Sonntag, 25. August 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

24. Oktober 2018 NSCLC Stadium III: Zulassung für Durvalumab nach erfolgreich abgeschlossener Radiochemotherapie

Mit der Zulassung von Durvalumab (IMFINZI®) steht in der Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) eine zusätzliche wirksame Behandlungsoption zur Verfügung: Der PD-L1-Antikörper kann nach einer erfolgreich durchgeführten Radiochemotherapie bei Patienten mit tumoraler PD-L1-Expression von ≥ 1% das progressionsfreie (PFS) sowie das Gesamtüberleben (OS) in bisher nicht erreichtem Ausmaß verlängern (1,2). Dies geht aus den Ergebnissen der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie PACIFIC hervor (2). Auf Basis dieser Daten erfolgte am 21. September 2018 die EU-Zulassung von Durvalumab als erste und bislang einzige Immuntherapie beim NSCLC im Stadium III. Die PACIFIC-Daten und deren Relevanz für die Praxis ordneten Experten bei einer Pressekonferenz von AstraZeneca ein.
Anzeige:
Fachinformation
Der klinische Bedarf in der Therapie des NSCLC im Stadium III ist sehr groß, da 89% der inoperablen Patienten innerhalb von 5 Jahren nach einer Radiochemotherapie (RCT) einen Progress entwickeln und es für sie seit mehr als 10 Jahren keinen wesentlichen Therapiefortschritt gab (3).

„Die Prognose für diese Patienten war bislang ungünstig, jedoch besteht für Patienten mit NSCLC im frühen Stadium III noch die Chance auf Heilung“, beschrieb Dr. Wilfried Eberhardt, Essen, die Situation dieser Patienten. „Mit der Zulassung von Durvalumab wird eine Behandlungslücke geschlossen und daraus kann sich ein Paradigmenwechsel ergeben. Der Mut und die Weitsicht, sich auf die Untersuchung von Durvalumab im Stadium III des NSCLC zu konzentrieren, haben sich gelohnt.“

Entscheidende OS-Verlängerung unter Durvalumab nach RCT

Diese Einschätzung gründet sich auf die Resultate der Phase-III-Studie PACIFIC, die im New England Journal of Medicine publiziert wurden (2,4). Die Therapie mit Durvalumab verringerte das Sterberisiko bei Patienten, deren Tumoren PD-L1 auf ≥ 1% der Tumorzellen exprimieren, signifikant – um fast die Hälfte (47%). Das mediane OS betrug unter Placebo 29,1 Monate (95%-KI: 17,7 – nicht erreicht), während es unter Durvalumab nach über 3 Jahren noch nicht erreicht war (HR=0,53; 95%-KI: 0,36-0,77) (1,2). Auch hinsichtlich des PFS fielen die Ergebnisse sehr deutlich aus: Das mediane PFS lag in der Subgruppe mit einem PD-L1-Expressionsstatus ≥ 1% unter Durvalumab bei 17,8 Monaten gegenüber 5,6 Monaten in der Placebo-Gruppe (HR=0,46; 95%-KI: 0,33-0,64). Somit blieben Patienten mit dem Checkpoint-Inhibitor um 12,2 Monate länger ohne Progress (1,2).

Die PACIFIC-Studienergebnisse zeigen einen vorteilhaften Einsatz von Durvalumab hinsichtlich der Verlängerung von OS (2) und PFS (4), wobei das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil konsistent mit den Daten zur Verträglichkeit aus weiteren Studien war (1). Unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 oder 4 wurden bei 12,8% der Patienten unter Durvalumab beobachtet, verglichen mit 9,8% unter Placebo. Die häufigste Nebenwirkung des Grades 3/4 war Pneumonie (6,5% vs. 5,6% unter Placebo) (1). Durvalumab ist u.a. auch mit immunvermittelten Nebenwirkungen assoziiert. Die meisten dieser Nebenwirkungen, einschließlich schwerer Reaktionen, klangen nach Einleitung einer adäquaten medizinischen Behandlung oder nach Absetzen von Durvalumab ab (1). Des Weiteren zeigten die Daten eine vergleichbare gesundheitsbezogene Lebensqualität gegenüber Placebo (5).

