Freitag, 22. März 2019
Navigation öffnen

Medizin

15. November 2018 Osteoprotektion mit Denosumab frühzeitig initiieren

Patienten mit soliden Tumoren profitieren von einer frühen Osteoprotektion innerhalb von 3 Monaten nach der Diagnose von Knochenmetastasen. Das zeigt die Auswertung einer Datenbank deutscher Krankenkassen mit über 3 Millionen Patienten, die beim Annual Meeting der Multinational Association of Supportive Care in Cancer (MASCC) in Wien präsentiert wurde (1).
Anzeige:
Wichtig beim frühzeitigen Einsatz einer antiresorptiven Therapie mit Denosumab (XGEVA®) oder Zoledronsäure ist eine vorherige zahnärztliche Untersuchung mit präventiver Zahnbehandlung und die regelmäßige Kontrolle des Zahnstatus, um das Risiko einer Kieferosteonekrose, einer seltenen Nebenwirkung, die bei einer antiresorptiven Therapie auftreten kann, zu minimieren. Im Rahmen eines neuen eCME-Learnings unter http://cme.medlearning.de/ können sich interessierte Onkologen, Zahnärzte und Kieferchirurgen kostenlos über Prävention, Diagnose und Behandlung von Kieferosteonekrosen informieren. Die Inhalte basieren auf der interdisziplinären Zusammenarbeit der Experten PD Dr. Dr. Sven Otto, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Klinikums der Universität München, PD Dr. Tilman Todenhöfer, Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Tübingen, und Prof. Dr. Ingo Diel, Praxisklinik am Rosengarten Mannheim, Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie.

Osteoprotektion bei Knochenmetastasen innerhalb von 3 Monaten ab Diagnose

Die frühzeitige Knochenprotektion ist vorteilhaft: Wie die Daten vom MASCC zeigen, ist die Zeit bis zum Auftreten einer ersten und zweiten Komplikation bei Knochenmetastasen länger, wenn Patienten eine frühzeitige osteoprotektive Therapie erhalten. Einbezogen in die Datenanalyse waren erwachsene Patienten mit soliden Tumoren und neu diagnostizierten Knochenmetastasen, die innerhalb von 9 Monaten vor Studieneinschluss eine osteoprotektive Therapie zur Prävention skelettbezogener Komplikationen erhalten hatten. Die frühe Diagnose in Bezug auf die Initiierung einer osteoprotektiven Therapie ab Diagnose war definiert als ≤ 3 Monate. Als spät wurde ein Beginn der osteoprotektiven Therapie nach > 3-9 Monaten definiert. Insgesamt waren 592 Patienten (früh: n=444, spät: n=148) in die Auswertung einbezogen. In beiden Gruppen hatten je 35,1% der Patienten ein Mamma- bzw. Prostatakarzinom, 18,2% ein Lungenkarzinom und 11,5% andere solide Tumoren. Das mittlere Alter der Patienten lag bei rund 70 Jahren, ca. 22% hatten bereits eine skelettale Komplikation erlitten. Die häufigsten skelettalen Komplikationen waren pathologische Frakturen und Bestrahlung. Die mediane Zeit bis zur ersten Knochenkomplikation betrug 19 Monate (95%-KI: 12-33) bei frühem Beginn einer osteoprotektiven Therapie. Bei später Initiierung trat die erste Knochenkomplikation im Median bereits nach 7 Monaten (95%-KI: 4-20) auf und damit median 12 Monate früher als in der Gruppe, die eine frühzeitige Osteoprotektion erhalten hatte. Auch bei der medianen Zeit bis zur zweiten skelettalen Komplikation profitierten die Patienten vom frühen Einsatz der Osteoprotektion: Die Zeit betrug in dieser Gruppe 39 Monate (95%-KI: 33-NR). Bei später Initiierung dauerte es median 21 Monate (95%-KI: 13-NR), bis eine zweite Knochenkomplikation auftrat (1).
 
