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Medizin

19. August 2017 Metaanalyse: Signifikanter OS-Vorteil für Lenalidomid-Erhaltung bei neudiagnostiziertem MM nach autoSCT

Im Journal of Clinical Oncology wurde eine Meta-Analyse von Phase-III-Studiendaten veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass die Lenalidomid-Erhaltungstherapie das Gesamtüberleben signifikant verlängerte und das Mortalitätsrisiko um 25% im Vergleich zu Placebo bzw. Beobachtung reduzierte. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale beobachtet. Die Studie bestätigt zudem frühere Daten, die zeigen, dass Lenalidomid als Erhaltungstherapie den Progress eines multiplen Myeloms verzögert, indem es das Therapieansprechen neu diagnostizierter Patienten nach autologer Stammzelltransplantation (ASCT) verlängert.
 
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Celgene Deutschland gab bekannt, dass die Meta-Analyse gepoolter Daten aus drei Phase-III-Studien als beschleunigte Kommunikation (Rapid Communication) im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht wurde. Die Auswertung zeigt einen signifikanten Vorteil im Gesamtüberleben (overall survival; OS) für Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom, die Lenalidomid (REVLIMID®)  als Erhaltungstherapie nach einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT) erhielten.  Die Meta-Analyse umfasste Daten aus Phase-III-Studien, die von der Cancer and Leukemia Group B (CALGB), Intergroupe Francophone du Myélome (IFM) sowie der Gruppo Italiano Malattie Ematologiche dell’Adulto (GIMEMA) durchgeführt wurden. Der Artikel wurde von Dr. Philip McCarthy vom Roswell Park Cancer Institute, New York, USA, und KollegInnen veröffentlicht. Dr. McCarthy war zudem Studienleiter der CALGB-Studie.

Im Februar 2017 wurde Lenalidomid auf Basis der Ergebnisse der CALGB- und der IFM-Studie von der Europäischen Kommission (EC) in der Europäischen Union als Erhaltungstherapie nach ASCT für erwachsene Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom zugelassen (1). „Die wichtigen Daten der Meta-Analyse erweitern die vorliegende Evidenz, die zur neuen Zulassung von Lenalidomid als Erhaltungstherapie bei Patienten nach Transplantation geführt hat. Die wichtigsten Ziele in der Behandlung neu diagnostizierter Patienten sind das Erreichen einer Remission und die langfristige Kontrolle der Erkrankung. In diesem Kontext konnte gezeigt werden, dass Lenalidomid die Krankheitsprogression verzögert sowie die Zeitspanne bis zur nächsten benötigten Therapie und letztlich das Gesamtüberleben verlängert. Lenalidomid kann somit als Therapiestandard für diese Patienten angesehen werden“, sagte Professor Michel Attal, Executive Director am Institut Universitaire du Cancer Toulouse Oncopole und am Institut Claudius Regaud, Frankreich, und Letztautor der Publikation.

Die Meta-Analyse wertete die Daten von 1.208 neu diagnostizierten Patienten mit multiplem Myelom aus, die an einer von drei randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studien teilnahmen (CALGB 100104, IFM 2005-02, GIMEMA RVMM-PI-209). Die Auswertung zeigte die Überlegenheit der Lenalidomid-Erhaltungstherapie (n=605) im Vergleich zu Placebo oder Beobachtung (n=603) (2).

Nach einem medianen Follow-up von 79,5 Monaten wurde das mediane OS im Lenalidomid-Erhaltungsarm nicht erreicht, während es im Kontrollarm 86,0 Monate betrug (HR=0,75; 95-%-KI: 0,63-0,90; p=0,001). Somit war das Mortalitätsrisiko unter der Lenalidomid-Erhaltungstherapie 25% geringer als im Kontrollarm. Die 7-Jahres-Überlebensrate betrug 62% unter der Lenalidomid-Erhaltungstherapie vs. 50% im Kontrollarm. Der Stichtag für diese Auswertung war der 1. März 2015. Nachfolgende exploratorische Analysen zum Stichtag im Jahr 2016 (median 88,8 Monate Follow-up), über die in der Publikation ebenfalls berichtet wird, zeigen ein medianes Gesamtüberleben von 111,0 Monaten unter Lenalidomid im Vergleich zu 86,9 Monaten im Kontrollarm.