Synergieeffekte durch kombinierte Radiochemo- und Immuntherapie

„Für die Anwendung einer Immuntherapie direkt im Anschluss an eine erfolgreich abgeschlossene Radiochemotherapie gibt es eine überzeugende Rationale“, erläuterte Prof. Dr. Stefan Rieken, Heidelberg, im Hinblick auf das Wirkprinzip von Durvalumab nach Radiochemotherapie. „Dass sich diese Rationale auch in klinisch relevante Vorteile für Patienten übersetzen lässt, haben nun die wegweisenden Ergebnisse der PACIFIC-Studie mit Durvalumab ergeben.“

Prof. Dr. Christian Schumann, Kempten-Oberallgäu, gab einen positiven Ausblick auf die Behandlung: „Erstmals ist mit der Zulassung von Durvalumab nun eine Immuntherapie auch für das Stadium III des NSCLC verfügbar, sodass wir Patienten nach der Radiochemotherapie mit kurativer Absicht weiterbehandeln können. Ich bin zuversichtlich, dass Durvalumab schon bald eine etablierte Therapieoption beim NSCLC im Stadium III darstellen kann.“

PD-L1-Testung für Patienten mit NSCLC im Stadium wichtig

Durch die Zulassung von Durvalumab bekommt auch die Testung von NSCLC-Patienten im Stadium III auf PD-L1 eine große Bedeutung, worauf alle Experten in der Diskussionsrunde übereinstimmend hinwiesen. Denn erst durch die Identifikation von Patienten, deren Tumoren PD-L1 auf ≥ 1% der Tumorzellen exprimieren, wird diesen die Chance für ein verlängertes OS durch die Therapie mit Durvalumab ermöglicht. Die PD-L1-Testung muss frühzeitig direkt bei der Erstdiagnose des NSCLC Stadium III erfolgen, wie die Experten betonten. Nach Bestrahlung und Chemotherapie kann die PD-L1-Expression verändert sein und es ist darüber hinaus technisch sehr schwierig, Proben von bestrahltem Gewebe zu entnehmen.

Quelle: AstraZeneca

Literatur:

(1) Fachinformation IMFINZI®; Stand September 2018.
(2) Antonia SJ et al. NEJM 2018; doi:10.1056/NEJMoa1809697.
(3) Albain KS et al. Lancet 2009;374:379-86.
(4) Antonia SJ et al. N Engl J Med 2017;377(20):1919-1929. doi:10.1056/NEJMoa1709937.
(5) Hui R et al. Patient-Reported Outcomes with Durvalumab after Chemoradiation in Locally Advanced, Unresectable NSCLC: Data from PACIFIC (ID 10762). Präsentation PL 02.02. WCLC 2017.


Das könnte Sie auch interessieren

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Die Bauchspeicheldrüse, das unbekannte Organ

Die Bauchspeicheldrüse (griech.: Pankreas) ist eine der größten Drüsen des Menschen. Dennoch ist nur wenigen bekannt, wo sie sich befindet und welche Funktionen sie übernimmt. Die Bauchspeicheldrüse ist ein keilförmiges Organ, ungefähr so groß wie eine Hand: ein bis zwei Zentimeter dick und etwa 15 Zentimeter lang. Sie liegt mitten im Oberbauch hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule. Mit ihrem sich verjüngenden Ende – dem...

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs
© Die-Schönen-Momente.de

Accuray Inc. präsentiert Die-Schoenen-Momente.de, eine neue Patientenwebsite zum Thema Krebs. Die-Schoenen-Momente.de ist eine umfassende Online-Anlaufstelle zu zahlreichen Themen, die Patienten und ihren Angehörigen wichtig sind: von den unterschiedlichen Krebstherapien über die richtige Ernährung bis hin zu Tipps für die Pflege persönlicher Beziehungen. So unterstützt die Website Patienten dabei, trotz Krebserkrankung eine hohe Lebensqualität zu...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NSCLC Stadium III: Zulassung für Durvalumab nach erfolgreich abgeschlossener Radiochemotherapie"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren