Freitag, 15. November 2019
Navigation öffnen

Medizin

29. Mai 2018 Nicht-metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom: Erstmals Therapie in Aussicht

Bislang ist es üblich, nach einem Wiederanstieg des PSA-Werts unter Androgen-Deprivationstherapie (ADT) diese fortzusetzen, bis sich Fernmetastasen mittels Bildgebung nachweisen lassen – und dann eine für das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (CRPC) zugelassene Therapie zu geben. Apalutamid wurde jetzt bei Patienten mit kurzer PSA-Verdopplungszeit untersucht, die noch keine Fernmetastasen hatten.
Anzeige:
Je schneller der PSA-Wert nach Eintreten der Kastrationsresistenz ansteigt, desto höher ist das Risiko, dass der Patient rasch Metastasen entwickeln und schließlich versterben wird, erläuterte Prof. Dr. Peter Hammerer, Braunschweig. Bislang gibt es für dieses Stadium jedoch keine Therapieoption. In die Placebo-kontrollierte, randomiserte SPARTAN-Studie wurden 1.207 Patienten mit M0 CRPC und einer PSA-Verdopplungszeit ≤ 10 Monate eingeschlossen. Sie erhielten im Verhältnis 2:1 entweder Apalutamid oder Placebo, jeweils plus ADT (1).

Das metastasenfreie Überleben (MFS, primärer Endpunkt) betrug bei den Patienten unter Apalutamid im Median 40,5 Monate im Vergleich zu 16,2 Monaten unter Placebo und verlängerte sich damit um gut 2 Jahre. Dies entspricht einer 72%igen Reduktion des Risikos für Fernmetastasen oder Tod. Der Vorteil war konsistent in allen getesteten Subgruppen. Klinisch wichtiger aus Sicht von Prof. Dr. Boris Hadaschik, Essen, war die Zeit bis zur symptomatischen Progression – hier war das Risiko um 55% reduziert. Als zweiter primärer Endpunkt wird zudem das zweite progressionsfreie Überleben (PFS2) ausgewertet, also die Zeit des progressionsfreien Überlebens unter Erstlinientherapie des metastasierten CRPC seit Randomisierung – hier zeigt sich eine Risikoreduktion um 51%. Das mediane Gesamtüberleben betrug im Placebo-Arm 39 Monate, im Apalutamid-Arm war es zum Zeitpunkt der Auswertung noch nicht erreicht.
 
Als für den Urologen ungewohnte Nebenwirkung von Apalutamid nannte Hadaschik Hautausschläge, die bei einem knappen Viertel der Patienten auftraten. Diese seien topisch mit Kortison und bei Bedarf systemisch mit Antihistaminika zu behandeln. In den USA wurde Apalutamid kürzlich zugelassen, in Europa ist die Zulassung beantragt.
 
Dr. rer. nat. Anne Benckendorff

Quelle: Pipeline-Presseworkshop „Janssen in der Onkologie: Aktuelle Daten zur Therapie des nicht-metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms mit Apalutamid“, 23.05.2018 in Frankfurt am Main; Veranstalter: Janssen

Literatur:

(1) Smith MR et al. N Engl J Med 2018; 378: 1408-1418


Das könnte Sie auch interessieren

Heller Hautkrebs: Signalweg entschlüsselt

Beim Hautkrebs gibt es verschiedene Krankheitsformen: Mit Abstand am häufigsten ist dabei das so genannte Basalzellkarzinom, eine Form von hellem Hautkrebs, bei der sich der Tumor von seinem Entstehungsort in der Haut langsam aber stetig ausbreitet. Zwar bildet das Basalzellkarzinom im Allgemeinen keine Tochtergeschwülste (Metastasen), der Tumor sollte jedoch so früh wie möglich behandelt werden, da er ansonsten das umgebende Gewebe zerstören und sogar Muskeln...

Hufeland-Preis ehrt Initiatoren eines bundesweiten Kita-Sonnenschutzprojekts zur Krebsprävention

Hufeland-Preis ehrt Initiatoren eines bundesweiten Kita-Sonnenschutzprojekts zur Krebsprävention
© drubig-photo / Fotolia.com

Prof. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Prävention e.V. (ADP), Dr. Nadja Seidel und Dr. Friederike Stölzel, Leiterinnen des Präventionszentrums des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) sind mit dem Hufeland-Preis des Kuratoriums der Stiftung Hufeland-Preis ausgezeichnet worden. Sie erhielten den mit 20.000 Euro dotierten Preis für Präventivmedizin für ihr bundesweites Sonnenschutz-Projekt...

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung

Hautkrebsreport: Nur jeder Sechste geht zur Früherkennung
© Alexander Raths / fotolia.com

Hautkrebs ist mit 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Bei jeder siebten Erkrankung handelt es sich um ein sogenanntes malignes Melanom, den gefährlichen schwarzen Hautkrebs. Allein in Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2017 9.907 gesetzlich Krankenversicherte vom schwarzen Hautkrebs betroffen. Die häufigsten Erkrankungsfälle wurden in Hessen, Niedersachsen und Thüringen registriert. Das zeigt der aktuelle Hautkrebsreport der...

Die Björn Schulz Stiftung

Die Björn Schulz Stiftung
© Александра Вишнева / fotolia.com

in Deutschland leben derzeit rund 50.000 Familien mit einem lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankten Kind. Ihre Zahl steigt, denn dank des medizinischen Fortschritts haben schwerst- oder unheilbar kranke Kinder heute eine höhere Lebenserwartung als noch vor 20 Jahren. In der für die betroffenen Kinder und Angehörigen schwierigen Situation bieten Kinderhospizdienste eine intensive Begleitung sowie eine umfassende Betreuung in einer familiären, kindgerechten...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Nicht-metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom: Erstmals Therapie in Aussicht"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression