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Medizin

02. Mai 2018
Seite 2/2

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Fachinformation


Einschlusskriterien und Endpunkte: KEYNOTE-189 (Abstract #CT075)

Die KEYNOTE-189 ist eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie der Phase III. Sie untersuchte Pembrolizumab in Kombination mit Pemetrexed und Cisplatin oder Carboplatin im Vergleich zu Pemetrexed und Cisplatin oder Carboplatin allein bei 616 nicht vorbehandelten Patienten mit metastasierendem NSCLC ohne Plattenepithel-Histologie, mit oder ohne PD-L1-Expression. Die Patienten wiesen keine genomischen Tumoraberrationen vom EGFR- oder ALK-Typ auf und hatten zuvor keine systemische Therapie für die fortgeschrittene Erkrankung erhalten. Die co-primären Endpunkte waren das OS und das PFS. Zu den sekundären Endpunkten zählen die Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR) und die Ansprechdauer (Duration of Response, DOR).
 
Überzeugende OS-Daten: Sterberisiko unter Pembrolizumab-Kombinationstherapie um 51% reduziert

Im medianen Follow-up von 10,5 Monaten (Spanne: 0,2-20,4) war die Pembrolizumab-Kombinationstherapie hinsichtlich des OS signifikant überlegen: Das Sterberisiko war verglichen mit Pemetrexed plus Platin-basierter Chemotherapie um 51% reduziert (HR: 0,49; 95%-KI: 0,38-0,64; p <0,00001). Dieses Ergebnis schließt auch die 50% der Patienten mit ein, die randomisiert der Gruppe mit alleiniger Chemotherapie zugeordnet wurden und die sämtliche Studienmedikation absetzte (n=170) und anschließend eine Anti-PD-1- oder PD‑L-Therapie erhielt. Darunter befanden sich 67 Patienten, die eine Pembrolizumab-Monotherapie im Rahmen des Studien-Crossovers erhielten. Das mediane OS wurde im Pembrolizumab-Kombinations-Arm nicht erreicht (95%-KI: nicht schätzbar) – in der Gruppe mit alleiniger Chemotherapie betrug es 11,3 Monate (95%-KI: 8,7-15,1). In der Studie lebten nach 12 Monaten geschätzt 69,2% der Patienten in der Behandlungsgruppe mit Pembrolizumab (95%-KI: 64,1-73,8%) versus 49,4% in der Kontrollgruppe (95%-KI: 42,1-56,2%).
 
Signifikant verlängertes PFS im Pembrolizumab-Kombinations-Arm


In der KEYNOTE-189-Studie war die Pembrolizumab-Kombinationstherapie auch hinsichtlich des PFS signifikant überlegen: Das Risiko für Progression oder Versterben war im Vergleich mit Pemetrexed plus Platin-basierter Chemotherapie um 48% reduziert (HR: 0,52; 95%-KI: 0,43-0,64; p<0,00001). Das mediane PFS betrug 8,8 Monate für die Pembrolizumab-Kombination (95%‑KI: 7,6-9,2) gegenüber 4,9 Monaten für Chemotherapie allein (95%-KI: 4,7-5,5). Der Prozentsatz an Patienten, die ohne Krankheitsprogression nach 12 Monaten noch lebten, betrug 34,1% in der Pembrolizumab-Kombinations- Gruppe (95%-KI: 28,8-39,5%). Dies war fast doppelt so hoch wie der Prozentsatz in der Kontrollgruppe (17,3%; 95%-KI: 12,0-23,5%). Darüber hinaus wurden Verbesserungen beim OS und PFS auch in anderen ausgewerteten Patienten-Subgruppen beobachtet, wie z. B. unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, ECOG**-Performancestatus, Raucherstatus, Hirnmetastasen zu Studienbeginn und Art der verordneten Chemotherapie (Carboplatin oder Cisplatin).
 
50% höhere ORR im Pembrolizumab- versus Kontrollarm

Die Pembrolizumab-Kombinationstherapie zeigte in der KEYNOTE-189-Studie zudem eine doppelt so hohe ORR im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie (47,6%; 95%-KI: 42,6-52,5% versus 18,9%; 95%-KI: 13,8-25,0%, p <0,00001). Bei Patienten im Pembrolizumab-Arm betrug die mediane Ansprechdauer 11,2 Monate (Spanne: 1,1+ bis 18,0+ Monate) verglichen mit 7,8 Monaten in der Gruppe mit alleiniger Chemotherapie (Spanne: 2,1+ bis 16,4+ Monate). Die überlegene Ansprechrate war bei Patienten aller PD‑L1-Kategorien zu verzeichnen.
 
Konsistente Sicherheitsdaten zu Pembrolizumab

Das Sicherheitsprofil von Pembrolizumab entsprach den Ergebnissen früherer Studien bei Patienten mit metastasierendem NSCLC. Unerwünschte Ereignisse jeglicher Ursache vom Schweregrad 3 bis 5 traten bei 67,2% der Patienten unter Pembrolizumab plus Pemetrexed und Platin-basierter Chemotherapie auf, bzw. bei 65,8% der Patienten, die Chemotherapie allein erhielten. Unerwünschte Ereignisse jeglicher Schweregrade sowie jeglicher Ursache, die mit einer Inzidenz ≥ 15% in der Pembrolizumab-Gruppe auftraten, waren: Übelkeit (55,6%), Anämie (46,2%), Fatigue (40,7%), Obstipation (34,8%), Durchfall (30,9%), verminderter Appetit (28,1%), Neutropenie (27,2%), Erbrechen (24,2%), Husten (21,5%), Dyspnoe (21,2%), Asthenie (20,5%), Hautausschlag (20,2%), Pyrexie (19,5%), periphere Ödeme (19,3%), Thrombozytopenie (18,0%) und vermehrter Tränenfluss (17,0%). Die häufigsten immunvermittelten unerwünschten Ereignisse jeglicher Schweregrade unter der Pembrolizumab-Kombinationstherapie waren: Hypothyreose (6,7%), Pneumonitis (4,4%), Hyperthyreose (4,0%), Infusionsreaktionen (2,5%), Colitis (2,2%), schwere Hauttoxizität (2,0%), Nephritis (1,7%) und Hepatitis (1,2%). In der Gruppe, die Pembrolizumab erhielt, wurden drei therapiebedingte Todesfälle infolge von Pneumonitis verzeichnet.
 
* TPS = Tumor Proportion Score (prozentualer Anteil PD-L1 positiver Tumorzellen einer Gewebeprobe).
** ECOG = Eastern Cooperative Oncology Group.

Quelle: MSD

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