Montag, 25. März 2019
Navigation öffnen

Medizin

23. Mai 2018
Seite 1/2
Multiples Myelom: Real-World-Daten unterstützen Einsatz einer Triplett-Therapie mit Ixazomib

Unter einer vollständig oralen Proteasom-Inhibitor-haltigen Triplett-Therapie, wie unter dem Proteasom-Inhibitor Ixazomib (Ninlaro®) plus Lenalidomid und Dexamethason (Rd), scheint es anders als unter den injizierbaren oder infundierbaren Triplett-Therapien mit Carfilzomib bzw. Bortezomib keine potentiell beachtliche Lücke beim progressionsfreien Überleben zwischen randomisierten kontrollierten Studien und Real-World-Analysen zu geben. Dies lässt eine erste Analyse vermuten, die Ergebnisse aus klinischen Studien mit Daten aus dem Praxisalltag verglich (1). Grund hierfür könnte ein geringeres Risiko für einen Therapieabbruch im Behandlungsalltag unter Ixazomib + Rd sein (2). Ixazomib ist in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason zur Behandlung des multiplen Myeloms bei erwachsenen Patienten zugelassen, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhalten haben (3).
Anzeige:
Fachinformation
„Beim Fortschreiten eines Multiplen Myeloms wurden früher die Abstände zwischen den einzelnen Rezidiven immer kürzer. Heute stehen in höheren Therapielinien jedoch zunehmend effektive Optionen zur Verfügung, mit denen die Zeit bis zum nächsten Rückfall immer länger werden kann (2,4). Man kann die Behandlung eines Multiplen Myeloms daher immer mehr mit einem Marathon statt einem Sprint vergleichen,“ erklärte Prof. Dr. Igor Blau, Charité Berlin.
 
Als wichtige Therapieziele in der Rezidivsituation nannte Dr. Ivana von Metzler, Klinikum der J.-W.-Goethe-Universität, Frankfurt, insbesondere das progressionsfreie Überleben (PFS) sowie die Lebensqualität der Patienten. „Bei der Entscheidungsfindung für die Auswahl eines bestimmten Therapieregimes kommt es auf die Qualität und Dauer des Ansprechens auf die Vortherapie an, aber auch der Patientenwunsch hinsichtlich Therapiezielen und Applikationsform oder das zytogenetische Risiko des Patienten kann eine wesentliche Rolle spielen,“ so von Metzler.Für Patienten mit einer zytogenetischen Hochrisikokonstellation empfiehlt die International Myeloma Working Group (IMWG) den Einsatz einer Triplett-Therapie mit einem Proteasom-Inhibitor zusätzlich zu Lenalidomid oder Pomalidomid und Dexamethason (5).
 
Ixazomib: Positiver Einfluss auf die Prognose von Patienten mit Hochrisikozytogenetik

Verschiedene Metaanalysen haben gezeigt, dass i.d.R. Triplett-Therapien hinsichtlich Wirksamkeit zur Behandlung des RRMM einer Duplett-Therapie überlegen sind (6,7). Subgruppenanalysen aus klinischen Studien mit verschiedenen Tripletts zeigten außerdem ein verbessertes medianes PFS gegenüber Dubletts bei Patienten mit zytogenetischem Hochrisikoprofil (8-10).  Dr. von Metzler schlussfolgerte: „Auch bei Patienten mit hohem zytogenetischen Risiko scheinen Triplett-Regime vielversprechender als Dublett-Regime zu sein, und neue Tripletts zeigten insgesamt eine Verbesserung des PFS. Darüber hinaus scheint Ixazomib die schlechte Prognose von Patienten mit einer Hochrisiko-Zytogenetik nivellieren zu können.“ So betrug in der TOURMALINE-MM1-Studie das progressionsfreie Überleben unter Ixazomib + Rd 21,4 Monate bei Patienten mit hohem zytogenetischen Risiko vs. 20,6 bei Patienten mit Standardrisiko (unter Placebo + Rd 9,7 vs. 15,6 Monate) (9). Ein Ausgleich des zytogenetischen Risikos in vergleichbarem Ausmaß kann für andere Triplett-Therapien aus den bisher verfügbaren Studien nicht abgeleitet werden (8,10).
 
