Montag, 21. Oktober 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

04. Mai 2017 Morbus Cushing: Phase-III-Studie belegt Wirkung von Pasireotid

Mit dem Somatostatin-Analogon Pasireotid als subkutane Injektion steht eine medikamentöse Option zur Therapie des Morbus Cushing zur Verfügung (1). In einer randomisierten, doppelblinden, multizentrischen Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Pasireotid in einer Formulierung zur Verabreichung alle 28 Tage getestet (2). Unter der Therapie mit Pasireotid alle 28 Tage normalisierte sich der freie Kortisolwert im Urin bei etwa 40% der Patienten (2).
Anzeige:
Pasireotid kann als subkutane (s.c.) Injektion zweimal täglich zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Morbus Cushing angewendet werden, für die ein chirurgischer Eingriff keine Option ist oder bei denen ein chirurgischer Eingriff fehlgeschlagen ist (1). In einer Phase-III-Studie wurde der Wirkstoff in einer Formulierung zur intramuskulären (i.m.) Verabreichung alle 28 Tage in dieser Indikation untersucht (2). Zu den ersten Ergebnissen der Studie berichtete Dr. Katharina Schilbach, Medizinische Klinik und Poliklinik IV, Klinikum der Universität München, im Rahmen des ENDO-Day, einer Endokrinologie-Fachveranstaltung von Novartis Pharma, die am 21. und 22. Februar 2017 in Nürnberg stattfand.

„In einer internationalen, randomisierten Phase-III-Doppelblindstudie, an der unsere Klinik beteiligt war, wurden die Wirksamkeit und Sicherheit des Depotpräparats zur intramuskulären Verabreichung alle 28 Tage bei Patienten mit bestätigtem Morbus Cushing getestet“, berichtete die Endokrinologin (2). In die Studie aufgenommen wurden 150 erwachsene Patienten mit persistierendem, rezidivierendem oder neu diagnostiziertem Morbus Cushing, die nicht operiert werden konnten. Der mittlere freie Kortisolwert im Urin (UFC)A musste im Bereich 1,5-5 x der oberen Grenze des Referenzbereichs (ULN)B liegen und die Patienten durften zuvor nicht mit Pasireotid s.c. behandelt worden sein. Die Studienteilnehmer wurden doppelblind randomisiert, entweder auf 10 mg oder auf 30 mg Pasireotid alle 28 Tage. In den ersten drei Monaten konnte die Dosis ausschließlich beim Vorliegen von Sicherheitsbedenken von 10 mg auf 5 mg oder von 30 mg auf 10 mg reduziert werden. Nach drei Monaten war eine Dosisanpassung entsprechend der Wirksamkeit von 10 mg auf 30 mg oder von 30 mg auf 40 mg möglich (2).

Normalisierung der Kortisolspiegel

Den primären Wirksamkeitsendpunkt – eine Normalisierung des UFC nach sieben Monaten, unabhängig von einer vorgenommenen Dosisanpassung – erreichten 41,9% (95%-Konfidenzintervall (KI): 30,5-53,9) und 40,8% (95%-KI: 27,9-52,7) der Patienten in den beiden Studienarmen. Insgesamt konnte Pasireotid in der Studie die UFC-Werte bei etwa 40% der Patienten mit Morbus Cushing normalisieren (2). „Dabei wies Pasireotid alle 28 Tage ein ähnliches Sicherheitsprofil auf wie Pasireotid s. c. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse unter der Therapie standen im Zusammenhang mit Hyperglykämien; neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet“ (2), schloss Schilbach.

In der Formulierung zur Verabreichung alle 28 Tage ist Pasireotid bereits zugelassen für die Behandlung erwachsener Patienten mit Akromegalie, für die ein chirurgischer Eingriff keine Option ist oder nicht kurativ war und die unter der Behandlung mit einem anderen Somatostatin-Analogon unzureichend kontrolliert sind (3).