Denosumab: Gute Wirksamkeit ab der ersten Knochenmetastase

Knochenmetastasen sind ein klinisch relevantes Problem in der Onkologie und mit einer hohen Morbidität assoziiert. Insbesondere solide Tumoren wie Lungen-, Mamma- und Prostatakarzinom sind mit einer Metastasierung am Knochen assoziiert (2). Der frühzeitige Einsatz von osteoprotektiven Substanzen zur Prävention von skelettalen Komplikationen wie pathologischen Frakturen, Bestrahlung des Knochens, Rückenmarkkompression oder operativen Eingriffen am Knochen wird daher in nationalen und internationalen Leitlinien empfohlen (2,3). Einen hohen Stellenwert hat Denosumab, das zur Prävention skelettbezogener Komplikationen bei Erwachsenen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen und Knochenbefall indiziert ist (4). Die Wirksamkeit von Denosumab – bereits ab der ersten Knochenmetastase – wurde in 3 Zulassungsstudien und einer integrierten Analyse dieser Studien bei mehr als 5.700 onkologischen Patienten mit Knochenmetastasen untersucht. Indikationsübergreifend konnte Denosumab die Zeit bis zum ersten Auftreten einer Knochenkomplikation gegenüber dem Bisphosphonat Zoledronsäure signifikant um 8,2 Monate verlängern (5).

Quelle: Amgen

Literatur:

(1) M et al. Supportive Care in Cancer 2018;26(Suppl 2):S39–S364, MASCC, Wien, 28.-30. Juni 2018, Abstract PS051 und Poster
(2) Coleman R et al. Annals of Oncology 2014;25(Suppl 3):ii124–ii137.
(3) S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-054OLl_S3_Supportiv_2017-05.pdf (Zugriff 24. Oktober 2018)
(4) Fachinformation XGEVA®, Stand Juni 2018.
(5) Lipton A et al. Eur J Cancer 2012;48:3082-3092.


Das könnte Sie auch interessieren

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe
© www.psyche-hilft-koerper.de

Die Website „psyche-hilft-koerper.de“ ermöglicht es, über eine Postleitzahl-Suche Psychoonkologen in der Region, in der man lebt, zu finden. Eine psychoonkologische Betreuung unterstützt Patienten u. a. dabei, ihre Krebserkrankung zu verarbeiten, das seelische Befinden zu verbessern sowie körperliche Ressourcen zu stärken (1). Novartis Oncology hat sich nicht nur der Entwicklung innovativer Arzneimittel verpflichtet, sondern möchte durch Initiativen...

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten

Gesundheitsversorgung auf dem Land – weite Wege, lange Wartezeiten
Krebsinformationsdienst, DKFZ

Eine repräsentative Umfrage* vom Dezember 2017 hat gezeigt: Die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen weist aus Sicht vieler Befragter Defizite auf. Bemängelt wurden lange Wartezeiten auf Arzttermine, weite Wege und weniger Informationsmöglichkeiten. Auch für Krebspatienten und ihre Angehörigen kann diese Situation belastend sein. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ersetzt keinen Arzttermin, er bietet aber Antworten auf...

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum

Frauenärzte der GenoGyn fordern Maßnahmen gegen riskanten Alkoholkonsum
© karepa / Fotolia.com

Beim Alkoholkonsum belegt Deutschland im weltweiten Vergleich stets Spitzenplätze: Rund zehn Liter reinen Alkohols werden hierzulande nach aktuellen Informationen des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr pro Kopf getrunken und verursachen alljährlich volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 26,7 Milliarden Euro. „Obwohl Erkenntnisse über das Suchtpotenzial von Alkohol in der Gesellschaft inzwischen hinlänglich verbreitet sind, finden Bier, Wein und...

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018

José Carreras Leukämie-Stiftung lobt Best Paper Award 2018
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

„Nur über medizinische Forschung wird es uns gelingen, Leukämie und andere bösartige Blut- oder Knochenmarkserkrankungen bei jedem und immer heilbar zu machen. Nach 2016 und 2017 zeichnet die José Carreras Leukämie-Stiftung deshalb auch in diesem Jahr wieder herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus. Dotiert ist der 3. Best Paper Award mit 10.000 Euro, über die der Preisträger für seine weitere wissenschaftliche Arbeit frei verfügen kann“,...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Osteoprotektion mit Denosumab frühzeitig initiieren"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.