Sonntag, 17. November 2019
Navigation öffnen
Anzeige:
Fachinformation

Medizin

28. September 2019 NSCLC: Somatische Mutationen und DNA-Methylierungsprofile von primären Lungenläsionen und Hirnmetastasen unterscheiden sich

Hirnmetastasen mit schlechter Prognose sind häufige und tödliche Komplikationen bei nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC). Um neue Erkenntnisse über ihre genomischen und epigenomischen Landschaften zu gewinnen, wurden Proben von therapienaiven Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC mit primären Lungenläsionen und Hirnmetastasen für somatisches Mutations-Profiling und DNA-Methylierungsanalysen verwendet. Dabei wurde in der auf dem ESMO präsentierten chinesischen Studie zwischen primären Lungenläsionen und Hirnmetastasen verschiedene somatische Mutationen und DNA-Methylierungsprofile gefunden. Hirnmetastasen wiesen signifikant mehr spezifische Copy-number variations (CNVs) auf. Eine hohe Übereinstimmung wurde für klassische Lungenkrebs-Treibergene und TP53 beobachtet.  
Anzeige:
Fachinformation
In primären Lungenläsionen wurden 370 Mutationen (291 single nucleotide variations, SNVs, +Indels, 78 CNVs, 1 Rearrangement) identifiziert, in Hirnmetastasen 574 (245 SNVs+Indels, 327 CNVs, 2 Rearrangements). 242 Mutationen kamen in beiden vor, 128 waren Lungen- und 332 Hirnmetastasen-spezifisch. Bei den Hirnmetastasen-spezifischen Mutationen handelte es sich in der Mehrzahl (82%) um CNVs. Nur 16% der CNVs kamen sowohl in den Lungenläsionen als auch in den Hirnmetastens vor. Bei den SNVs und Indels war die Übereinstimmung mit 54% viel höher. Es wurde auch eine signifikant höhere Konkordanzrate (79%) in TP53 und klassischen Lungenkarzinom-Treibergenen gefunden (p<0,001). Dies könnte darauf hinweisen, dass es sich um Stammmutationen handeln könnte. Eine Pathway-Analyse der Gene, die nur in Hirnmetastasen mutiert waren, zeigte eine Anreicherung von Genen des PI3K-AKT und des fokalen Adhäsions-Pathways.

Mittels DNA-Methylierungsanalysen wurden verschiedene Methylierungsmuster gefunden, die mit 268 Blocks zwischen primären Lungenläsionen und Hirnmetastasen signifikant unterschiedlich methyliert waren: 211 Blocks waren in Hirnmetastasen hypermethyliert, 57 Blocks in Lungenläsionen. In diesen Blöcken kamen häufig Gene vor, die an Zelladhäsion, am Rap1-Signaling und am Kalzium-Signalweg beteiligt sind.

(übers. v. um)

Quelle: ESMO 2019

Literatur:

Fan Y et al. Integrated genomic and DNA methylation analyses of non-small cell lung cancer patients with brain metastases, ESMO 2019, Abstract 1479O
 


Das könnte Sie auch interessieren

Die Björn Schulz Stiftung

Die Björn Schulz Stiftung
© Александра Вишнева / fotolia.com

in Deutschland leben derzeit rund 50.000 Familien mit einem lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankten Kind. Ihre Zahl steigt, denn dank des medizinischen Fortschritts haben schwerst- oder unheilbar kranke Kinder heute eine höhere Lebenserwartung als noch vor 20 Jahren. In der für die betroffenen Kinder und Angehörigen schwierigen Situation bieten Kinderhospizdienste eine intensive Begleitung sowie eine umfassende Betreuung in einer familiären, kindgerechten...

Brustkrebs: Frauen mit Metastasen im Fokus

Brustkrebs: Frauen mit Metastasen im Fokus
© Expensive - stock.adobe.com

Jede 8. Frau in Deutschland erkrankt laut Statistischem Bundesamt in ihrem Leben an Brustkrebs. Im Brustkrebsmonat Oktober wird ein besonderer Fokus auf diese Krankheit gerichtet, um über Möglichkeiten der Früherkennung und der Behandlung zu informieren. Die Deutsche Krebshilfe und die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) nehmen in diesem Jahr eine spezielle Betroffenengruppe in den Blick: Frauen, die an einer nicht mehr heilbaren Brustkrebserkrankung leiden.

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests

Bis zu 40 Prozent mehr Leberkarzinome entdecken – dank Ultraschallverfahren mit kombinierten Bluttests
© Sebastian Kaulitzki / fotolia.com

In Deutschland erkranken jährlich circa 9000 Menschen an Leberkrebs – und die Häufigkeit der Erkrankung nimmt deutlich zu. In den vergangenen 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Ein gängiges Verfahren zur Diagnose dieser Erkrankung ist die Ultraschalluntersuchung: Mithilfe der modernen Sonografie lässt sich gutartiges Gewebe sehr exakt von bösartigem unterscheiden. Wenn die Ultraschalldiagnostik mit speziellen Bluttests kombiniert wird,...

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

AugenBLICKE für seltene Erkrankung Morbus Gaucher

Am 1. Oktober 2016 ist Internationaler Morbus Gaucher-Tag. Für die Passanten in der Frankfurter Innenstadt und den angrenzenden Stadtteilen wird dies kein gewöhnlicher Einkaufssamstag werden. Denn an diesem Tag wollen Sanofi Genzyme und die Patientenorganisation Gaucher Gesellschaft Deutschland e. V. (GGD) das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die seltene Stoffwechselerkrankung Morbus Gaucher [sprich: go-schee] lenken – und zwar mit der Aktion „AugenBLICK für...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"NSCLC: Somatische Mutationen und DNA-Methylierungsprofile von primären Lungenläsionen und Hirnmetastasen unterscheiden sich"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression