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Medizin

14. März 2018 PD-1- und PD-L1-Expression mit Mismatch-repair-Status und Prognose für Chemoradiotherapie-naive Patienten mit ösophagealen und gastralen Adenokarzinomen assoziiert

Obwohl eine neoadjuvante/adjuvante Behandlung das Überleben von Patienten mit resezierbaren Ösophagus- und Magenkarzinomen (EG) verbessert, bleibt die Prognose schlecht und es besteht ein großer Bedarf, neue Behandlungsstrategien und geeignete Biomarker zu identifizieren. Die PD-L1-Expression ist zusammen mit dem Mismatch-repair (MMR)-Status ein putativer Biomarker für das Ansprechen auf immunmodulierende Therapien, deren prognostischer Wert bei EG-Karzinomen jedoch noch unklar ist. Deshalb war das Ziel dieser Studie, die PD-L1-Expression von Tumorzellen (TC) und Tumor-infiltrierenden Immunzellen (TIC) und die Expression des PD-1-Rezeptors auf TCI bei EG-Adenokarzinomen zu untersuchen. Dabei wurde besonderes Augenmerk auf die Assoziation mit dem MMR-Status und der Prognose gelegt.
Die PD-L1- und PD-1-Expression von TC und/oder TIC wurde mittels Immunhistochemie (IHC) auf Gewebe-Microarrys mit primären Tumoren einer retrospektiven konsekutiven Kohorte von 175 Patienten mit Chemoradiotherapie-naiven resezierten EG-Adenokarzinomen untersucht. Der MMR-Status wurde durch IHC bestimmt. Der prognostische Wert von PD-L1 und PD-1 wurde auch auf mRNA-Ebene bei 354 Fällen von Magen-Adenokarzinomen im Cancer Genome Atlas untersucht.
 
Die PD-1-Expression war nicht mit dem MMR-Status assoziiert, aber die PD-L1-Expression von TC und TIC war signifikant mit MMR-Defizienz assoziiert (p<0,001). Weder die PD-L1-Expression der TC noch der MMR-Status stellten sich als Prognosefaktoren heraus. Eine hohe Expression von PD-1 (10%) und PD-L1 (> 50%) in TIC war jedoch signifikant assoziiert mit einem verlängerten Gesamtüberleben (OS), letzteres unabhängig von anderen Prognosefaktoren und dem MMR-Status (HR=0,39; 95%-KI: 0,15-0,99). Darüber hinaus war der prognostische Wert nur in MMR-fähigen Tumoren evident und für Ösophagus- und Magenkarzinome ähnlich. Auf Transkriptionsebene hatte die PD-L1-Expression keinen prognostischen Wert, aber eine hohe PD-1-Expression war signifikant mit einem verlängerten OS beim Adenokarzinom des Magens assoziiert (p=0,012).
 
Eine hohe Expression von PD-L1, aber nicht von PD-1 ist signifikant mit MMR-Defizienz in EG-Karzinomen assoziiert. Eine hohe PD-L1-Expression in TIC, aber nicht in TC oder eine hohe PD-1-Expression in TIC, bedeutet ein verlängertes Überleben, insbesondere in MMR-fähigen Tumoren.    

(übers. von um)

Quelle: ASCO GI 2018

Literatur:

Svensson M et al. J Clin Oncol 36, 2018 (suppl 4S; abstr 9)


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