Mittwoch, 17. Juli 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

04. Mai 2017 Morbus Cushing: Phase-III-Studie belegt Wirkung von Pasireotid

Mit dem Somatostatin-Analogon Pasireotid als subkutane Injektion steht eine medikamentöse Option zur Therapie des Morbus Cushing zur Verfügung (1). In einer randomisierten, doppelblinden, multizentrischen Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Pasireotid in einer Formulierung zur Verabreichung alle 28 Tage getestet (2). Unter der Therapie mit Pasireotid alle 28 Tage normalisierte sich der freie Kortisolwert im Urin bei etwa 40% der Patienten (2).
Pasireotid kann als subkutane (s.c.) Injektion zweimal täglich zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Morbus Cushing angewendet werden, für die ein chirurgischer Eingriff keine Option ist oder bei denen ein chirurgischer Eingriff fehlgeschlagen ist (1). In einer Phase-III-Studie wurde der Wirkstoff in einer Formulierung zur intramuskulären (i.m.) Verabreichung alle 28 Tage in dieser Indikation untersucht (2). Zu den ersten Ergebnissen der Studie berichtete Dr. Katharina Schilbach, Medizinische Klinik und Poliklinik IV, Klinikum der Universität München, im Rahmen des ENDO-Day, einer Endokrinologie-Fachveranstaltung von Novartis Pharma, die am 21. und 22. Februar 2017 in Nürnberg stattfand.

„In einer internationalen, randomisierten Phase-III-Doppelblindstudie, an der unsere Klinik beteiligt war, wurden die Wirksamkeit und Sicherheit des Depotpräparats zur intramuskulären Verabreichung alle 28 Tage bei Patienten mit bestätigtem Morbus Cushing getestet“, berichtete die Endokrinologin (2). In die Studie aufgenommen wurden 150 erwachsene Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder neu diagnostiziertem Morbus Cushing, die nicht operiert werden konnten. Der mittlere freie Kortisolwert im Urin (UFC)A musste im Bereich 1,5-5 x der oberen Grenze des Referenzbereichs (ULN)B liegen und die Patienten durften zuvor nicht mit Pasireotid s.c. behandelt worden sein. Die Studienteilnehmer wurden doppelblind randomisiert, entweder auf 10 mg oder auf 30 mg Pasireotid alle 28 Tage. In den ersten drei Monaten konnte die Dosis ausschließlich beim Vorliegen von Sicherheitsbedenken von 10 mg auf 5 mg oder von 30 mg auf 10 mg reduziert werden. Nach drei Monaten war eine Dosisanpassung entsprechend der Wirksamkeit von 10 mg auf 30 mg oder von 30 mg auf 40 mg möglich (2).

Normalisierung der Kortisolspiegel

Den primären Wirksamkeitsendpunkt – eine Normalisierung des UFC nach sieben Monaten, unabhängig von einer vorgenommenen Dosisanpassung – erreichten 41,9% (95%-Konfidenzintervall (KI): 30,5-53,9) und 40,8% (95%-KI: 27,9-52,7) der Patienten in den beiden Studienarmen. Insgesamt konnte Pasireotid in der Studie die UFC-Werte bei etwa 40% der Patienten mit Morbus Cushing normalisieren (2). „Dabei wies Pasireotid alle 28 Tage ein ähnliches Sicherheitsprofil auf wie Pasireotid s. c. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse unter der Therapie standen im Zusammenhang mit Hyperglykämien; neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet“ (2), schloss Schilbach.

In der Formulierung zur Verabreichung alle 28 Tage ist Pasireotid bereits zugelassen für die Behandlung erwachsener Patienten mit Akromegalie, für die ein chirurgischer Eingriff keine Option ist oder nicht kurativ war und die unter der Behandlung mit einem anderen Somatostatin-Analogon unzureichend kontrolliert sind (3).

A UFC: Urinary Free Cortisol
B ULN: Upper Limit of Normal

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) Fachinformation Signifor® Injektionslösung; Stand: November 2016.
(2) https://endo.confex.com/endo/2016endo/webprogram/Paper25858.html.Letzter Zugriff: 22.03.2017.
(3) Fachinformation Signifor® Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension; Stand: November 2016.


Das könnte Sie auch interessieren

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs

Aktionswoche zur Aufklärung über Kopf-Hals-Krebs
© Merck Serono

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass es sich auch in diesem Jahr an der Aktionswoche zu Kopf-Hals-Krebs beteiligt. Diese wird zum vierten Mal von der Europäischen Kopf-Hals-Gesellschaft (engl.: European Head and Neck Society, EHNS) initiiert und findet vom 19. bis 23. September 2016 statt. Im Rahmen der europaweiten Aktivitäten veranstalten mehrere deutsche Kliniken und Kopf-Hals-Zentren Patiententage und bieten...

Deutsche Bevölkerung hat große Angst vor Krebs und weiß wenig über moderne Krebstherapien

„Vor welcher Krankheit haben Sie persönlich am meisten Angst, dass Sie daran erkranken könnten?“ – Diese Frage stellte das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer aktuellen repräsentativen Umfrage. Ergebnis: 57 Prozent der befragten Deutschen nennen Krebs an erster Stelle. Damit führt Krebs das Feld der gefürchtetsten Krankheiten mit großem Abstand an. Wie gleichzeitig ermittelt wurde, hat nur ein Drittel der Befragten* in letzter Zeit...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Morbus Cushing: Phase-III-Studie belegt Wirkung von Pasireotid"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ASCO 2019
  • Metastasiertes klarzelliges RCC: Frontline-Therapie mit Pembrolizumab + Axitinib verbessert Überleben gegenüber Sunitinib auch bei intermediärem/ungünstigem Risikoprofil und Tumoren mit sarkomatoiden Anteilen
  • Erhaltungstherapie mit Pembrolizumab nach einer Erstlinienchemotherapie verzögert Progress beim metastasierten Urothelkarzinom
  • Fortgeschrittenes Magenkarzinom und AEG: Pembrolizumab ist Standard-Chemotherapie nicht unterlegen bei besserer Verträglichkeit
  • Ermutigende Ergebnisse mit Pembrolizumab in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen HCC
  • 5-Jahres-Daten der KEYNOTE-001 Studie bestätigen langanhaltenden Überlebensvorteil durch Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC
  • Pembrolizumab + Chemotherapie firstline bei metastasiertem nicht-plattenepithelialen NSCLC: Medianes OS, PFS und PFS2 nahezu verdoppelt
  • Fortgeschrittenes Endometriumkarzinom: Kombination Pembrolizumab + Lenvatinib wird in Phase-III-Studie getestet
  • Metastasiertes Melanom: Immunbedingte Nebenwirkungen unter Pembrolizumab assoziiert mit längerem rezidivfreien Überleben
  • Pembrolizumab + Platin-basierte Chemotherapie oder Pembrolizumab als Monotherapie erfolgreich in der Erstlinie bei rezidivierenden/metastasierenden Kopf-Hals-Tumoren