A UFC: Urinary Free Cortisol
B ULN: Upper Limit of Normal

Quelle: Novartis

Literatur:

(1) Fachinformation Signifor® Injektionslösung; Stand: November 2016.
(2) https://endo.confex.com/endo/2016endo/webprogram/Paper25858.html.Letzter Zugriff: 22.03.2017.
(3) Fachinformation Signifor® Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension; Stand: November 2016.


Das könnte Sie auch interessieren

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017

Urologen starten Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017
© Paolese / Fotolia.com

Deutschlands Urologen gehen neue Wege in der Öffentlichkeitsarbeit: Mit der Einführung der „Urologischen Themenwochen“ baut die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ihr Engagement in der medizinischen Aufklärung der Bevölkerung erneut aus: Den Anfang macht die Urologische Themenwoche Hodenkrebs vom 27. bis 31. März 2017. Mit zielgruppengerecht aufbereiteten Informationen wollen Urologinnen und Urologen männliche Heranwachsende und junge...

Primäre Studienendpunkte: Gesamtüberleben oder progressionsfreies Überleben - gibt es einen Goldstandard?

Anerkanntes Ziel einer Therapie von Krebspatienten ist die Verbesserung des Überlebens und der Lebensqualität. Historisch gesehen gilt die Gesamtüberlebenszeit (OS = overall survival) als der wichtigste primäre klinische Endpunkt einer Studie. Doch das Gesamtüberleben als primärer Studienendpunkt unterliegt nicht zuletzt aufgrund der Fortschritte, die in letzten Jahren in der Krebstherapie erzielt wurden, gewissen Einschränkungen. So können...

Die P4-Medizin – Krebstherapie der Zukunft?

Die P4-Medizin – Krebstherapie der Zukunft?
© Fotolia / psdesign1

Die Versorgung von krebskranken Menschen befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Die Entwicklung neuer diagnostischer Methoden und individueller Therapien verändert die onkologische Medizin, wie wir sie bisher kennen. Das jüngst gewonnene Wissen über den Krebs und seine molekularbiologische Vielfalt verlangt nach neuen Antworten. In dem vom amerikanischen Biomediziner Leroy Hood geprägten Konzept der P4-Medizin wird die mögliche Krebstherapie der Zukunft...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Morbus Cushing: Phase-III-Studie belegt Wirkung von Pasireotid"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


ESMO 2019
  • PD-L1-positives NSCLC: Pembrolizumab-Monotherapie bei Patienten mit und ohne Hirnmetastasen vergleichbar wirksam
  • Tumormutationslast etabliert sich als prädiktiver Marker für das Ansprechen auf Pembrolizumab bei soliden Tumoren
  • Hohes und langanhaltendes Ansprechen auf Pembrolizumab-Monotherapie bei unterschiedlichen MSI-H-Tumoren
  • Checkpoint-Inhibition in der adjuvanten und metastasierten Situation hat für Patienten mit Melanom das Überleben neu definiert
  • Magenkarzinom/Adenokarzinom des ösophagogastralen Übergangs: Patienten mit MSI-high-Tumoren profitieren besonders von Checkpoint-Inhibition
  • Pembrolizumab + Chemotherapie beim Plattenepithelkarzinom-NSCLC: Überlegenes OS, PFS, ORR und PFS2 gegenüber alleiniger Chemotherapie
  • Frühes TNBC: signifikant verbesserte pCR-Rate durch neoadjuvante Therapie mit Pembrolizumab + Chemotherapie
  • HNSCC: Pembrolizumab-Monotherapie und kombiniert mit Platin-basierter Chemotherapie erfolgreich in der Erstlinie
  • PD-L1-positives Magenkarzinom und AEG: Vergleichbare Lebensqualität unter Pembrolizumab-Monotherapie und Chemotherapie
  • Pembrolizumab-Monotherapie beim vorbehandelten mTNBC: Klarer Trend zu verbessertem Überleben mit zunehmender PD-L1-Expression