,7 Wochen in den Ruxolitinib-Arm gewechselt (Cross-over). Nur 15% der Patiuenten unter einer Therapie mit Ruxolitinib brachen die Studie im Laufe der 5 Jahre aufgrund von Nebenwirkungen ab. Die Rate an nicht-hämatologischen Nebenwirkungen war dabei unter Ruxolitinib geringer als unter BAT. Unter den hämatologischen Nebenwirkungen traten unter Ruxoloitinib häufiger Anämien auf, die aber in der Regel mild bis moderat ausgeprägt waren. Die Rate an schweren Nebenwirkungen bezogen auf die Exposition über 100 Patientenjahre betrug unter Ruxolitinib 10,3 gegenüber 13,6 im BAT-Arm und 13,0 für die Cross-over-Patienten.

Die Wahrscheinlichkeit, ein primäres Ansprechen über 244 Wochen (Beginn in Woche 32) aufrecht zu erhalten, lag der neuen Analyse zufolge bei 74%, die Wahrscheinlichkeit eines CLHM-Ansprechens bei 67%. Die mediane Dauer des primären Ansprechens sowie die Dauer des CLHM-Ansprechens waren zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht erreicht. 6/25 Patienten mit primärem Ansprechen im Ruxolitinib-Arm hatten einen Progress erlitten, ebenso wie 21 der 70 Patienten mit CLHM-Ansprechen.

In der Intention-to-Treat-Analyse, die kein Cross-over berücksichtigt, lag die 5-Jahres-Gesamtüberlebens-Wahrscheinlichkeit bei 91,9% (95%-KI: 84,4-95,9) unter Ruxolitinib und bei 91,0% (95%-KI: 82,8-95,4) unter BAT (HR=0,95 [95%-KI: 0,38-2,41]). Die Autoren weisen aber darauf hin, dass diese Ergebnisse durch ausgeprägtes Cross-over verfälscht sein könnten.

Insgesamt schließen die Autoren aus den vorliegenden Daten, dass sich auch nach einer Follow-up-Zeit von 5 Jahren bei HU-resistenten bzw. -intoleranten Patienten mit PV dauerhafte klinische Vorteile einer Langzeittherapie mit Ruxolitinib zeigen. Die erreichten Überlebensraten nach 5 Jahren seien höher als die, die bisher in anderen Untersuchungen mit dieser Patientenpopulation erreicht worden seien, so die Autoren. Die Sicherheit von Ruxolitinib im Langzeitverlauf entsprach den Ergebnissen früherer Untersuchungen. „Die Daten der abgeschlossenen RESPONSE-Studie bestätigen, dass Ruxolitinib eine sichere und wirksame therapeutische Option für Patienten mit PV ist, die resistent oder intolerant gegen HU sind,“ resümieren die Autoren.

cs
 

Quelle: ASH 2018

Literatur:

(1) Kiladjian JJ et al. Long-Term Efficacy and Safety (5 Years) in RESPONSE, a Phase 3 Study Comparing Ruxolitinib (rux) with Best Available Therapy (BAT) in Hydroxyurea (HU)-Resistant/Intolerant Patients (pts) with Polycythemia Vera (PV). Poster im Rahmen der 60. Jahrestagung der American Society of Clinical Hematology (ASH) 2018, 1. Dezember 2018; Abstract 1753


Das könnte Sie auch interessieren

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Forschung für besseren Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
© Petry

Humane Papillomviren, kurz HPV, sind die häufigsten sexuell übertragenen Viren der Welt. Einige Virentypen können Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und andere Krebsarten verursachen. Wissenschaftler kooperieren jetzt in einer neuen Studie, um ein HPV-Typ-spezifisches Modell für den Krankheitsverlauf von HPV-Infektionen zu entwickeln. Dazu werden klinische Daten aus großen populationsbasierten Studien der Frauenklinik Wolfsburg in Zusammenarbeit mit einer...

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste

Brustkrebs: Informationen helfen gegen Ängste
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Aktuelle Studien belegen: Patientinnen mit der Diagnose Brustkrebs profitieren von  guter Gesundheitsinformation und Aufklärung. Ängste und Sorgen nehmen ab, die Lebensqualität steigt. Der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) informiert Betroffene und Angehörige seit 30 Jahren rund um das Thema Krebs. Bei 50 Prozent aller Anfragen zu Tumorlokalisationen steht das Thema Brustkrebs im Vordergrund.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"PV: 5-Jahres-Daten der RESPONSE-Studie bestätigen Wirksamkeit und Sicherheit von Ruxolitinib im Langzeitverlauf"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.