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Medizin

28. Mai 2015 Metastasiertes Mammakarzinom: AGO bestätigt Doppelplus-Empfehlung für nab-Paclitaxel

In ihrer Anfang März 2015 aktualisierten Leitlinie bestätigt die Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) ihre Doppelplus-Empfehlung für den Einsatz von nab-Paclitaxel (Abraxane®) als palliative Chemotherapie nach Anthrazyklin-Vorbehandlung des metastasierten HER2-negativen/HR-positiven Mammakarzinoms (1). Dabei spielt es keine Rolle, ob Anthrazykline in der metastasierten oder adjuvanten Situation gegeben wurden. Durch die erneute Doppelplus-Empfehlung wird der innovative Therapieansatz einer tumorgerichteten Chemotherapie in Leitlinien weiter etabliert. Den klinischen Benefit, der sich mit nab-Paclitaxel in der Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms erzielen lässt, demonstrieren die Ergebnisse einer randomisierten Phase-III-Studie (2).

Höheres und schnelleres Ansprechen mit nab-Paclitaxel

Taxane stellen nach wie vor die Basis der systemischen Therapie des Mammakarzinoms dar. Insbesondere bei HER2-negativen Tumoren spielen sie eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse der zulassungsrelevanten randomisierten Phase-III-Studie belegen einen klinischen Benefit für nab-Paclitaxel bei der Behandlung von Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom gegenüber konventionellem Paclitaxel. So resultierte die Therapie mit dem lösungsmittelfreien nab-Paclitaxel in einem schnellen, effektiven und konsistenten Ansprechen. Im Vergleich zu konventionellem Paclitaxel zeigten sich eine signifikant bessere Gesamtansprechrate von 33% (p=0,001) und eine signifikante Verzögerung der Progression (23 vs. 16,9 Wochen, Hazard Ratio [HR] 0,75; p=0,006). 91% der Patientinnen unter nab-Paclitaxel erreichten bereits in Zyklus 3 das maximale Ansprechen versus 81 % der Patientinnen in der Kontrollgruppe (2). Eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens von 56,4 vs. 46,7 Wochen (HR=0,73; p=0,024) konnte mit nab-Paclitaxel bei den Patientinnen erreicht werden, die die Studienmedikationen mindestens als Zweitlinientherapie erhalten hatten (2). In einer retrospektiven Subgruppenanalyse der Phase-III-Studie konnte außerdem gezeigt werden, dass Patienten mit einer Anthrazyklin-vorbehandelten Erkrankung (unabhängig davon, ob die Anthrazyklin-Vorbehandlung in der adjuvanten oder metastasierten Situation erfolgt ist) mit nab-Paclitaxel grundsätzlich von einem verlängerten Gesamtüberleben profitierten (3).

Abraxane® ist einfach und sicher zu handhaben

Im Gegensatz zu lösungsmittelbasiertem Paclitaxel kann nab-Paclitaxel ohne übliche Standardprämedikation wie Antihistaminika und Dexamethason im Rahmen einer 30-minütigen Infusion verabreicht werden (4). Außerdem ermöglichte die patentierte nab®-Technologie (nanoparticle albumin-bound) im Tiermodell im Rahmen einer präklinischen Studie eine höhere Wirkstoffkonzentration im Tumor (5). In der Zulassungsstudie war die verabreichte Dosisintensität im nab-Paclitaxel-Arm um 49% höher als im Arm mit konventionellem Paclitaxel (2). Trotzdem wurde die Therapie insgesamt gut vertragen. Die in beiden Armen beobachtete Neurotoxizität wies eine unterschiedliche Qualität auf. Sie war häufiger im nab-Paclitaxel Arm, konnte aber mittels Dosisreduktionen oder Therapieunterbrechungen gut beherrscht werden und bildete sich schneller wieder zurück. Grad 4-Neutropenien traten unter dem lösungsmittelfreien nab-Paclitaxel seltener auf als unter konventionellem Paclitaxel (9% vs. 22%; p<0,001). Auch die Lebensqualität, die mit dem Fragebogen EORTC QLQ C-30 erhoben wurde, blieb trotz höherer Dosis unter nab-Paclitaxel erhalten (2).

Quelle: Celgene

Literatur:

(1) AGO Guidelines Breast Version 2015.1D
(2) Gradishar W et al. J Clin Oncol 2005; 23:7794-7803
(3) Davidson N et al. Abstract 569, EBCC 8 April 2008, Berlin
(4) Fachinformation Abraxane® Stand Februar 2015
(5) Desai N et al. Clin Cancer Res. 2006;12:1317-1324


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