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Medizin

23. Januar 2019 NSCLC: G-BA bestätigt Zusatznutzen für Osimertinib in der Erstlinientherapie

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seinem Beschluss zur frühen Nutzenbewertung den Zusatznutzen für Osimertinib (Tagrisso®) in der Erstlinientherapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) mit aktivierenden EGFR-Mutationen L858R oder del19 bestätigt (1). Osimertinib ist u.a. für die Erstlinientherapie von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit aktivierenden Mutationen des EGFR zugelassen (2). Für diese Population bescheinigt der G-BA Osimertinib im direkten Vergleich mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) der 1. Generation einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen. Die Bewertung des G-BA spiegelt aktuelle Leitlinien wider, die Osimertinib als einen neuen Therapiestandard in der Erstlinientherapie des EGFR-mutationspositiven NSCLC empfehlen (3).
In Deutschland erhalten schätzungsweise 1.500 Patienten jährlich die Erstdiagnose fortgeschrittenes oder lokal metastasiertes NSCLC mit aktivierenden Mutationen des EGFR. Aufgrund seines hochspezifischen Wirkmechanismus greift der TKI Osimertinib bestimmte Rezeptoren der Tumorzellen gezielt an und unterdrückt deren weiteres Wachstum. Daher ist diese Therapie nicht nur sehr effektiv, sondern auch nebenwirkungsärmer als bisherige Therapien.

Osimertinib in der Erstlinientherapie des EGFR-mutationspositiven NSCLC

Der Einsatz von Osimertinib führt bei EGFR-mutationspositiven Patienten mit del19 oder L858R-Mutation in der Erstlinienbehandlung zu einer Verlängerung des Gesamtüberlebens sowie einer deutlichen Reduktion schwerwiegender und spezifischer Nebenwirkungen bei gleichzeitig verbesserter Symptomkontrolle und guter Lebensqualität (1).

Im Februar 2016 wurde Osimertinib zunächst für die Zweitlinientherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem EGFR-T790M-mutationspositiven NSCLC zugelassen (1). Die klinische Entwicklung von Krebsmedikamenten beginnt häufig erst in späteren Therapielinien. Zeigt sich hier Erfolg, werden die Medikamente auch in der Erstlinientherapie umfassenden klinischen Untersuchungen unterzogen und nach erfolgreichem Zulassungsverfahren Patienten zur Verfügung gestellt. So geschehen mit Osimertinib, welches seit Juni 2018 auch zur Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit aktivierenden Mutationen des EGFR zugelassen ist (1).
 
Der Stellenwert von Osimertinib in der Erstlinienbehandlung des EGFR-mutationspositiven NSCLC spiegelt sich ebenfalls in den aktuellen DGHO- und ESMO-Leitlinien wider (3,4). So empfiehlt die DGHO-Leitlinie für alle Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC mit häufigen und seltenen EGFR-Mutationen Osimertinib als einen neuen Therapiestandard in der Erstlinie. Ausgenommen sind hier lediglich Patienten mit Exon-20-Insertion (3). In der ESMO-Leitlinie wird Osimertinib sogar mit dem höchsten Evidenz- und Empfehlungsgrad (I, A) bei dieser Patientengruppe empfohlen (4).

Quelle: AstraZeneca

Literatur:

(1) Gemeinsamer Bundesausschuss: Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Osimertinib (neues Anwendungsgebiet: nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Erstlinientherapie). Verfügbar unter: https://www.g-ba.de/informationen/nutzenbewertung/377/#tab/beschluesse (Zugriff am 18.01.2019)
(2) Fachinformation Tagrisso®, Stand: August 2018
(3) Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC). Stand: November 2018. Verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/lungenkarzinom-nicht-kleinzellig-nsclc/@@view/html/index.html (Zugriff am 21.01.2019)
(4) Planchard D et al. Ann Oncol 2018;29(suppl 4):iv192-iv237.


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