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Medizin

07. November 2018 PD-1-Inhibitor Nivolumab beim NSCLC

Im Jahr 2015 wurden die ersten Checkpoint-Inhibitoren für Lungenkrebs zugelassen. Zulassungen für weitere Entitäten folgten, bevor 2018 der Nobelpreis für Medizin für die Grundlagenforschung verliehen wurde, die zur Entwicklung der Krebstherapie mit Checkpoint-Inhibitoren geführt hat. Während des ESMO 2018 diskutierten Experten darüber, wann bei nichtkleinzelligen Bronchialkarzinomen (NSCLC) eine Immunonkologie-Therapie (IO), eine Chemotherapie (CT) oder eine Kombination aus beidem indiziert ist und ob es Biomarker für die ein oder andere Therapieentscheidung gibt.
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Bei der Erforschung geeigneter prädiktiver Biomarker für die IO wurde die Tumorexpression von PD-L1 (Programmed Death-Ligand 1) beim NSCLC für den Einsatz von PD-1-Inhibitoren bislang am besten evaluiert. In der klinischen Praxis ist der Zulassungsstatus des PD-1-Inhibitors zu berücksichtigen. Da die immunhistochemische Bestimmung von PD-L1 in technischer Hinsicht derzeit noch unterschiedlich gehandhabt wird, kommt es zu methodisch bedingten Abweichungen der Analyseergebnisse. Für den PD-1-Inhibitor Nivolumab (Opdivo®) besteht die Zulassung als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen unabhängig vom PD-L1-Status, sodass eine PD-L1-Testung vor Therapie entfallen kann. Eine IO-Monotherapie ist eine Option in der Erstlinienbehandlung von NSCLC-Patienten mit ≥ 50% PD-L1-Expression (1). Nivolumab + CT hat einen Nutzen bei PD-L1 < 1% bewiesen (2). Nivolumab + Ipilimumab konnte einen dauerhaften Benefit bei Patienten mit hoher Tumormutationslast (TMB) zeigen (3).

Die Tumormutationslast

Ein potentieller Biomarker für das Ansprechen einer immunonkologischen Therapie ist die TMB. Sie ist ein Maß für die Anzahl an Mutationen in einem definierten Bereich des genetischen Materials und wird durch DNA-Sequenzierung bestimmt. Tumoren mit hoher TMB korrelieren mit einer größeren Tumorimmunogenität und sprechen besser auf immunonkologische Therapien an. Daher wird in klinischen Studien die TMB als ein potenzieller prädiktiver Biomarker für eine immunonkologische Therapie untersucht.

Dr. rer. nat. Anette Junker

Quelle: Satellitensymposium „Expanding Horizons in Lung Cancer Treatment: New Data and Emerging Biomarkers", ESMO, 21.10.2018, München; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) Reck M et al. N Engl J Med 2016;375(19):1823-1833.
(2) Borghaei H et al. ASCO 2018 Abstract 9001.
(3) Hellmann MD et al. N Engl J Med 2018;378:2093-2104.


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