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Medizin

10. Januar 2018
Seite 5/6



Lebensqualität – Was ist für die Patientin relevant?

Die Frage, welchen Nutzen eine Erhaltungstherapie für die Patientin hat, lasse sich nicht allein anhand des PFS beantworten. Entscheidender sei die Frage, ob die Progressionsfreiheit einen Lebensqualitätsvorteil mit sich bringt, erklärte Hilpert. In diesem Kontext sei es wichtig, den individuellen Benefit mittels geeigneter, patientenfokussierter Instrumente zu erfassen. Hilpert verwies darauf, dass die Einschätzung der Ärzte in Bezug auf die Relevanz von Toxizitäten sich oftmals nicht mit der Wahrnehmung der Patienten decke. Insbesondere subjektive Toxizitäten, also die tatsächliche Belastung der Patienten durch Nebenwirkungen der Therapie, würden von Ärzten häufig unterschätzt. Ein probates Mittel zur Erfassung subjektiver Toxizitäten sind die Patient-related outcomes (PROs). Dabei handelt es sich um validierte Fragebögen für Daten, die von den Patienten selbst geliefert werden. In der NOVA-Studie kamen zur Lebensqualitätsanalyse zwei Instrumente zum Einsatz: der EQ-5D-5L-Fragebogen zur Erfassung der Funktionalität der Patienten im Alltag und der FOSI – Functional Assessment of Cancer Therapy - Ovarian Symptom Index –, ein Ovarialkarzinom-spezifischer 8-Punkte-Index für die Symptome Fatigue, Schmerz, Übelkeit, Erbrechen, Schwellung/Druckgefühl, Krämpfe im Bauch, Angst und Lebensqualität. PRO-Messungen wurden zu Beginn der Studie und danach für die ersten 12 Monate alle acht Wochen durchgeführt. Die letzte Messung erfolgte 6-10 Wochen nach Behandlungsstopp.

Keine Einbußen bei der Lebensqualität

Der im EQ-5D-5L-Fragebogen erhobene adjustierte Health Utility Index (HUI) als globales Maß für die Lebensqualität (QoL) gab in keiner der untersuchten Kohorten (Patientinnen mit bzw. ohne BRCA-Keimbahnmutation) Hinweis auf eine Verschlechterung der Lebensqualität durch die Niraparib-Erhaltungstherapie. Dass sich das Toxizitätsprofil von Niraparib nicht in einer eingeschränkten Lebensqualität niederschlägt, sei „eine wichtige Message an die Patientin“, so Hilpert. Als Zugewinn für die Patientinnen sei zudem zu werten, dass unter Niraparib der Patienten-zentrierte Endpunkt PFST – die Zeit bis zur ersten nachfolgenden Therapie – sich in allen Kohorten deutlich und signifikant verlängerte: von 8,4 Monaten unter Placebo auf 21,0 Monate in der Kohorte mit BRCA-Keimbahnmutation (HR 0,31; p<0,0001) und von 7,2 Monaten auf 11,8 Monate in der Kohorte ohne BRCA-Keimbahnmutation (HR 0,55; p<0,0001) (14). Dieser Aspekt sei durchaus relevant, denn das TFST sei – anders als das PFS – ein Maß für die therapiefreie und damit in der Regel asymptomatische Zeit. Grund dafür ist, dass beim Rezidiv eines Ovarialkarzinoms mit der Therapie erst begonnen wird, wenn die Patientin symptomatisch wird.
 

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