Donnerstag, 18. April 2019
Navigation öffnen

Medizin

19. September 2018 Reden ist Gold! Online-Schulung hilft beim Arzt-Patienten-Gespräch

Eine an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden entwickelte Online-Schulung hilft beim Arzt-Patienten-Gespräch: Das gemeinsam mit europäischen Projektpartnern entstandene Kommunikationstraining ist in mehreren Sprachen frei verfügbar und bietet Ärzten das nötige Wissen für schwierige Gesprächssituationen oder in der Kommunikation mit unterschiedlichen Patientengruppen.
Eine gute Kommunikation zwischen Arzt und Patient hilft dabei, die Behandlung zu verstehen, mit dem Erfolg, dass Medikamente besser eingenommen und wichtige Therapieschritte konsequent mitgegangen werden. Aber wie rede ich als Arzt mit den Patienten am besten und was darf ein Patient von seinem behandelnden Arzt kommunikativ erwarten?

Speziell für Kollegen aller Gesundheitsbereiche steht ab sofort ein Training zur Arzt-Patienten-Kommunikation online. Der Kurs und alle Materialien sind für interessierte Personen nach Registrierung frei verfügbar. Das Trainingsprogramm umfasst Grundlagen der Kommunikation und spezifische Kommunikationskompetenzen für schwierige Gesprächssituationen im Arzt-Patienten-Kontakt.

Wie verbessere ich die Kommunikation mit meinen Patienten? Mit dieser Frage beschäftigen sich nicht nur in Deutschland tätige, sondern auch praktizierende Ärzte und Pflegefachkräfte aus anderen europäischen Ländern. Entwickelt wurde das Training durch die europäischen Projektpartner aus Griechenland, Polen, Spanien und Zypern, Mitarbeiter des Bereiches Psychosoziale Medizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden sowie dem Forschungsverbund Public Health Sachsen. Aufgrund der europäischen Vernetzung des Projektes stehen alle Materialien des Trainings in fünf europäischen Sprachen (Deutsch, Englisch, Griechisch, Polnisch und Spanisch) zur Verfügung.

Gefördert wurde das Kommunikationstraining von Erasmus+ im Rahmen des Projektes "Health Communication Training for Health Professionals in Europe" (H-Com). Das Projekt hat seit 2015 das Ziel, innerhalb der EU einheitliche Standards beim Erwerb von Gesprächsführungskompetenzen im Gesundheitswesen zu fördern. Infolgedessen fanden auch Workshops in den einzelnen Projektländern statt. Hierfür reisten drei Studierende der Medizinischen und weiterer Fakultäten der TU Dresden und der Universität Chemnitz an die Universidad de Laguna, um an dem spanischsprachigen Workshop teilzunehmen. Dabei lernten sie nicht nur etwas über die Arzt-Patienten-Kommunikation, sondern konnten sich zudem mit anderen Teilnehmern aus verschiedenen Gesundheitsberufen aus Spanien und Griechenland fachlich austauschen.

„Unsere Arbeitsweise war von Anfang an praxisorientiert", sagt Victoria-Luise Batury, Koordinatorin des H-Com Projektes auf deutscher Seite. So wurden in den vergangenen beiden Jahren im Projekt unter anderem europaweit existierende Programme zur Arzt-Patienten-Kommunikation systematisch erfasst und in einer Online-Datenbank auf www.h-com.eu veröffentlicht. Darüber hinaus fanden in allen beteiligten Ländern moderierte Gruppendiskussionen mit Ärzten, Patienten und weiteren Experten aus dem Gesundheitswesen zur Identifikation von Problemfeldern der Arzt-Patienten-Kommunikation statt. An einer europaweiten Online-Umfrage zum Thema haben sich mehr als 700 Personen beteiligt. Eine systematische Literaturrecherche in den wichtigsten Datenbanken mündete in einem ausführlichen Überblick, der ebenfalls über die Website einsehbar ist. „All das war für uns die Grundlage, um ein europaweit einsetzbares Workshop-Programm zu entwickeln", fügt Prof. Hendrik Berth, Leiter des deutschsprachigen H-Com Projekts, hinzu.

Und die ersten Reaktionen auf das Programm klingen ermutigend: „Ich finde es sehr schön, dass man sich europaweit darum bemüht, die medizinische Versorgung wieder mehr patientenzentriert zu gestalten." (Elena Nikitin, Medizinstudentin im 10. Fachsemester, Workshopteilnehmerin auf Teneriffa)

„Wir finden es toll, dass nicht nur Mediziner dabei sind, sondern ein interdisziplinärer Austausch stattfindet.“
(Josell Loreto, Studentin der Soziologie und Psychologie im 6. Fachsemester, Workshopteilnehmerin auf Teneriffa)


Die Anerkennung als ärztlichen Fortbildungsveranstaltung ist bei der Sächsischen Landesärztekammer beantragt. Das Online-Training mit allen Materialien zum Kommunikationsworkshop ist unter folgender Adresse abrufbar: https://elearning.h-com.eu

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


Das könnte Sie auch interessieren

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen

Junge Krebspatienten: Ausbildung und Familie, aber auch Angst und Schmerzen
© pathdoc / Fotolia.com

„Ich hatte große Träume für mein Leben, jetzt denke ich oft viel, viel kurzfristiger“, sagt die 25-jährige Studentin Mia*, die vor anderthalb Jahren an Krebs erkrankte. Nach der Diagnose musste sie ihr Studium unterbrechen, ihre Familienplanung in Frage stellen und auch mit ihrem Freundeskreis einen neuen Umgang finden. Sie ist eine von rund 15.000 jungen Menschen, die jährlich im Alter von 18 bis 39 Jahren die Diagnose Krebs erhalten.

Geballtes Wissen zu Krebs für alle

Geballtes Wissen zu Krebs für alle
© Krebsinformationsdienst, DKFZ; Bild: Pixabay 849820

Der offizielle Startschuss fiel am 30. März 1999. Die Internetseite des Krebsinformationsdienstes (KID), einer Abteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums, ging online. Heute nutzen monatlich rund 600.000 Besucher die Seite. Gefragte Themen sind Hintergründe zur Erkennung und Behandlung von Krebs, neue Therapieverfahren, aber auch Tipps zum Umgang mit der Erkrankung im Alltag. Alle, die sich vor Krebs schützen möchten, finden ausführliche Informationen über...

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs
© Die-Schönen-Momente.de

Accuray Inc. präsentiert Die-Schoenen-Momente.de, eine neue Patientenwebsite zum Thema Krebs. Die-Schoenen-Momente.de ist eine umfassende Online-Anlaufstelle zu zahlreichen Themen, die Patienten und ihren Angehörigen wichtig sind: von den unterschiedlichen Krebstherapien über die richtige Ernährung bis hin zu Tipps für die Pflege persönlicher Beziehungen. So unterstützt die Website Patienten dabei, trotz Krebserkrankung eine hohe Lebensqualität zu...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Reden ist Gold! Online-Schulung hilft beim Arzt-Patienten-Gespräch"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.