Komorbiditäten und vorangegangene therapieassoziierte Toxizitäten berücksichtigen

Weitere Faktoren der Entscheidungsfindung in der Praxis können von Metzler zufolge das Patientenalter, die Komorbiditäten des Patienten sowie vorausgegangene Toxizitäten sein. Ein in diesem Kontext vorgestellter systematischer Literaturreview mit Metaanalyse zu klinischen Phase-III-Studien von Waxman et al. zeigte, dass das relative Risiko zur Entwicklung einer Kardiotoxizität mit Carfilzomib-basierten Therapien gegenüber den Vergleichstherapien um das 2,2-fache erhöht ist (11). „Viele Patienten mit einem Multiplen Myelom sind älter und einige weisen kardiovaskuläre Komorbiditäten auf. Dies kann die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer medikamenteninduzierten Kardiotoxizität erhöhen,“ (12,13) unterstrich von Metzler die Relevanz dieses Aspektes.
 
Vorherige Seite

Das könnte Sie auch interessieren

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs

8. Krebsaktionstag – Gemeinsam gegen Krebs
© Olivier Le Moal / Fotolia.com

Der Krebsaktionstag findet alle zwei Jahre am letzten Kongresstag des Deutschen Krebskongresses in Berlin statt und wird von der Stiftung Deutsche Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Berliner Krebsgesellschaft e. V. organisiert. Krebsexperten treffen, Wissen erweitern, Selbsthilfegruppen kennenlernen: Der 8. Krebsaktionstag bietet Ihnen aktuellste Informationen rund um das Thema Krebs. Betroffene, Angehörige und Interessierte sind herzlich eingeladen, an der...

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs

Neue Website für Patienten: Schöne Momente trotz Krebs
© Die-Schönen-Momente.de

Accuray Inc. präsentiert Die-Schoenen-Momente.de, eine neue Patientenwebsite zum Thema Krebs. Die-Schoenen-Momente.de ist eine umfassende Online-Anlaufstelle zu zahlreichen Themen, die Patienten und ihren Angehörigen wichtig sind: von den unterschiedlichen Krebstherapien über die richtige Ernährung bis hin zu Tipps für die Pflege persönlicher Beziehungen. So unterstützt die Website Patienten dabei, trotz Krebserkrankung eine hohe Lebensqualität zu...

Kinderwunsch und Krebs

Kinderwunsch und Krebs
© Photographee.eu / fotolia.com

Möchte ich eine Familie gründen oder noch weitere Kinder haben? Mit dieser Frage müssen sich junge Krebspatientinnen und -patienten vor einer Krebstherapie – also unmittelbar nach der Diagnose – auseinandersetzen. Denn die Behandlung, die ihnen hilft, den Krebs zu besiegen, beeinträchtigt häufig gleichzeitig die Fruchtbarkeit. Auch wenn die Zeit drängt, ist es wichtig, sich vor Behandlungsbeginn mit diesem wichtigen Thema zu befassen.

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe

Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe
© www.psyche-hilft-koerper.de

Die Website „psyche-hilft-koerper.de“ ermöglicht es, über eine Postleitzahl-Suche Psychoonkologen in der Region, in der man lebt, zu finden. Eine psychoonkologische Betreuung unterstützt Patienten u. a. dabei, ihre Krebserkrankung zu verarbeiten, das seelische Befinden zu verbessern sowie körperliche Ressourcen zu stärken (1). Novartis Oncology hat sich nicht nur der Entwicklung innovativer Arzneimittel verpflichtet, sondern möchte durch Initiativen...

Bewegungstherapie bei Krebs

Bewegungstherapie bei Krebs
© Fotolia / Kzenon

Körperliche Aktivität kann helfen, das Risiko an Krebs zu erkranken, zu minimieren. Ein regelmäßiges Bewegungstraining trägt aber auch dazu bei, die Begleiterscheinungen einer Krebserkrankung sowie der Therapie besser zu überstehen. Neue Studien zeigen, wie bedeutsam regelmäßige Bewegung für das körperliche und seelische Wohlbefinden, nicht nur von Krebspatienten, ist. Was passiert jedoch in unserem Körper, wenn wir Sport treiben, und warum...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Multiples Myelom: Real-World-Daten unterstützen Einsatz einer Triplett-Therapie mit Ixazomib "

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.