Der Vorteil im progressionsfreien Überleben (progression-free survival; PFS), der bereits in den einzelnen Studien beobachtet wurde, konnte in der Meta-Analyse bestätigt werden. Das mediane PFS betrug im Lenalidomid-Arm 52,8 Monate und im Kontrollarm 23,5 Monate; die Lenalidomid-Erhaltungstherapie reduzierte das Risiko für Progression oder Tod im Vergleich zur Kontrolle um 52% (HR=0,48; 95-%-KI: 0,41-0,55). Ebenso zeigte der exploratorische Endpunkt des PFS2, definiert als Zeit von der Randomisierung bis zur zweiten Progression oder zum Tod, einen Vorteil für die Lenalidomid-Erhaltungstherapie: Das mediane PFS2 betrug unter Lenalidomid 73,3 Monate vs. 56,7 Monate in der Kontrollgruppe und die Erhaltungstherapie reduzierte das Risiko eines PFS2-Ereignisses (Progress unter der Zweitlinientherapie oder Tod) um 28% im Vergleich zur Kontrolle (HR=0,72; 95-%-KI: 0,62-0,84). Zudem war die mediane Zeit bis zur Second-Line-Myelomtherapie unter der Lenalidomid-Erhaltungstherapie mit 60,5 Monaten signifikant länger als in der Kontrollgruppe mit 32,4 Monaten (HR=0,57; 95-%-KI: 0,49-0,66).

Behandlungsassoziierte unerwünschte Ereignisse wurden für die CALGB- und IFM-Studien analysiert, aus GIMEMA waren hierzu keine Daten verfügbar. Die Rate von nebenwirkungsbedingten Therapieabbrüchen betrug unter Lenalidomid 29,1%, im Kontrollarm waren es 12,2%. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Ereignisse, die unter der Behandlung auftraten und zu einem Abbruch der Therapie führten (treatment-emergent adverse events; TEAEs), waren Störungen des blutbildenden und lymphatischen Systems (4,3% unter Lenalidomid vs. 2,1% unter Placebo bzw. Beobachtung) sowie allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort (4,7% unter Lenalidomid vs. 1,5% unter Placebo bzw. Beobachtung). Zwar waren die Inzidenzraten sekundärer Primärmalignome (secondary primary malignancies; SPM) hämatologischer und solider Natur unter der Lenalidomid-Erhaltungstherapie höher als im Kontrollarm (hämatologische SPM: 6,1% unter Lenalidomid vs. 2,8% im Kontrollarm vor und nach Krankheitsprogression; solide SPM: 7,3% unter Lenalidomid vs. 4,2% unter Placebo bzw. Beobachtung vor und nach Krankheitsprogression); dennoch war das Mortalitätsrisiko durch Progression der Myelomerkrankung höher als das durch Entwicklung eines SPMs.

Die European Society for Medical Oncology (ESMO) zitiert in ihren Clinical Practice Guidelines 2017 zum multiplen Myelom Daten aus der vorliegenden Meta-Analyse und unterstreicht dabei den OS-Vorteil der Lenalidomid-Erhaltung nach ASCT.

REVLIMID® ist für die Anwendung in allen Therapielinien der Behandlung des multiplen Myeloms zugelassen (1). Zusätzlich zu der jüngsten Zulassung durch die Europäische Kommission zur Erhaltungstherapie nach ASCT wurde Lenalidomid durch die Food and Drug Administration (FDA) auch in den Vereinigten Staaten für diese Indikation zugelassen. Lenalidomid ist die einzige zugelassene Substanz in diesem Setting.

Quelle: Celgene

Literatur:

(1) Fachinformation REVLIMID®, Stand Februar 2017.
(2) McCarthy P, et al. J Clin Oncol 2017, doi: 10.1200/JCO.2017.72.6679 [Epub ahead of print].
(3) Moreau P, et al. Ann Oncol 2017; doi:10.1093 [Epub ahead of print]. Verfügbar unter: http://www.esmo.org/Guidelines/Haematological-Malignancies/Multiple-Myeloma [Letzter Zugriff: 7. Juli 2017]


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