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Medizin

25. April 2018 Neue Leukämie-Leitlinie unterstützt Behandler bei Therapie

Die Behandlung von Patienten, die an der schwer therapierbaren Akuten Myeloischen Leukämie (AML) erkrankt sind, macht große Fortschritte: Dank einer neuen Behandlungsleitlinie können diese nun verstärkt in die Praxis umgesetzt werden. Oberarzt PD Dr. Christoph Röllig von der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden hat als Erstautor die bisherige deutschlandweit gültige Behandlungsleitlinie umfassend überarbeitet und gemeinsam mit renommierten Spezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in weiten Teilen neu verfasst.
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Fachinformation
Mit der erweiterten Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e.V. (DGHO) können Ärzte und Krankenkassen nun bundesweit auf eine hochmoderne Empfehlung zurückgreifen, die auch den aktuellen Stand der Forschung berücksichtigt. In die Leitlinie ist deshalb auch eine Orientierungshilfe integriert, die die Therapiefindung mit einem „Wenn-Dann“-Schema erleichtert. Die Medizinische Klinik I unter der Leitung von Prof. Martin Bornhäuser nimmt bundesweit eine Vorreiterrolle im Kampf gegen Leukämie ein. In der von Dresden aus geleiteten Studienallianz Leukämie (SAL) sind derzeit mehr als 50 Studienzentren aus Deutschland und Tschechien organisiert, die gemeinsam an einer besseren Behandlung der Blutkrebserkrankung forschen.

„Gegenwärtig kann nur etwa jeder dritte der pro Jahr insgesamt 3.600 neu erkrankten AML-Patienten wirklich geheilt werden“, erklärt PD Dr. Christoph Röllig, der den Bereich der klinischen Studien an der Medizinischen Klinik I und eine der Leukämiestationen leitet. „Den Großteil der Betroffenen bilden ältere Patienten, deren Heilungschancen deutlich geringer sind als die von jüngeren Menschen. Doch anders als noch vor sieben Jahren – als die Studie letztmalig aktualisiert wurde – können wir diese Patienten heute deutlich besser behandeln, was sich in einer gestiegenen Überlebenszeit äußert“, so der Erstautor weiter. Seit 2010 konnten die Mediziner vor allem ein besseres Verständnis für die Erkrankung entwickeln und nachvollziehen, wie Genveränderungen im Körper wirken: „Leider wissen wir noch immer nicht, was die AML letztlich auslöst, doch es ist uns gelungen, die genetischen Veränderungen der betroffenen Blutzellen zu identifizieren. Dadurch lässt sich der Krebs auch hinsichtlich seiner Aggressivität deutlich besser einordnen“, erklärt PD Dr. Röllig. Dadurch lässt sich zukünftig auch die Aussage präzisieren, ob eine Chemotherapie oder Stammzelltransplantation das Mittel der ersten Wahl ist oder auch neue gezielt wirkende Medikamente zusätzlich eingesetzt werden können.

Leitlinie mit Mehrwert

Für die behandelnden Ärzte bietet die neue Leitlinie einen besonderen Mehrwert: Durch ein komprimiertes „Wenn-Dann“-Schema ist es den Ärzten möglich, anhand von medizinischen Befunden die für ihren Patienten optimale Therapie zu ermitteln. Dieses Schema basiert unter anderem auf den Forschungen der Studienallianz Leukämie (SAL). Unter der Leitung der Medizinischen Klinik I forschen mehr als 50 Studienzentren aus Deutschland und Tschechien an neuen Therapieansätzen. Gemeinsam sammeln die Partner derzeit im Rahmen von zahlreichen Studien neue Erkenntnisse zum Blutkrebs. Durch ein einheitliches AML-Register können diese an zentraler Stelle gebündelt und anschließend für die Wissenschaft und neuartige Therapien nutzbar gemacht werden.

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


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