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Medizin

09. Dezember 2016 NSCLC: Lungenprobleme und Anämie meist bereits vor der Diagnose

Beim Lungenkrebs-Weltkongress IASLC wurden Daten aus der klinischen Praxis in Schweden vorgestellt, die Lungenkrebspatienten, Altersstruktur und Komorbiditäten analysierten. Dr. Stephan Linden (Ingelheim) und seine Ko-Autoren haben Daten des international bekannten schwedischen Krebsregisters für die Regionen Skåne und Västra Götaland, zusammen ein Drittel der schwedischen Bevölkerung, mit Informationen aus den Jahren 2006 bis 2013 untersucht.
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Die Informationen von allen 3.834 in diesem Zeitraum neu diagnostizierten fortgeschrittenen Lungenkrebspatienten wurden jenen von 15.332 Menschen mit ähnlicher Altersstruktur etc. – aber ohne dieses Krebsleiden – gegenübergestellt. Das Durchschnittsalter lag bei 69 Jahren, 53% der Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) waren Männer. Bei etwa 20% der Betroffenen wurde die Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium IIIb festgestellt, bei knapp 80% im Stadium IV.
 
Bei der genauen Analyse der Vorgeschichte der Personen stießen die Experten auf erstaunliche Fakten: Vor der Diagnose litten die Krebskranken bereits zu 22,7% an Lungenproblemen (Kontrollgruppe: 3,9%). Das entsprach einem Risiko vom etwa Siebenfachen im Vergleich zu nicht Krebskranken. Auch die Häufigkeit von Atemwegsinfektionen (17,0% zu 7,6%) war deutlich höher. Ebenfalls ein etwa doppeltes Risiko für später diagnostizierte Lungenkrebserkrankung stellte Anämie dar.
 
In den beiden schwedischen Regionen, aus deren Bevölkerung die Daten stammten, zeigte sich, dass die späteren Lungenkrebspatienten auch schon vorher eine wesentlich höhere Krankheitsbelastung als die Angehörigen der Vergleichsgruppe ohne spätere Diagnose eines Lungenkarzinoms aufwiesen.

Quelle: IASLC 2016

Literatur:

IASLC-WCLC Abstract
Stephan Linden et al.
Baseline Demographics and Comorbidities of Patients with Advanced NSCLC Compared to the General Population from Two Regions in Sweden.


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