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24. Oktober 2018

NSCLC Stadium III: Zulassung für Durvalumab nach erfolgreich abgeschlossener Radiochemotherapie

Mit der Zulassung von Durvalumab (IMFINZI®) steht in der Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem, inoperablem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) eine zusätzliche wirksame Behandlungsoption zur Verfügung: Der PD-L1-Antikörper kann nach einer erfolgreich durchgeführten Radiochemotherapie bei Patienten mit tumoraler PD-L1-Expression von ≥ 1% das progressionsfreie (PFS) sowie das Gesamtüberleben (OS) in bisher nicht erreichtem Ausmaß verlängern (1,2). Dies geht aus den Ergebnissen der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie PACIFIC hervor (2). Auf Basis dieser Daten erfolgte am 21. September 2018 die EU-Zulassung von Durvalumab als erste und bislang einzige Immuntherapie beim NSCLC im Stadium III. Die PACIFIC-Daten und deren Relevanz für die Praxis ordneten Experten bei einer Pressekonferenz von AstraZeneca ein.
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Der klinische Bedarf in der Therapie des NSCLC im Stadium III ist sehr groß, da 89% der inoperablen Patienten innerhalb von 5 Jahren nach einer Radiochemotherapie (RCT) einen Progress entwickeln und es für sie seit mehr als 10 Jahren keinen wesentlichen Therapiefortschritt gab (3).

„Die Prognose für diese Patienten war bislang ungünstig, jedoch besteht für Patienten mit NSCLC im frühen Stadium III noch die Chance auf Heilung“, beschrieb Dr. Wilfried Eberhardt, Essen, die Situation dieser Patienten. „Mit der Zulassung von Durvalumab wird eine Behandlungslücke geschlossen und daraus kann sich ein Paradigmenwechsel ergeben. Der Mut und die Weitsicht, sich auf die Untersuchung von Durvalumab im Stadium III des NSCLC zu konzentrieren, haben sich gelohnt.“

Entscheidende OS-Verlängerung unter Durvalumab nach RCT

Diese Einschätzung gründet sich auf die Resultate der Phase-III-Studie PACIFIC, die im New England Journal of Medicine publiziert wurden (2,4). Die Therapie mit Durvalumab verringerte das Sterberisiko bei Patienten, deren Tumoren PD-L1 auf ≥ 1% der Tumorzellen exprimieren, signifikant – um fast die Hälfte (47%). Das mediane OS betrug unter Placebo 29,1 Monate (95%-KI: 17,7 – nicht erreicht), während es unter Durvalumab nach über 3 Jahren noch nicht erreicht war (HR=0,53; 95%-KI: 0,36-0,77) (1,2). Auch hinsichtlich des PFS fielen die Ergebnisse sehr deutlich aus: Das mediane PFS lag in der Subgruppe mit einem PD-L1-Expressionsstatus ≥ 1% unter Durvalumab bei 17,8 Monaten gegenüber 5,6 Monaten in der Placebo-Gruppe (HR=0,46; 95%-KI: 0,33-0,64). Somit blieben Patienten mit dem Checkpoint-Inhibitor um 12,2 Monate länger ohne Progress (1,2).

Die PACIFIC-Studienergebnisse zeigen einen vorteilhaften Einsatz von Durvalumab hinsichtlich der Verlängerung von OS (2) und PFS (4), wobei das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil konsistent mit den Daten zur Verträglichkeit aus weiteren Studien war (1). Unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 oder 4 wurden bei 12,8% der Patienten unter Durvalumab beobachtet, verglichen mit 9,8% unter Placebo. Die häufigste Nebenwirkung des Grades 3/4 war Pneumonie (6,5% vs. 5,6% unter Placebo) (1). Durvalumab ist u.a. auch mit immunvermittelten Nebenwirkungen assoziiert. Die meisten dieser Nebenwirkungen, einschließlich schwerer Reaktionen, klangen nach Einleitung einer adäquaten medizinischen Behandlung oder nach Absetzen von Durvalumab ab (1). Des Weiteren zeigten die Daten eine vergleichbare gesundheitsbezogene Lebensqualität gegenüber Placebo (5).

Synergieeffekte durch kombinierte Radiochemo- und Immuntherapie

„Für die Anwendung einer Immuntherapie direkt im Anschluss an eine erfolgreich abgeschlossene Radiochemotherapie gibt es eine überzeugende Rationale“, erläuterte Prof. Dr. Stefan Rieken, Heidelberg, im Hinblick auf das Wirkprinzip von Durvalumab nach Radiochemotherapie. „Dass sich diese Rationale auch in klinisch relevante Vorteile für Patienten übersetzen lässt, haben nun die wegweisenden Ergebnisse der PACIFIC-Studie mit Durvalumab ergeben.“

Prof. Dr. Christian Schumann, Kempten-Oberallgäu, gab einen positiven Ausblick auf die Behandlung: „Erstmals ist mit der Zulassung von Durvalumab nun eine Immuntherapie auch für das Stadium III des NSCLC verfügbar, sodass wir Patienten nach der Radiochemotherapie mit kurativer Absicht weiterbehandeln können. Ich bin zuversichtlich, dass Durvalumab schon bald eine etablierte Therapieoption beim NSCLC im Stadium III darstellen kann.“

PD-L1-Testung für Patienten mit NSCLC im Stadium wichtig

Durch die Zulassung von Durvalumab bekommt auch die Testung von NSCLC-Patienten im Stadium III auf PD-L1 eine große Bedeutung, worauf alle Experten in der Diskussionsrunde übereinstimmend hinwiesen. Denn erst durch die Identifikation von Patienten, deren Tumoren PD-L1 auf ≥ 1% der Tumorzellen exprimieren, wird diesen die Chance für ein verlängertes OS durch die Therapie mit Durvalumab ermöglicht. Die PD-L1-Testung muss frühzeitig direkt bei der Erstdiagnose des NSCLC Stadium III erfolgen, wie die Experten betonten. Nach Bestrahlung und Chemotherapie kann die PD-L1-Expression verändert sein und es ist darüber hinaus technisch sehr schwierig, Proben von bestrahltem Gewebe zu entnehmen.
Quelle: AstraZeneca
Literatur:
(1) Fachinformation IMFINZI®; Stand September 2018.
(2) Antonia SJ et al. NEJM 2018; doi:10.1056/NEJMoa1809697.
(3) Albain KS et al. Lancet 2009;374:379-86.
(4) Antonia SJ et al. N Engl J Med 2017;377(20):1919-1929. doi:10.1056/NEJMoa1709937.
(5) Hui R et al. Patient-Reported Outcomes with Durvalumab after Chemoradiation in Locally Advanced, Unresectable NSCLC: Data from PACIFIC (ID 10762). Präsentation PL 02.02. WCLC 2017.
 
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