Dienstag, 18. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

07. November 2018 PD-1-Inhibitor Nivolumab beim NSCLC

Im Jahr 2015 wurden die ersten Checkpoint-Inhibitoren für Lungenkrebs zugelassen. Zulassungen für weitere Entitäten folgten, bevor 2018 der Nobelpreis für Medizin für die Grundlagenforschung verliehen wurde, die zur Entwicklung der Krebstherapie mit Checkpoint-Inhibitoren geführt hat. Während des ESMO 2018 diskutierten Experten darüber, wann bei nichtkleinzelligen Bronchialkarzinomen (NSCLC) eine Immunonkologie-Therapie (IO), eine Chemotherapie (CT) oder eine Kombination aus beidem indiziert ist und ob es Biomarker für die ein oder andere Therapieentscheidung gibt.
Bei der Erforschung geeigneter prädiktiver Biomarker für die IO wurde die Tumorexpression von PD-L1 (Programmed Death-Ligand 1) beim NSCLC für den Einsatz von PD-1-Inhibitoren bislang am besten evaluiert. In der klinischen Praxis ist der Zulassungsstatus des PD-1-Inhibitors zu berücksichtigen. Da die immunhistochemische Bestimmung von PD-L1 in technischer Hinsicht derzeit noch unterschiedlich gehandhabt wird, kommt es zu methodisch bedingten Abweichungen der Analyseergebnisse. Für den PD-1-Inhibitor Nivolumab (Opdivo®) besteht die Zulassung als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC nach vorheriger Chemotherapie bei Erwachsenen unabhängig vom PD-L1-Status, sodass eine PD-L1-Testung vor Therapie entfallen kann. Eine IO-Monotherapie ist eine Option in der Erstlinienbehandlung von NSCLC-Patienten mit ≥ 50% PD-L1-Expression (1). Nivolumab + CT hat einen Nutzen bei PD-L1 < 1% bewiesen (2). Nivolumab + Ipilimumab konnte einen dauerhaften Benefit bei Patienten mit hoher Tumormutationslast (TMB) zeigen (3).

Die Tumormutationslast

Ein potentieller Biomarker für das Ansprechen einer immunonkologischen Therapie ist die TMB. Sie ist ein Maß für die Anzahl an Mutationen in einem definierten Bereich des genetischen Materials und wird durch DNA-Sequenzierung bestimmt. Tumoren mit hoher TMB korrelieren mit einer größeren Tumorimmunogenität und sprechen besser auf immunonkologische Therapien an. Daher wird in klinischen Studien die TMB als ein potenzieller prädiktiver Biomarker für eine immunonkologische Therapie untersucht.

Dr. rer. nat. Anette Junker

Quelle: Satellitensymposium „Expanding Horizons in Lung Cancer Treatment: New Data and Emerging Biomarkers", ESMO, 21.10.2018, München; Veranstalter: Bristol-Myers Squibb

Literatur:

(1) Reck M et al. N Engl J Med 2016;375(19):1823-1833.
(2) Borghaei H et al. ASCO 2018 Abstract 9001.
(3) Hellmann MD et al. N Engl J Med 2018;378:2093-2104.


Das könnte Sie auch interessieren

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"PD-1-Inhibitor Nivolumab beim NSCLC"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EHA 2019
  • Subgruppenanalyse der ELIANA- und ENSIGN: Tisagenlecleucel auch bei jungen Patienten mit r/rALL und zytogenetischen Hochrisiko-Anomalien sicher und effektiv
  • Polycythaemia vera: Molekulares Ansprechen korreliert mit vermindertem Thrombose-Risiko und einer Reduktion von Thrombose- und PFS-Ereignissen
  • AML-Therapie 2019: Neue Substanzen im klinischen Einsatz, aber nach wie vor hoher Bedarf an neuen Therapieoptionen
  • Eisenüberladung bei Patienten mit Niedrigrisiko-MDS auch in Pankreas und Knochenmark nachweisbar
  • CML: Switch auf Zweitgenerations-TKIs nach unzureichendem Ansprechen auf Imatinib in der Erstlinie führt zu tieferen molekularen Remissionen
  • FLT3-mutierte AML: Midostaurin wirksam bei allen ELN-Risikoklassen und bei unterschiedlichen Gensignaturen
  • Real-world-Daten: Transfusionsabhängigkeit und Ringsideroblasten bei Niedrigrisiko-MDS assoziiert mit toxischer Eisenspezies und verkürztem Überleben
  • Erstlinientherapie der CML: Nilotinib führt auch im klinischen Alltag zu tieferen molekularen Remissionen als Imatinib
  • Weltweite Umfrage bei Ärzten und Patienten zur ITP-Therapie unterstreicht Zufriedenheit mit Thrombopoetinrezeptor-Agonisten
  • Therapiefreie Remission nach zeitlich begrenzter Zweitlinientherapie mit Eltrombopag bei Patienten mit primärer ITP erscheint möglich