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Medizin

22. Oktober 2012 Molekül Neuropilin-1 unterdrückt effiziente Immunabwehr gegen Krebs

Das Immunsystem schützt unseren Körper vor eindringenden und krankmachenden Keimen wie Bakterien und Viren. Neben diesen eliminiert es darüber hinaus auch entartete Zellen. Bei einer Krebserkrankung kommt es jedoch häufig zu einer unzureichenden Immunantwort gegen das Tumorgewebe. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Essen haben nun ein Molekül identifiziert, das dafür sorgt, dass eine effektive Antwort des Immunsystems gegen den Tumor verhindert wird. Darüber berichtet in seiner aktuellen Ausgabe das Journal of Experimental Medicine.

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Fachinformation


Bei der Immunabwehr spielen unter anderem die so genannten regulatorischen T-Zellen eine wichtige Rolle. Diese Untergruppe der Lymphozyten zeichnet sich dadurch aus, Reaktionen des Immunsystems zu unterdrücken und somit überschießende Immunantworten oder den Angriff auf körpereigenes Gewebe zu kontrollieren. „Allerdings geht man davon aus, dass diese Zellen bei einer Krebserkrankung in das Tumorgewebe einwandern und dort eine effiziente Antwort des Immunsystems gegen den Tumor verhindern. Wie die regulatorischen T-Zellen jedoch in den Tumor gelangen, war bisher nicht bekannt“, erklärt Dr. rer. nat. Wiebke Hansen aus dem Institut für Medizinische Mikrobiologie am Universitätsklinikum Essen.

Gemeinsam mit Dr. rer. nat. Iris Helfrich, Klinik für Dermatologie, Prof. Dr. med. Jan Buer, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, sowie Prof. Dr. med. Dirk Schadendorf, Direktor der Klinik für Dermatologie, ist es den Wissenschaftlern gelungen, ein Molekül zu identifizieren, das für die Einwanderung der regulatorischen T-Zellen in den Tumor verantwortlich ist. Wird dieses Molekül - Neuropilin-1 - in regulatorischen T-Zellen einer Maus ausgeschaltet, findet man anschließend keine oder nur noch sehr wenige dieser Zellen im Tumorgewebe. Die anderen Immunzellen sind dadurch in ihrer Funktion nicht mehr gehemmt und zu einer sehr effektiven Immunantwort in der Lage. Diese verstärkte Aktivität der anderen Immunzellen hat zur Folge, dass die Mäuse keine oder nur noch sehr wenig Melanome ausbilden und ein deutlich verlangsamtes Tumorwachstum aufweisen.

„Durch die Entdeckung des Moleküls hoffen wir, einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der komplexen Mechanismen der Regulation von Immunantworten bei Krebserkrankungen beigetragen zu haben“, so Prof. Dr. Jan Buer. Der neu beschriebene Mechanismus biete einen vielversprechenden Ansatz für die immuntherapeutische Behandlung insbesondere von Melanomen.

Quelle: Universitätsklinikum Essen


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