Mittwoch, 19. Juni 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

08. November 2017 Neuer Tyrosin-Kinase-Inhibitor für fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom zugelassen

Seit August 2017 ist mit Tivozanib (Fotivda®) ein neues zielgerichtetes Medikament für die Erstlinientherapie von Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (RCC) zugelassen. Der Tyrosin-Kinase-Inhibitor (TKI) zeigte in einer Phase-III-Studie eine mit Sorafenib vergleichbare Wirksamkeit, hatte jedoch ein besseres Nebenwirkungsprofil.
Anzeige:
Die Zulassung basiert auf einer offenen, randomisierten, multizentrischen Phase-III-Studie (TiVO-1), in der Fotivda® mit Sorafenib verglichen wurde, einem ebenfalls gegen den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor-Rezeptor (VEGFR) gerichteten TKI (1,2). Die insgesamt 517 Patienten mit fortgeschrittenem RCC erhielten entweder Tivozanib (drei Wochen Therapie, eine Woche Pause) oder Sorafenib (vier Wochen kontinuierlich). Patienten, die im Sorafenib-Arm eine Progression erlitten, konnten im Rahmen einer Extensionsstudie auf Tivozanib wechseln.

Wie Prof. Michael Staehler, LMU München berichtete, waren die Patientencharakteristika beider Arme ausgeglichen, mit einer Ausnahme: im Sorafenib-Arm befanden sich mehr Patienten mit guter Risikoprognose als im Tivozanib-Arm (34% versus 27%).

Beim primären Endpunkt der Studie – dem progressionsfreien Überleben (PFS) – zeigte sich in der Gesamtpopulation der Patienten der Tivozanib-Arm mit im Median 11,9 versus 9,1 Monaten gegenüber dem Sorafenib-Arm überlegen (HR 0,797 95%-KI: 0,639-0,993; p=0,042). Etwas besser noch sah es bei den mit Tivozanib behandelten therapienaiven Patienten aus: medianes PFS: 12,7 versus 9,1 Monate (HR 0,756; 95%-KI 0,580 - 0,985; p=0,037). Die Gesamtansprechrate lag im Tivozanib-Arm mit 33,1% gegenüber 23,3% im Sorafenib-Arm signifikant höher (p=0,014), die Ansprechdauer war etwas länger (15 Monate versus 12,9 Monate, p=0,463). Das Gesamtüberleben unterschied sich nicht signifikant (Tivozanib 28,2 Monate versus Sorafenib 30,8 Monate, p=0,276), was laut Staehler dem Design der Studie geschuldet war.

Tivozanib erwies sich als besser verträglich – bei lediglich 14% der Patienten war eine Dosisreduktion aufgrund unerwünschter Ereignisse erforderlich gegenüber 43% unter Sorafenib. „Insbesondere bei den sehr unangenehmen Nebenwirkungen wie Diarrhoe und Hand-Fuß-Syndrom bietet Tivozanib einen erfreulichen Vorteil für die Patienten“, berichtete Staehler. Auch bei der Lebensqualität, gemessen anhand des FACT-G-Scores, schnitt der Tivozanib-Arm besser ab als der Sorafenib-Arm (48% versus 42% zeigten eine Verbesserung).

Dr. Marion Hofmann-Aßmus

Quelle: Launch-Pressekonferenz „Tivozanib – Ein neuer Standard in der mRCC-Therapie“, am 25.102017 in München, unterstützt von EUSA Pharma

Literatur:

(1) http://ec.europa.eu/health/documents/community‐register/index_en.htm
(2) Motzer R et al. J Clin Oncol  2013; 31(30):3791-9


Das könnte Sie auch interessieren

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen

Wegweiser „Leben mit Krebs in Hessen“ hilft Betroffenen
© Fotolia / fotomek

In Deutschland leiden aktuell 1,4 Millionen Menschen an Krebs und die Zahl der Neuerkrankungen steigt. In Hessen treten jährlich mehr als 35.000 neue Krebserkrankungen auf. Ermutigend ist, dass nach neuesten Studien die Rate der Langzeitüberlebenden ansteigt. Manche Krebsarten sind heute heilbar, andere können als chronische Erkrankung eingestuft werden. Auch die Chancen, mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung länger zu leben, sind in den letzten Jahren spürbar...

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren

Brustkrebs: Forscher wollen krankheitsauslösende Gene identifizieren
© Photographee.eu / fotolia.com

Jede zehnte Frau in Deutschland, die an Brustkrebs erkrankt, ist noch keine 45 Jahre alt. Experten vermuten, dass viele der jungen Betroffenen erblich vorbelastet sind: Sie sind Trägerinnen eines oder mehrerer schädlich veränderter Gene, die den Tumor entstehen lassen. Die bereits bekannten Hochrisikogene wie etwa BRCA1 oder BRCA2 sind allerdings nur für höchstens ein Viertel der Fälle bei jungen Frauen verantwortlich. Ein Hamburger Forscherteam macht sich nun...

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs
© Die-Schönen-Momente.de

Accuray Inc. präsentiert Die-Schoenen-Momente.de, eine neue Patientenwebsite zum Thema Krebs. Die-Schoenen-Momente.de ist eine umfassende Online-Anlaufstelle zu zahlreichen Themen, die Patienten und ihren Angehörigen wichtig sind: von den unterschiedlichen Krebstherapien über die richtige Ernährung bis hin zu Tipps für die Pflege persönlicher Beziehungen. So unterstützt die Website Patienten dabei, trotz Krebserkrankung eine hohe Lebensqualität zu...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Neuer Tyrosin-Kinase-Inhibitor für fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom zugelassen"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren