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Medizin

04. November 2016 Obinutuzumab zur Therapie von indolenten Lymphomen

Obinutuzumab (Gazyvaro®) zur Therapie von chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) stand im Fokus eines Symposiums zur Lymphomtherapie anlässlich der DGHO-Jahrestagung. Der Anti-CD20-Antikörper wird auch bei anderen B-Zell-Lymphomen geprüft. Für die Therapie des follikulären Lymphoms ist er bereits zugelassen.
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In einer aktuellen Analyse der minimalen Resterkrankung (MRD) im Rahmen der CLL11-Studie zeigte sich, dass die Therapie mit Obinutuzumab und Chlorambucil der Chemo-Immuntherapie mit MabThera/Chlorambucil oder Chlorambucil alleine überlegen ist. MRD-Negativität am Ende der Induktion erwies sich als unabhängiger Prognosefaktor für ein verlängertes progressionsfreies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS).

"Das Verständnis der Biologie hat die Therapie der CLL revolutioniert", sagte PD Dr. Barbara F. Eichhorst, Oberärztin der Universitätsklinik Köln zu Beginn ihres Vortrags. Aufgrund der CLL11-Studiendaten sei der Typ-II-Anti-CD20-Antikörper als Standard in der Therapie von Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) etabliert und wird in den aktuellen Leitlinien der European Society for Medical Oncology (ESMO) empfohlen. Das progressionsfreie Überleben (PFS) kann mit der Kombination Obinutuzumab/Chlorambucil nahezu verdoppelt und die Zeit bis zum nächsten Therapiebeginn auf rund vier Jahre verlängert werden (1-2).

Der Fc-Anteil des Antikörpers ist durch Glykoengineering modifiziert. Das bewirkt eine stärkere Bindung an Fc-Rezeptoren auf Immun-Effektorzellen wie Natürlichen Killerzellen, Makrophagen und Monozyten. Die Modifikation unterstützt also die Beseitigung der Leukämiezellen.

Seit Augst 2015 wird in der CLL14-Studie die Wirksamkeit von Obinutuzumab im Rahmen einer schonenderen Behandlungsstrategie ohne Chemotherapie untersucht (3). Das Ziel der internationalen multizentrischen Phase-III-Studie ist langfristige Krankheitskontrolle bei guter Verträglichkeit. Geprüft werden Wirksamkeit und Verträglichkeit von Obinutuzumab und dem Bcl-2-Hemmer Venetoclax im Vergleich zum Standard Obinutuzumab plus Chlorambucil bei nicht vorbehandelten oder rezidivierten bzw. refraktären Patienten.

Es gibt bereits erste Daten zur Sicherheit: Nach 6 Zyklen Obinutuzumab/Venetoclax gefolgt von 6 weiteren Zyklen Venetoclax traten keine Nebenwirkungen auf, die eine Unterbrechung oder Modifikation der Studienmedikation erforderten. Die Daten stammen von 12 nicht vorbehandelten Patienten mit Komorbiditäten, die median 75 Jahre alt waren.

Kürzlich wurde Obinutuzumab in Kombination mit Bendamustin auch zur Therapie von vorbehandelten Patienten mit follikulärem Lymphom zugelassen. Das Ergebnis der Zulassungsstudie war eine Verdopplung der PFS. Außerdem konnte ein Vorteil beim OS dokumentiert werden.

Dr. Maren Mundt

Quelle: Symposium der Roche Pharma AG: Lymphomtherapie heute: Einordnung neuer Therapieoptionen Vortrag: "Moderne Erstlinientherapie der CLL", 15.10.16 im Rahmen des DGHO

Literatur:

(1) Goede V. et al. ASH 2015; Abstract S642
(2) Ritgen M. et al. EHA 2016; Abstract S428
(3) Flinn I et al. ASH 2014; Abstract 4687

 


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