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Medizin

29. September 2019 PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie

Die finalen Daten der Phase-III-Studie KEYNOTE-062, die bei der ASCO Jahrestagung 2019 in Chicago vorgestellt wurden, hatten gezeigt, dass die Erstlinienbehandlung mit Pembrolizumab eine zukünftige Therapiealternative für Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem PD-L1-positiven Magenkarzinom oder Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs (AEG) darstellt. Die Immuntherapie war einer Standard-Chemotherapie bei deutlich verbesserter Verträglichkeit in puncto Überleben nicht unterlegen, bei Patienten mit hoher PD-L1-Expression hatte sich sogar ein Überlebensvorteil gezeigt (1). Beim ESMO-Kongress 2019 in Barcelona, Spanien, stellte Prof. Dr. Eric van Cutsem, Leuven, Belgien, nun die Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität im Rahmen eines Posters vor (2).
Patient Reported Outcomes (PROs) werden in der klinischen Onkologie zur Beurteilung des Erfolgs einer Behandlung immer wichtiger, da sie eine Perspektive des Patienten einbringen, die durch klinische Parameter möglicherweise nicht erfasst wird, aber für den Patienten und auch für seine Therapietreue sehr bedeutsam sein kann. Ein typisches PRO ist die gesundheitsbezogene Lebensqualität (Health-Related Quality of Life, HRQoL), die von den Patienten mittels eines Fragebogens dokumentiert wird und physische, psychische und soziale Dimensionen gleichermaßen erfasst.

Wie van Cutsem berichtete, gingen 495 Patienten in die Analyse zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität ein, darunter 252 in der Pembrolizumab-Gruppe und 243 in der Chemotherapie-Gruppe. Die Patienten wurden zu Beginn der Behandlung und über 18 Wochen unter laufender Therapie mittels zweier Fragebögen (QLQ-C30 und QLQ-STO22) nach ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität befragt. Über 80% der Patienten in beiden Behandlungsgruppen füllten die Fragebögen bis zur Woche 18 aus.

Die gesundheitsbezogene Lebensqualität erwies sich in beiden Behandlungsgruppen als vergleichbar – unabhängig davon, welcher der beiden Fragebögen ausgewertet wurde. Ein signifikanter Vorteil zugunsten von Pembrolizumab zeigte sich beim QLQ-C30-Fragebogen hinsichtlich des Parameters Übelkeit und Erbrechen.

Nach Ansicht der Autoren stützen die aktuellen Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität zusammen mit den bereits vorliegenden Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit das gute Nutzen/Risiko-Verhältnis von Pembrolizumab und untermauern dessen Bedeutung als überlegene Erstlinienbehandlung bei Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom oder AEG.

CS

Quelle: ESMO 2019

Literatur:

(1) Tabernero J et al. J Clin Oncol 37, 2019 (suppl; abstr LBA4007) und Vortrag bei der Oral Abstract Session „Gastrointestinal (Noncolorectal) Cancer“, ASCO 2019
(2) Van Cutsem E et al. Health-Related Quality of Life (HRQoL) Impact of Pembrolizumab (P) Versus Chemotherapy (C) as First-Line (1L) Treatment in PD-L1–Positive Advanced Gastric or Gastroesophageal Junction (G/GEJ) Adenocarcinoma. ESMO 2019, Abstract #LBA45


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